Vertrauensbasis ist wieder da
„Ich bin froh, dass wir inzwischen unsere alte Vertrauensbasis wiedergefunden und gemeinsam einen Weg erarbeitet haben, der dazu dient, dem Betrieb samt allen Mitarbeitern eine gute Zukunft zu ermöglichen“, sagte Ley am Freitag. Seine Tochter pflichtete ihm bei: „Das ist nicht selbstverständlich.“ Zwei Jahre lang dachten sie gemeinsam über viele Lösungen nach und wogen sie ab. Neben einer Stiftung und einem Beirat sei auch das Management-Buy-out-Modell im Gespräch gewesen. (Der Kauf eines Unternehmens durch das eigene Management.) „Auf keinen Fall wollten wir die Farbenwerke nach außen verkaufen. Wichtig war uns, dass der Familienbetrieb erhalten bleibt“, erklärte Nürnberger. Nun freue sie sich, gemeinsam eine Lösung gefunden zu haben, „die gut und natürlich ist“.
Rückkehr in die Firma
Zwar sei sie bereits Gesellschafterin, doch da sich ihre Eltern zurückziehen wollten, werde sie in der Firma künftig präsenter sein und die eine oder andere Aufgabe wieder selbst übernehmen. „Einmal pro Woche arbeite ich in meinem alten Büro, mache einen Rundgang und bin ansprechbar für alle Mitarbeiter.“ Zudem beabsichtigt Nürnberger, sich mit Heinekamp viermal im Jahr mit den Gesellschaftern zu treffen, um sich die Ziele und den Fortgang des Unternehmens anzusehen.
Vater bleibt präsent
Obwohl er seinen Rückzug angekündigt hatte, ließ Wolfram Ley bei der Feier am Freitag keinen Zweifel daran, dass sein Interesse am Firmengeschehen ungebrochen ist. „Ich werde weiter präsent bleiben, soweit ich das für meine Hirnzellen als erhellend erachte.“
Sonnenblumen als Symbol
In den vergangenen Jahren habe sie sehr viel gelernt, sagte seine Tochter am Ende der Feier: „Besonders das: Es ist nötig, selbst etwas für eine gute Entwicklung zu tun.“ Zum Abschluss verteilte Nürnberger dann Sonnenblumen an alle Gäste und Mitarbeiter. „Als Symbol dafür, dass man sich für das helle, das schöne Leben entscheiden kann, das Spaß macht.“
Als Berater unterstützen
Bei maßgeblichen Entscheidungen zu unterstützen, ohne aktiv einzugreifen: So beschreibt der neue Gesellschafter Oliver Heinekamp seine Funktion bei den Farbenwerken, für die er seit vielen Jahren als Steueranwalt und juristischer Berater tätig ist. Heinekamp übernahm diese Aufgabe von Viktor Freiherr von Malchus, seinem Vorgänger in einer Bayreuther Kanzlei. „Seit vielen Jahren habe ich ein enges Vertrauensverhältnis sowohl zu Gisela und Dr. Wolfram Ley als auch zu ihrer Tochter Angelika Nürnberger“, erklärt der 50 Jahre alte Heinekamp. Das Thema sinnvolle Firmen-Nachfolge beschäftige die Unternehmerfamilie Ley seit langem. In die Beratungen sei er involviert gewesen und freue sich, nun selbst ins Boot geholt zu werden. Der Niedersachse Heinkamp aus Uelzen kam zum Studium nach Bayreuth und blieb: Bis heute ist der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in einer Kanzlei in der Wagner-Stadt tätig. Die Funktion des Gesellschafters übernimmt er bei mehreren Firmen.