Wilhelmsthal Das Bergdorf hat Grund zum Feiern

Heike Schülein
Die Wilhelmsthaler Pfarrkirche ist im neugotischen Stil erbaut. Die Innenausstattung stammt aus einer Werkstatt in Südtirol. Foto: Heike Schülein

Am übernächsten Wochenende feiert das schmucke Bergdorf Wilhelmsthal seine Kirchweih. Der Festgottesdienst beginnt am Sonntag, 18. September, um 10 Uhr.

Im Frühjahr 1904 erfolgte die Grundsteinlegung für das Gotteshaus, das später stolz über Wilhelmsthal thronen sollte. Am 19. September 1905 wurde die Kirche von Erzbischof Friedrich Philipp von Abert eingeweiht. Damals war Wilhelmsthal noch Teil der Pfarrei St. Ägidius Lahm. Die Kirchenstiftung von Lahm entschied am 6. November 1899 nach langer Diskussion darüber, ob die Lahmer Kirche neu gebaut oder erweitert wird, dass Wilhelmsthal eine eigene Kirche bekommen soll. Erst nach einer namentlichen Abstimmung in Wilhelmsthal unternahm der damalige Pfarrer Johann Leisner alle Anstrengungen, im Ort ein Gotteshaus erbauen zu lassen. Die Kirchenstiftung von Lahm scheute für das Projekt im „ärmsten Dorf Bayerns“ keine Kosten.

Die neugotische Innenausstattung der Pfarrkirche wurde in der Schnitzer- und Malerwerkstatt von Ferdinand Stuflesser in St. Ulrich im Grödnertal in Südtirol angefertigt. Die von Tobias Kammerer kunstvoll gestalteten Fenster zeigen die Botschaft des Engels am leeren Grab sowie die Auferstehung und die Erscheinung des Herrn.

Parallel zum Kirchenbau wurde auch das Pfarrhaus errichtet und mit dem Bau des Schwesternhauses begonnen. Obwohl sich der Transport des Baumaterials äußerst schwierig gestaltete, wurden die drei imposanten Gebäude in bemerkenswert kurzer Zeit erstellt. Dies lag vor allem daran, dass alle Wilhelmsthaler mit Hand anlegten und bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gingen. Neben den körperlichen Strapazen kamen erhebliche finanzielle Belastungen auf die Einwohner zu. 1937 wurde die Kuratie St. Josef Wilhelmsthal zur selbstständigen Pfarrei erhoben.

Die letzte große Kirchensanierung fand vor rund zwei Jahrzehnten statt, sollte doch das Gotteshaus zum 100. Kirchweihfest 2005 wieder in ursprünglicher Pracht erstrahlen. 2021 machten starke Beschädigungen weitere Maßnahmen erforderlich. Diese betrafen insbesondere die Fassade, die stark in Mitleidenschaft gezogen war, sowie Teile im Kircheninneren und einige Fenster. Vorgenommen wurden Energiesparmaßnahmen, darüber hinaus wurde die Heizpumpe ausgetauscht. Die Sanierung stellte für die Kirchenverwaltung – trotz der Zuschüsse des Erzbischöflichen Ordinariats in Bamberg und der Gemeinde Wilhelmsthal – einen großen Kraftakt dar.

Geweiht ist die Kirche dem heiligen Josef, Ehemann der Gottesmutter Maria und väterlicher Beschützer des Jesuskindes. Der hebräische Name „Josef“ bedeutet „Gott hat hinzugefügt“. Wegen seiner treuen Sorge für Jesus und Maria wird er auch als Schutzpatron verehrt und angerufen. Er ist Patron der Ehepaare und Familien, der Jungfräulichkeit, der Zimmerleute, der Sterbenden und bei Wohnungsnot.

 

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