Windheim Ein gesundes Pausenbrot für Schüler

Heike Schülein
Das Projekt „Gesunde Ernährung in der Schule“ ermöglicht Schülern der GMS Windheim einen lecker-gesunden Start in den Schultag. Foto: /privat

65 Prozent der Grund- und Mittelschüler in Windheim frühstücken nicht. Ein Wert, der der Schulleitung viel zu hoch ist. Also wurde man tätig – aber nicht nur auf diesem Gebiet.

Windheim - Genüsslich verputzen die Schüler der Grund- und Mittelschule Windheim ihre Äpfel, Birnen und belegten Vollkornsemmeln. Ermöglicht wird ihnen dieser lecker-gesunde Start in den Schultag durch das Projekt „Gesunde Ernährung in der Schule“ – eines von zwei Schwerpunktthemen, für die die Einrichtung jetzt von Kultusminister Michael Piazolo (FW) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) als „gute gesunde Schule Bayern“ ausgezeichnet wurde.

„Das Landesprogramm zielt darauf ab, Schüler, Eltern und Lehrkräfte für diverse Möglichkeiten der Gesundheitsförderung zu sensibilisieren“, erklärt Schulsozialpädagogin Tina Müller, auf deren Initiative hin sich die Schule seit dem Schuljahr 2019/2020 am Schulentwicklungsprogramm beteiligt. Ihr galt dann insbesondere auch der Dank von Schulleiter Bernd Jungkunz. Wie er ausführt, spielte bei der Bedarfsermittlung für „Gesunde Ernährung an der Schule“ eine anonyme Umfrage der Schülerschaft zum Thema Frühstück und Pausenbrot eine zentrale Rolle.

Ausgewogenes Frühstück

Dabei stellte man fest, dass sehr viele Schüler kein Frühstück zu sich nehmen (65 Prozent). 42 Prozent haben zudem kein Pausenbrot dabei. 36 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der Schule nichts essen. „Mit diesem Ausmaß hätten wir nicht gerechnet. Das hat uns doch überrascht“, verdeutlichen der Schulleiter und sein Stellvertreter Michael Zenk. Damit die Schüler nicht hungrig am Unterricht teilnehmen und um ihnen den Zugang zu gesunden Lebensmitteln zu ermöglichen, gibt es seit Oktober 2020 vor Schulstart täglich ein ausgewogenes Frühstücksangebot.

Tina Müller übernimmt die praktische Umsetzung und den Einkauf der Lebensmittel. Neben der Essensversorgung fördere das Frühstück die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Gehirns. Zudem trage es zu einem entspannteren Umgang miteinander bei. Durch das gesunde Essensangebot lernten Schüler, längerfristig gesunde Essgewohnheiten zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wurden auch ungesunde Produkte in den Automaten und im Pausenverkauf der Schule abgeschafft. „Wir hoffen auf eine Initialzündung bei den Schülern, aber auch auf Impulse bei den Eltern“, wünscht sich der Schulleiter.

Einer der wichtigsten Projektpartner ist der BLLV. Dieser sorgt für die Finanzierung sowie die Anleitung zur Umsetzung des Angebotes vor Ort. Die AOK informierte zudem den M-Zug der 8. Klasse tiefer gehend über gesunde Ernährung. Diese Klasse hat ebenso in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Kerrygold“ eine Pausenaktion für die Schulgemeinschaft auf die Beine gestellt. Lehrkräfte besonders aus dem Fachbereich Soziales und Ernährung unterstützen durch ihr Fachwissen und ihre Erfahrung.

Einstiegsdroge Alkohol

Nicht minder wichtig ist die Prävention gegen Alkohol, Rauchen und illegale Drogen. „Durch Gespräche mit Polizei, Kriminalpolizei und Sozialpädagogen stellten wir fest, dass Alkohol und Zigaretten nach wie vor die ,Einstiegsdrogen’ für den späteren Konsum illegaler Substanzen sind. Dabei liegt das Einstiegsalter bei etwa 13 Jahren“, erläutert Tina Müller. Durch Prävention und Gesundheitsförderung möchte man daher bereits ab der fünften Klasse aktiv werden und die Schüler stark machen, um Nein zu sagen. Es gehe darum, zu hinterfragen, ob man wirklich rauchen oder Alkohol trinken möchte. Schüler sollten sich darüber klar werden, dass sie sich damit selbst Schaden zufügen. In Gesprächen mit ihnen erfuhr man beispielsweise von Alkoholkonsum am Wochenende und bei Freizeitveranstaltungen sowie vom Konsum illegaler Drogen im Bekanntenkreis wie auch teilweise von eigenen Erfahrungen. Jüngere Schüler berichteten zudem von älteren Schülern, die rauchten.

Alle Schulkassen der Mittelschule durchlaufen ein speziell abgestimmtes Präventionsprogramm der Schulsozialpädagogin. Die Klasse 7M besuchte zusätzlich eine Klinik und sprach dort mit Personal und Bewohnern über Konsum und Entzug von illegalen Drogen. Die neunte Klasse hatte eine Begegnung mit Alkoholkranken und deren Betreuern vom Haus Fischbachtal. Eine coronabedingt abgesagte Vortragsreihe der Kriminalpolizei Coburg soll nachgeholt werden. Jedes Jahr besucht die siebte Jahrgangsstufe die „Suchtwoche“ – ein Präventivangebot des Landkreises.

 

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