Münchberg - Solidarität und Fairness hatten schon in jungen Jahren einen großen Stellenwert für ihn. "Mir ist es schon immer wichtig gewesen, dass es gerecht zugeht in unserer Gesellschaft", sagt Volker Seidel. Deshalb hat er sich früh als Jugendsekretär in der Gewerkschaft engagiert. Heute steht der aus Münchberg im Landkreis Hof stammende Seidel an der Spitze der IG Metall Ostoberfranken. Erster Bevollmächtigter - das ist kein Wohlfühljob, denn in den Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern geht es oft hart zu. Der 54-Jährige hat damit auch kein Problem: "Wir sind bestimmt keine Weichspüler. Durchsetzungskraft braucht man unbedingt." Zentrale Aufgabe der Gewerkschaft sei es, an der Seite der Arbeitnehmer zu stehen. Diese benötigten eine starke Interessenvertretung, weil sie wirtschaftlich abhängig von ihrem Arbeitgeber seien. Der Überlegenheit der Unternehmerseite könne man am wirkungsvollsten in einer Solidargemeinschaft entgegentreten. Seidel spricht von einer "Gegenmacht". Und er ist überzeugt: "Wir werden Gewerkschaften künftig dringender und noch mehr brauchen als mancher denkt."
Wirtschaft Dampfmacher mit vielen Facetten
Matthias Will 04.09.2019 - 19:18 Uhr