Dazu gab es auch noch lobende Erwähnungen für Teodor Butănescu, den rumänischen Darsteller des Jungen im Siegerfilm "Nu e locul tau aici" und für den Kandier Xavier Bergeron, der im Thriller "Violence du corps de l'autre" ("Gewalt gegen den Körper des anderen") einfühlsam einen Todkranken porträtiert.
Erstmals wurde ein Kinderfilm ausgezeichnet
Erstmals in der Geschichte des Festivals hat eine Jugendjury in der dem Kinderfilm gewidmeten Sektion "Locarno Kids" einen Preis vergeben. 13 Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren haben ihren Lieblingsfilm von sieben vorgestellten ausgezeichnet. Die Wahl fiel auf "Paradeisa", den ersten abendfüllenden Spielfilm der deutschen Drehbuchautorin und Regisseurin Marleen Valien.
Sie erzählt von einer Zwölfjährigen, die auf ungewöhnlichen Wegen versucht, so etwas wie Familienglück zu erzwingen. Die pointierte Tragikomödie gehörte auch für viele erwachsene Filmfans zu den schönsten Entdeckungen des Festivals.
In der dem Nachwuchs vorbehaltenen Sektion "Cineasti del Presente" ("Filmemacher der Gegenwart") vergab die dafür zuständige Hauptjury keinen Preis Richtung Deutschland. Eine unabhängige Jugendjury aber verlieh ihren Preis für den besten Film an "Tear Gas" ("Tränengas"), einen von Produzenten in Georgien, Frankreich und Deutschland realisierten Spielfilm des georgischen Regisseurs Uta Beria. Das inmitten von realen Demonstrationen gegen die pro-russische Regierung in Tiflis gedrehte Polit-Drama verfolgt eindrucksvoll die Geschichte einer Jugendlichen im Kampf um den Erhalt ihrer Familie.
Die Gewinnerinnen und Gewinner der Preise wurden am Samstagabend in einer Gala dem Publikum vorgestellt. Im internationalen Wettbewerb liefen 17 Filme aus aller Welt. Insgesamt wurden an den elf Festivaltagen 233 Kurz-, Experimental-, Dokumentar- und Spielfilme in verschiedenen Wettbewerben, Sektionen und Reihen gezeigt.