Zeit bis zum Steuerbescheid Auswertung: Bayerns Finanzämter im Mittelfeld

Sarah Jakob
Wer seine Steuererklärung abgibt, der möchte schnell sein Geld zurück. Foto: imago images/Mi/S

Wie lange Steuerzahler nach der Abgabe ihrer Steuererklärung auf den Bescheid warten, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Der Freistaat schafft es nur ins Mittelfeld.

Die meisten Finanzämter in Deutschland haben trotz den Auswirkungen der Coronapandemie schneller gearbeitet als im Vorjahr. Das ergab eine Untersuchung des Steuerzahlerbundes (BdSt), der die Bearbeitungszeit der Ausstellung des Steuerbescheids in den verschiedenen Bundesländern ausgewertet hat.

Das Ergebnis zeigt: Wie schnell man Geld vom Fiskus zurückgezahlt bekommt, ist von Land zu Land unterschiedlich. So dürfen die Menschen in Berlin schon nach durchschnittlich 33 Tagen, vier weniger als 2020, mit dem Steuerbescheid rechnen. Ebenfalls fix sind die Behörden in Hamburg mit im Schnitt 35 Tagen Bearbeitungszeit. Auf dem dritten Platz folgt das Saarland (38 Tage).

Bayern schafft es mit glatten 40 Tagen in der Auswertung noch ins obere Mittelfeld, kann seine Daten vom Vorjahr aber nur um einen Tag weniger verbessern. Ganz im Gegensatz zu Thüringen. Hier gab es besonderes Lob vom Steuerzahlerbund: Die Finanzbeamten katapultieren ihr Bundesland vom letzten Platz im vergangenen Jahr (62 Tage) auf den nunmehr neunten Rang (42 Tage).

Das diesjährige Schlusslicht ist Brandenburg mit rund 48 Tagen, das macht eine Woche mehr als beim vorigen Mal.

Die Auswertung bezieht sich dem BdSt zufolge auf das Veranlagungsjahr 2020. Das schließe alle Steuererklärungen ein, die bis Ende 2021 bei den Finanzämtern bearbeitet wurden.

Der Steuerzahlerbund kritisiert nach Veröffentlichung der Studie die großen Unterschiede. „Es darf nicht vom Wohnort abhängen, wann Bürger und Betriebe ihren Steuerbescheid erhalten und möglicherweise sogar Geld zurückbekommen“, sagt die Steuerabteilungsleiterin des BdSt, Daniela Karbe-Geßler gegenüber „t-online.de“.

Welche Gründe für die unterschiedlichen Bearbeitungszeiten sorgen und wie sich die oberfränkischen Behörden geschlagen haben, fragte unsere Zeitung die Verantwortlichen vom bayerischen Landesamt für Steuern. „Abweichungen einzelner Ämter von den landesweiten Durchschnittswerten können unterschiedliche Gründe haben, wie etwa eine akute Häufung von Aufgaben, Verlagerung von Zuständigkeiten und Umorganisationen oder temporäre Sonderaufgaben“, heißt es aus der zugehörigen Medienstelle. Das Landesamt veröffentlicht keine Daten einzelner Finanzämter.

Klar ist aber: Das Tempo der bayerischen Behörden wird nicht schneller. Auch bei der Bearbeitung der Einkommensteuererklärungen des Veranlagungszeitraums 2021 müssen die Steuerzahler im laufenden Jahr nach Angaben des Landesamtes wiederum 40 Tage warten.

 

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