Selbst wenn Paare ein Kondom nutzten, fanden sich Spuren. „Wenn ein Kondom benutzt wurde, erfolgte der Großteil der Übertragung von der Frau auf den Mann“, erläutert Hauptautorin Ruby Dixon. „Dies ist ein vielversprechender Ansatz, um einen Täter nach einem Übergriff zu testen, und bedeutet, dass es möglicherweise mikrobielle Marker gibt, die einen sexuellen Kontakt auch dann nachweisen, wenn ein Kondom verwendet wurde.“
Nachweis trotz Körperhygiene
Einige dieser Bakterien waren bis zu mehrere Tage nachweisbar – selbst nach üblicher Körperhygiene. Das ist für die forensische Anwendung besonders wichtig und könnte Ermittlern künftig helfen, Täter noch Stunden oder sogar Tage nach einer Tat mit dem Opfer in Verbindung zu bringen, hoffen die Forscher.
Allerdings zeigte sich, dass sich das vaginale Mikrobiom während der Menstruation verändert. Das könnte laut dem Team möglicherweise Auswirkungen auf die Ergebnisse haben und muss daher weiter untersucht werden.
Weitere Forschung erforderlich
Überhaupt sind, wie die Gruppe selbst schreibt, weitere Tests notwendig, bevor ihre Ergebnisse Teil der forensischen Praxis sein können. Eine Herausforderung besteht darin, bakterielle Übertragungen aus anderen Quellen auszuschließen. Zudem müssten größere Stichproben untersucht werden, um die Verlässlichkeit der Methode zu bestätigen. So wird das Mikrobiom eines Menschen von zahlreichen Faktoren beeinflusst, darunter Hygiene und Hormonstatus.
Sollte sich die Methode in weiteren Studien bewähren, könnte sie eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden forensischen Methoden darstellen und insbesondere in Fällen helfen, in denen Täter versuchen, ihre Spuren gezielt zu verwischen.