Wilhelmsthal Hilfe für die kaputte Kirche

Heike Schülein

Etwa eine halbe Million Euro wird die Sanierung des Gotteshauses kosten. Den verstorbenen Pfarrer Herbert Fischer hätte die Baumaßnahme gefreut.

Wilhelmsthal - Die Wilhelmsthaler Kirche wird derzeit aufwendig saniert. Bei einem Vor-Ort-Termin haben sich Kirchenpfleger Bernd Peter sowie die Architekten Sandro Selig Sandro Selig (Bauabteilung des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg) und Peter Kropf (Kronacher Ingenieurbüro Kropf) von den derzeit gut voranschreitenden Baumaßnahmen überzeugt. Die Arbeiten sind mit großen Herausforderungen verbunden.

„Die letzte große Sanierung war in den Jahren 2001 bis 2003“, erklärte Kirchenpfleger Bernd Peter. Nachdem das Gotteshaus am 19. September 1905 feierlich eingeweiht worden war, konnte man 2005 bereits das 100-jährige Kirchweihfest feiern. Auf Wunsch des damaligen Pfarrers Herbert Fischer, der Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinde St. Josef sollte das in die Jahre gekommene Bauwerk zum großen Jubiläum in seiner ursprünglichen Pracht wieder erstrahlen, weswegen im Vorfeld eine umfassende Sanierung stattfand. Nunmehr - rund 20 Jahre später - machten starke Beschädigungen weitere Maßnahmen dringend erforderlich. Diese betreffen insbesondere die Außenfassade, weswegen die Kirche derzeit auch eingerüstet ist, wie auch Teilbereiche im Kirch-Inneren.

Frost- und Witterungsschäden

„Die Außenfassade ist durch Frost- und Witterungsschäden stark in Mitleidenschaft gezogen“, verdeutlichte Architekt Peter Kropf. Gleiches gelte für einige Fenster. Die Kirche erhält einen neuen Anstrich im bisherigen Farbton, ein abgetöntes Weiß.

Im Innenbereich erfolgen vor allem Energiesparmaßnahmen wie die Umstellung auf LED, worauf man auch im Außenbereich setzt. Hinzu kommen weitere Maßnahmen - so beispielsweise der Austausch der Heizpumpe.

Insgesamt bewegen sich die Kosten bei etwa 460 000 Euro, wobei die Außenfassade mit rund 300 000 Euro zu Buche schlägt. Das Erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg gewährt einen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent und somit circa 300 000 Euro; rund 16 000 Euro - etwa 3,5 Prozent - steuert die Gemeinde Wilhelmsthal bei. Die übrigen 30 Prozent der Kosten, circa 145 000 Euro, trägt die Pfarrei. Nachdem die Kirchenstiftung über eine Rücklage von 50 000 Euro verfügt, müssen demzufolge noch rund 100 000 Euro über ein Darlehen selbst aufgebracht werden. „Das ist für uns ein enormer Kraftakt“, betont der Kirchenpfleger - insbesondere vor dem Hintergrund, dass corona-bedingt Einnahmen wie aus dem Sommerfest oder Weihnachtsmarkt fehlten, und die Baupreise stark angestiegen seien. Deswegen sei man für Spenden seitens der Bevölkerung dankbar.

Preise sind explodiert

„Die Preise sind konjunkturbedingt regelrecht explodiert - und zwar für jedes Gewerk“, schließt sich ihm Peter Kropf an. Leider gab es auch mehrmalige Unterbrechungen beim Gerüstbauer aufgrund von Corona-Fällen unter den Mitarbeitern. Auch der lange Winter und starke Regenfälle hätten die Arbeiten erschwert und verzögert.

Die Maßnahmen betreffen aktuell die West- sowie Süd- und Ostseite der Außenfassade, wo die Schäden am gravierendsten sind. Ob man die ursprünglich ebenfalls mit vorgesehene Nordseite auch angeht, steht aktuell noch nicht fest.

 

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