Wühlkiste und Z.A.K. rentieren sich kaum Mehr Müll in den Haßbergen

Günther Geiling

Das Müll- und Wertstoffaufkommen erhöhte sich 2020/21 im Landkreis Haßberge um neun Prozent. Auch beim Kompostiergut gab es einen Mengenanstieg.

Die Transportkosten aus Anlieferung des Abfalls machen einen großen Teil bei den Kosten aus. Foto: /Günther Geiling

Kreis Haßberge - „Der Abfallwirtschaftsbetrieb Haßberge schloss das Wirtschaftsjahr 2020 mit einer Bilanzsumme von 12 929 Euro und hatte demnach einen Jahresverlust von nur 9083 Euro. Auch das Jahr 2021 hat sich nach Plan entwickelt und wir können derzeit von einer kostendeckenden Gebühr sprechen.“ Diesen positiven Bericht gab Werkleiter Wilfried Neubauer zum Jahresabschluss 2020 und dem Zwischenbericht zum 30. Juni 2021 vor den Mitgliedern des Umwelt- und Werkausschusses.

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Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) ist ein Eigenbetrieb des Landkreises Haßberge, in dem die Städte, Märkte und Gemeinden eingebunden sind, wobei die Gemeinden Aidhausen, Sand am Main, Stettfeld, Untermerzbach und Wonfurt nur Teilaufgaben übertragen haben. In den übrigen 20 Gemeinden hat der AWB die alleinige, abfallwirtschaftliche Zuständigkeit. Für die Sperrmüllentsorgung ist der Landkreis insgesamt zuständig und löst dies mit einem Abrufsystem, während er für die kommunalen Wertstoffhöfe eine Betriebs- und Benutzungsordnung erlassen hat.

Ziel des Eigenbetriebes ist eine umweltgerechte und dennoch kostengengünstige Entsorgung beziehungsweise Verwertung von Abfällen für die Bevölkerung. Daneben soll durch den Betrieb von Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern und an der der Deponie ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz und damit auch zur Energiewende geleistet werden

Das gesamte Müll- und Wertstoffaufkommen erhöhte sich um neun Prozent. Bei den Wertstoffmengen waren, mit Ausnahme beim Altglas, höhere Mengen in allen Bereichen zu verzeichnen, insbesondere bei den DSD-Leichtverpackungen. Auch beim Kompostiergut (Anteil Gemeinden) schlug insgesamt ein Mengenanstieg zu Buche.

In der Gewinn- und Verlustrechnung entfallen bei den Umsatzerlösen von 8,288 Millionen Euro rund 5,1 Millionen Euro auf die Abfallwirtschaft, 869 000 auf den Betrieb gewerblicher Art, 49 000 auf Möbel ZAK, 59 000 Euro auf die Wühlkiste, 59 000 Euro auf Elektroschrott-Recycling, 184 000 Euro auf Einspeisevergütungen aus Fotovoltaikanlagen und 70 000 Euro auf Wertstoffverkäufe. Dazu komme mit 1,3 Millionen Euro die Entnahme aus der Rückstellung für Gebührenüberschüsse.

Als größten Posten im Materialverbrauch nannte Neubauer die Transportkosten mit 1,969 Millionen Euro, die seit der Rückübertragung anfallen. Weitere wesentliche Posten seien der Aufwand Verbrennungsentgelte GKS mit rund 457 800 Euro, die Kompostierung, die 26 Wertstoffhöfe, die Erfassung von Altpapier und die Kosten der Deponie.

Der Werkleiter ging dann auf das Ergebnis der Nachkalkulation der Abfallentsorgungsgebühren ein, bei denen man im Hausmüllgebührenbereich eine Unterdeckung von 1 355 081 Euro hatte. Der Ausgleich sei durch Entnahme aus der Rückstellung der Gebührenüberschüsse der Vorjahre erfolgt. Die Gebührenkalkulation endete zum 31. Dezember 2020, die Gebührenbedarfsberechnung für den nächsten Kalkulationszeitraum wurde bereits vorgenommen.

