Wilhelmsthal Schüler üben sich in Nachhaltigkeit

Heike Schülein

Wilhelmsthaler Grundschüler befassten sich im Rahmen einer Projektwoche mit den Themen Ökologie und Nachhaltigkeit. Dabei lernten die Viertklässler auch, wie man die Welt ein bisschen fairer gestalten kann – und das geht sogar beim Naschen.

Dass Schokolade schmeckt, ist der vierten Jahrgangsstufe der Grundschule Wilhelmsthal klar. Dass es ungerecht und fair gehandelte Schokolade gibt, wurde aber den meisten Schülern sicherlich erst beim Workshop an ihrer Schule bewusst. Beim Umweltbildungsprogramm der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken in Mitwitz erfuhren sie vieles über Kakaoanbau und Schokoladenherstellung, für Qualität und Fairness stehende Handels-Siegel wie Gepa oder El Fuente, wie auch über fairen Handel allgemein.

Fairer Handel

„Was ist fairer Handel und kann Schokolade auch bitter sein?“ Am Beispiel Schokolade zeigte Christina Zehnter auf, was wir alle für eine gerechtere Welt tun können. „Leider wird die Arbeit für Kakao-Bohnen in den ärmeren Ländern oft nicht ehrlich entlohnt“, verdeutlichte die Referentin, als sie den Viertklässlern anschaulich den Weg von den Kakao-Bohnen bis zur fertigen Tafel Schokolade erläuterte und dabei den Vorteil des fairen Handels – sprich gerechter Lohn für harte Arbeit – näherbrachte. Naschen ist dabei selbstverständlich nach wie vor erlaubt; aber eben mit „geöffneten“ Augen bei der Auswahl. „Wenn die Kinder mit ihren Eltern einkaufen gehen, werden sie sich hoffentlich daran erinnern“, wünschte sie sich. Natürlich wurde auch ausgiebig verschiedene Schokolade getestet und leckere Schokocrossies aus unterschiedlichen Zutaten hergestellt, sodass der Spaß keinesfalls zu kurz kam. Zum Schluss erhielten alle Teilnehmenden ihre Urkunde, die sie als Meister der Schokologie auszeichnet.

Seife aus Kräutern und Blüten

Ein einzigartiger Duft von Kräutern, Pflanzen und Ölen erfüllte derweilen das benachbarte Klassenzimmer; kreierte doch die Parallelklasse eigene Kräuter- und Blütenseifen. Unter Anleitung von Ulrike Kaiser wurden Duftstoffe angemischt – und auch so manche Blüten fanden ihren Weg in die Formen. Kneten, raspeln und Zutaten mischen: Das Herstellen erforderte durchaus Geschick und Gespür für die Werkstoffe aus handgerührter Naturseife, ätherischen Ölen, Blüten und Kräutern. Heraus kamen individuelle Seifen mit ganz eigenen Duftnoten.

Die Klassen 4 a und 4 b durchliefen nacheinander beide Workshops. Bereits am Mittwoch zuvor hatten ihnen Tina Schellhorn sowie abermals Christina Zehnter in zwei Workshops „Früchte aus dem Frankenwald“ nähergebracht bzw. mit ihnen „Aufstriche, Sirup, Balsam und Pesto“ hergestellt.

Ausflüge nach Mitwitz und Hain

Zusammen mit den Klimamachern der Energievision Frankenwald unternahmen sowohl die dritte als auch die vierte Jahrgangsstufe Ausflüge zur Hackschnitzelanlage in Mitwitz sowie zum Windpark Hain, Führungen inklusive. Bei einem Modul über unseren ökologischen Fußabdruck brachten ebenfalls die Klimamacher den dritten Klassen den Zusammenhang von Klima und Mobilität näher. Klassenintern setzten sich die Drittklässler mit der Thematik, wie die Textilindustrie unsere Umwelt schadet, auseinander – insbesondere am Beispiel der „Reise“ einer Jeans: Vom Rohstoff über die Herstellung bis zum Verkauf und schließlich Altkleider. Dabei wurde auch eine begeistert aufgenommene Kleider-Tauschbörse in den Klassenzimmern durchgeführt, wobei jedes Kind maximal fünf Kleidungsstücke mitbringen durfte, die dann untereinander ausgetauscht wurden, inklusive einer anschließenden Exklusiv-Modenschau. Aufgrund des großen Zuspruchs entstand die Idee, diese Tauschbörse auch in der gesamten Schule zu veranstalten.

Müllsammeln rund um Hesselbach

Aber auch die niedrigeren Klassen waren in die Projektwoche eingebunden. So führten die Erst- bzw. Zweitklässler mit ihren Lehrkräften sowie Bufdi Lukas unter anderem eine Müllsammel-Aktion um Hesselbach durch. Auch das richtige Mülltrennen wurde ihnen erläutert. Mit der Stadtoase ging es „ab in die Wildnis“, wobei sie mit Susanne Meier unter anderem Pfannkuchen mit Brennnesseln zubereiteten. Ein echtes Erlebnis war für die Jungen und Mädchen – im Rahmen des Projekts „Landfrauen machen Schule“ – ihr Besuch auf dem Bauernhof der Familie Appel in Effelter. Vor Ort erfuhren sie viel Wissenswertes rund um die Landwirtschaft; angefangen bei den Tieren über Getreide und Milchprodukte bis hin zur Bedeutung des Landwirts.

Selbst geschüttelte Butter

Mit den Verantwortlichen der Offenen Ganztagsschule wurde frisches Brot im schuleigenen Freiluft-Ofen gebacken. Begeistert verspeisten die Kinder ihre Brote mit selbst geschüttelter Butter. Den Sauerteig, stolze sieben Pfund, sponserte die Bäckerei Montag. Eine spannende Autorenlesung rundete die Projektwoche ab, die darauf abzielte, die aktive Auseinandersetzung mit dem Klimaschutz zu fördern sowie die Kinder für einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen der Natur, aber auch Lebensmitteln zu sensibilisieren.

„Wir wollen besser auf unsere Umwelt achten“ – so der abschließende Tenor aller Klassen, die die ganze Woche über sehr aufmerksam und voller Freude bei der Sache waren.

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