Selb (dpa/lby) - Der Porzellan-Hersteller Rosenthal ist neben anderen Firmen der Branche in das Visier des Bundeskartellamts geraten. Am vergangenen Donnerstag seien die Geschäftsräume in Selb vom Bundeskartellamt durchsucht worden, man habe den Beamten volle Unterstützung zugesichert und warte nun die Ergebnisse der Ermittlungen ab, ergänzte Pierluigi Coppo, Geschäftsführer der Rosenthal GmbH. Das Bundeskartellamt hatte am Dienstag erklärt, dass man mit den Ermittlungen dem Verdacht auf «abgestimmte Verhaltensweisen» nachgehe. Es gebe einen Anfangsverdacht für einen Kartellrechtsverstoß.

Der Vorwurf einer abgestimmten Verhaltensweise bedeutet im Kartellrecht nicht unbedingt die Absprache über Preise oder Mengen, sondern kann auch anderes wettbewerbswidriges Verhalten umfassen.

Der Porzellan-Hersteller Rosenthal weist den Verdacht auf illegale Preisabsprachen mit Mitbewerbern zurück. "Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Rosenthal GmbH keine Preisabsprachen mit Mitbewerbern getroffen hat", wird Coppo in einer Mitteilung zitiert. Daher könne man in aller Ruhe die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten. 40 Ermittler und Polizisten hatten bundesweit sechs Hersteller von Haushaltsgeschirr und einen Verband durchsucht. Dazu heißt es wörtlich in dem Schreiben von Rosenthal: "Am Donnerstag, 3. Februar, kam es in den Geschäftsräumen der Rosenthal GmbH in Selb zu einer Durchsuchung durch das Bundeskartellamt. Von Beginn an hat Rosenthal den Beamten vollste Unterstützung bei der Aufklärung der Vorwürfe zugesichert und Zugang zu allen gewünschten Dokumenten gewährt." Rosenthal ist seit August 2009 Teil der italienischen Sambonet Paderno-Gruppe, die hochwertige Designartikel für Tisch und Küche für Privathaushalte und die Hotellerie produziert.

Das Porzellanunternehmen Villeroy & Boch mit Sitz im saarländischen Mettlach stellt in einer Mitteilung klar, dass es von den erwähnten Ermittlungen und Durchsuchungen nicht betroffen gewesen sei. Unsere Zeitung hatte am Mittwoch berichtet, dass auch Villeroy & Boch durchsucht worden war.