Wunsiedel - Sie wollten nicht enden, die Hiobsbotschaften in den 1990er-Jahren. Es war das Jahrzehnt, in dem Tausende von Arbeitsplätzen in der Porzellanindustrie in den Landkreisen Wunsiedel und Tirschenreuth ausradiert worden sind. "5000 vernichtete Arbeitsplätze in nur drei Jahren reichen, die jetzt geplante Zerschlagung der Rosenthal-Betriebe in Waldershof und Neusorg ist eine Schande für die verantwortlichen Manager." Für den Kahlschlag machte die damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger bei einer großen Protestkundgebung der IG Chemie-Papier-Keramik in Selb vor allem den einstigen Rosenthal-Vorstandsvorsitzenden Ottmar C. Küsel verantwortlich, dem sie eine "eiskalte, allein auf Gewinnmaximierung orientierte Unternehmenspolitik" vorwarf. Der Protest vom 11. März 1995 sollte ungehört verhallen. Um die 20 000 Arbeitsplätze in 21 Betrieben gingen verloren.