Coburg - Beschäftigte großer Unternehmen sind jüngst gefragt worden, ob sie sich vorstellen könnten, einen mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestatteten Roboter zum Chef zu haben. Spinnerei ist das nicht. Der japanische Elektronikkonzern Hitachi hat ein KI-System entwickelt, das menschlichen Mitarbeitern konkrete Arbeitsaufgaben zuweist und damit zum Chef wird. Die Vorteile, die sich die dazu Befragten versprechen: vor allem Fairness, keine Furcht vor Schikane, Gleichbehandlung, objektive Leistungsbeurteilung. Denn die Maschine sehe nicht, welcher Herkunft ein Arbeiter oder Angestellter ist, welche Religion er hat oder welche Ansichten er vertritt. "Maschinen sind emotionsfrei und behandeln, wenn sie entsprechend programmiert wurden, ihre Mitarbeiter fair und gerecht", sagt Eric Hilgendorf, Professor für Strafrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformation an der Universität Würzburg. Er ist Leiter der Forschungsstelle "RobotRecht". "Maschinen haben keine schlechte Laune, die sie an anderen auslassen könnten", bestätigt Hilgendorf Erwartungen, die Arbeitnehmer in der Umfrage geäußert haben. Es spreche deshalb einiges dafür, Roboter als Chefs zu haben.
Wirtschaft Wo Algorithmen an Grenzen stoßen
Wolfgang Braunschmidt 11.04.2017 - 18:24 Uhr