Die Landschaft der Haßberge ist uraltes Kirschenland. Hier wirkte vor über 200 Jahren Christian Freiherr Truchseß von Wetzhausen auf der Bettenburg. Über 30 Jahre lang sammelte er Kirschsorten, pflanzte sie um die Bettenburg und verifizierte deren Sortenechtheit. Christian Freiherr Truchseß von Wetzhausen gilt als „Vater“ der Kirschpomologie. Von der seinerzeit europaweit bedeutendsten Kirschsortensammlung hat er im Jahr 1819 insgesamt 231 Kirschsorten in seinem Buch „Systematische Classifikation und Beschreibung der Kirschensorten“ beschrieben. Obwohl die Kirschbaumsammlung an der Bettenburg nicht mehr existiert, lag die Vermutung nahe, dass in den Haßbergen die ein oder andere historische beschriebene Sorte Verbreitung gefunden haben könnte. Nachdem die Bemühungen der Unteren Naturschutzbehörde und der Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege 2022 erfolgreich waren, die bundesweit tätige und damit sehr gefragte Pomologin Annette Braun-Lüllemann in die Haßberge zu locken, konnte eine Kartierung von einigen Kirschlagen im Landkreis starten, die in diesem Jahr fertiggestellt wurde.
Wertvolle Obstbestände Seltene Kirschsorten in den Haßbergen
Monika Göhr 30.12.2024 - 07:30 Uhr