Eingeführt wurde in diesem Zeitraum auch die Abholung der Wertstoffe im „Kombisystem“, über die gelbe Tonne im Holsystem und auf den Wertstoffhöfen im Bringsystem. Ebenso wurden das Behälter-Identifikationssystem aktiviert sowie Restmüll- und Biomüllbehälter mit einem Transponder ausgerüstet.

Für die „Abfallvermeidungsmaßnahme Möbel-Z.A.K.“ ist auch 2020 wieder ein Fehlbetrag von 121 541 Euro entstanden, insbesondere durch die Position Personalkosten. Da sich der Umwelt- und Werkausschuss dennoch für eine Weiterführung des Projekts ausgesprochen habe, so Neubauer, wurden Maßnahmen ergriffen, um eine Weiterführung des Projektes bis zu einem Minusbetrag von 130 000 Euro zu gewährleisten. So wurden Mitarbeiter des Projekts gemäß Dienstplan in anderen Bereichen der Abfallwirtschaft eingesetzt und aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Betrieb für Möbel Z.A.K auch für mehrere Wochen unterbrochen. In der Hochrechnung für 2021 ergebe sich deswegen ein Fehlbetrag von rund 90 000 Euro.

Ähnlich verhält es sich bei der „Abfallvermeidungsmaßnahme Wühlkiste“, für die 2020 ebenfalls ein Fehlbetrag von 111 100 Euro ausgewiesen ist, aber auch hier der Zuschussbedarf von 130 000 Euro nicht überschritten wurde. Wilfried Neubauer meinte, dass diese beiden Projekte viel Arbeit erforderten, um sie am Laufen zu halten. Zur Abfallvermeidung seien sie geeignet, aber man müsse sich diese leisten wollen und können.

Anschließend gab der Werkleiter des Abfallbetriebes auch den Zwischenbericht zum 30. Juni 2021. Er gibt Auskunft über die Entwicklung des Erfolgsplanes, der im Wirtschaftsplan 2021 einen Jahresverlust von 265 800 Euro vorsieht. Dabei sei, so Neubauer, eine Entnahme aus der Rückstellung Gebührenüberschüsse aus Vorjahren mit 331 628 Euro vorgesehen. Unter Berücksichtigungen der anteiligen Abschreibungen und den Nachbuchungen schließe die Gewinn- und Verlustrechnung aber zum 30. Februar 2021 mit einem Überschuss von 90 000 Euro ab.

Bei den Müllmengen wurden im 1. Halbjahr 2021 an Haus- und Sperrmüll 4737 Tonnen und an sonstigen Abfällen 401 Tonnen angenommen. Mit dem Ergebnis von 5138 Tonnen bedeute dies nahezu eine Punktlandung für den Planwert zum Ende des Jahres mit 10 400 Tonnen.

Dann stand der Wirtschaftsplan 2022 mit seiner Vorbehandlung auf der Tagesordnung, der im Erfolgsplan auf Erträge von 8 968 800 Euro kommt. Dem gegenüber stehen Aufwendungen in Höhe von 8 849 000 Euro. Der Erfolgsplan schließt demnach mit einem Jahresgewinn von 119 800 Euro ab.

Im Vermögensplan stehen Einnahmen und Ausgaben von 3306 300 Euro. Wesentliche Maßnahmen sind dabei der Umbau der Sickerwasserbehandlungsanlage 200 000 Euro, Schmutzwasserentsorgung und Herstellung Leitung zur Kläranlage Wonfurt 120 000 Euro, Herstellung von Flächen für Deponien sowie Ersatzbeschaffung Bagger für Müllumschlag in der Umladestation.

Auf eigenen Grundstücken gehe es auch um die wasserrechtliche Erlaubnis und nördliche Entwässerung des Kreisabfallzentrums mit 1,5 Millionen Euro oder die Herstellung einer Annahmestelle für schadstoffhaltige Abfälle. Auf fremden Grundstücken fielen für die Übernahme von Wertstoffhöfen mit Restbuchwerten von 50 000 Euro an und Zuschüsse für die Grüngutannahmen. Wegen des eingeführten LVP-Holsystems entfallen aber die Erweiterungen von Wertstoffhöfen in Oberaurach, Hofheim und Eltmann.