Trotz der gesellschaftlichen Debatten kommt er alles andere als trocken daher. Das liegt vor allem an den schlagfertigen Wortwechseln, die oft lustig sind - aber nicht nur. Wenn die Freunde sich mit schmerzhaften Wahrheiten und jahrelang unhinterfragten Haltungen konfrontieren, driftet die Stimmung mitunter ins Bedrückende.
"Obwohl viele Gemeinheiten ausgeteilt werden, ist der Film für mich vor allem eine Liebeserklärung an das wertvolle Gut der Freundschaft", sagt Julia Koschitz. Sie selbst habe mit einigen ihrer Freunde auch schon Krisen gehabt, aber nur die wenigsten Freundschaften seien daran zerbrochen. "Im Gegenteil: Viele sind daran gewachsen."
Zu den dargestellten Konflikten zwischen den Generationen sagt Friederike Kempter ("Tatort", "Oh Boy"), sie finde sie nicht überspitzt dargestellt. "Ich erlebe aber die gegensätzlichen Haltungen auch innerhalb der Generationen." Es sei wichtig, im Gespräch zu bleiben, mit den Menschen, die anderer Meinung seien, auch wenn das "manchmal mühsam und anstrengend" sei. "Das können durchaus auch die eigenen Freunde sein."
Kempter spielt die nervige Paula, die durch ein Erbe reich geworden ist, die zu Wutanfällen neigt und denkt, immer alles richtigzumachen. Maximilian Brückner ("Kommissar Rex") verkörpert ihren unterwürfigen Ehemann, der es ständig allen recht machen will.
Auf die Frage, wie er Freundschaften aufrechterhält, sagt der 47-jährige Brückner, eine lange, gute Freundschaft brauche auch "harte Auseinandersetzungen". "Man lernt voneinander, hört einander zu und setzt sich ehrlich miteinander auseinander." Vor allem sollte man sich nichts schönreden. "Nichts ist schlimmer, als sich die Realität so hinzubiegen, wie man sie gerne hätte, anstatt sie so zu sehen, wie sie ist."