Wirtschaft in Oberfranken Explodierende Energiepreise: Heinz-Glas verschiebt Großinvestition

red
Heinz-Glas ist spezialisiert auf die Herstellung und Veredelung von Glasflakons für die Parfüm- und Kosmetikindustrie Foto: Heinz-Glas

Eigentlich wollte das oberfränkische Unternehmen für mehrere Millionen Euro eine neue Wanne bauen. Doch nun kommt es anders – zumindest vorerst.

Tettau - Das traditionsreiche Familienunternehmen Heinz-Glas mit Sitz in Tettau im Landkreis Kronach zieht Konsequenzen aus den massiv gestiegenen Energiepreisen. Es gibt bekannt, dass der ursprünglich für April dieses Jahres geplante Wannenbau am thüringischen Standort Piesau bis auf Weiteres verschoben wird. Die Energiepreise, die sich derzeit auf einem extrem hohen Niveau befinden, machen die Zurückhaltung trotz voller Auftragsbücher notwendig, wie Heinz-Glas mitteilt.

Die geschäftsführende Gesellschafterin Carletta Heinz erklärt, dass es aus energetischer Sicht absolut sinnvoll sei, eine neue Glaswanne zu errichten und in Betrieb zu nehmen, da sie effizienter und damit nachhaltiger arbeite. Aufgrund der rasant steigenden Energiepreise sei der Wannenbau jedoch ein unternehmerisches Risiko, das Heinz-Glas derzeit nicht eingehen könne.

Es sei besonders ärgerlich, dass „ein gesundes und innovatives Unternehmen, das seit Jahrzehnten als Vorreiter für Nachhaltigkeit in der Branche gilt, in Schwierigkeiten gerät, weil normale Marktmechanismen nicht mehr greifen“, heißt es in einer Mitteilung. Die massiven Preiserhöhungen seien nicht allein durch eine höhere Nachfrage und gestiegene CO2-Preise zu erklären. „Die Geschwindigkeit des Anstiegs und die Preisschwankungen sind nicht mehr zu beherrschen“, so der Wortlaut des Schreibens.

Zudem würde der faire Wettbewerb auf dem Weltmarkt durch die aktuellen Entwicklungen ausgehebelt. In Nord- und Südamerika gebe es keinen vergleichbaren Preisanstieg. In vielen anderen Ländern seien die Energiemärkte stark reguliert, wie zum Beispiel in China.

Für den Wannenbau, der ein klares Bekenntnis zum Standort Piesau darstelle und 300 Arbeitsplätze dauerhaft sichere, seien acht Millionen Euro veranschlagt. Carletta Heinz zufolge würde Heinz-Glas den Betrag gernein die Zukunft des Unternehmens und der Region investieren. Dies setze allerdings tragbare und planbare Energiepreise für die nächsten Jahre voraus.

 

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