Wohnmobilstellplätze Region auf dem Weg zum Camper-Eldorado

Der Wohnmobilstellplatz in Bad Rodach ist bereits eine Erfolgsgeschichte. Nun soll auch einer in Rödental folgen. Foto: NP-Archiv

Bis Jahresmitte soll in Rödental ein neuer Wohnmobilstellplatz eröffnet werden. Es wäre dann der dritte in der Region.

Rödental - Die Einrichtung eines Areals für Wohnmobile hat der Rödentaler Stadtrat schon vor geraumer Zeit beschlossen. „Wir können mit dem Bau beginnen, sobald es das Wetter erlaubt“, sagt Bürgermeister Marco Steiner. Nahe der Oeslauer Straße, wo ein Weg in die Rosenau führt, sollen 36 Stellplätze mit Strom- und Wasserversorgung entstehen. Die Stadt strebt eine Fertigstellung bis zur Jahresmitte an. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es nach den Worten des Bürgermeisters auch. Freilich bleibe es abzuwarten, wie sich der Tourismus angesichts der Corona-Pandemie in 2021 entwickle.

Das vergangene Jahr habe jedenfalls gezeigt, dass Wohnmobiltourismus der Corona-Krise getrotzt habe, so Steiner. Der ohnehin seit einigen Jahren anhaltende Trend zum Wohnmobil habe 2020 angehalten. Sicher ist sich der Bürgermeister: „Wohnmobilisten werden die ersten sein, die bei einer Entspannung der Coronalage wieder Urlaub machen.“

Bereits im vergangenen Jahr konnten Reisende, die mit ihrer rollenden Ferienwohnung in die Region kamen, ihre Fahrzeuge in Coburg nahe des Frei- und Hallenbads Aquaria sowie in Bad Rodach unweit der Therme parken. Stellplatz Nummer drei soll keine Konkurrenz für die bestehenden sein, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

„Der neue Stellplatz in Rödental ist Teil eines touristischen Gesamtkonzepts“, betont Steiner. Stadt und Landkreis Coburg könnten in diesem Bereich gemeinsam mit ihren Vorzügen werben. Der neue Stellplatz in Oeslau biete beispielsweise eine gute Ausgangslage für einen Besuch der Rosenau. Schloss und Park seien von dort bequem zu Fuß zu erreichen. Dazu kämen vier Gaststätten sowie der Bahnhof in der näheren Umgebung. Es gebe die Anbindung an den Radweg nach Coburg. Und nicht zuletzt könnten Wohnmobilisten die nahen Sportanlagen nutzen, sofern sie nicht für den Vereinssport benötigt werden.

„Die Wohnmobilstellplätze sind ein wichtiger Teil unserer Vermarktungsstrategie“, bekräftigt Jörg Steinhardt, Geschäftsführer der Tourismusregion Coburg.Rennsteig. Die könne nur aufgehen, wenn die Plätze gemeinsam beworben würden. Schließlich wollten die Gäste in der Regel die Region und nicht nur eine Stadt oder Gemeinde kennenlernen. Die drei Stellplätze seien dafür ideale Ausgangspunkte. Wichtig ist aus Steinhardts Sicht in diesem Zusammenhang das Thema Rad.

Wohnmobiltouristen brächten andere Verkehrsmittel mit, um nicht allein von ihrer fahrbaren Unterkunft abhängig zu sein. Im Extremfall seien das sogar Kleinwagen oder Motorräder. Die Regel sei freilich das Fahrrad, mit oder ohne elektrische Unterstützung. Daher gehörten Radwege zum Image einer attraktiven Destination für Wohnmobiltourismus einfach dazu.

Ein nicht unbedeutender Kanal für die Vermarktung dieser individuellen Art des Reisens ist nach Steinhardts Worten die Online-Werbung. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, dem sei das Internet nicht fremd. Es sei einfach praktisch, sich online über eine Region zu informieren und auf dieser Basis Unternehmungen zu planen.

In Sachen Wohnmobiltourismus schlagen zwei Herzen in der Brust von Barbara Glauben-Woy, die im Coburger Raum den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern als stellvertretende Kreisvorsitzende vertritt. Klar sei, dass aus Sicht von Vermietern von Zimmern und Ferienwohnungen das Reisen mit dem Wohnmobil eine mit ihrem Geschäftsmodell konkurrierende Form von Tourismus sei. Gastwirtschaften hingegen könnten durchaus von den Wohnmobilisten profitieren, wenn diese kennenlernen wollten, was in einer Region so auf den Speisekarten steht.

 

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