Der Gesetzentwurf beinhaltet auch eine Änderung des Mutterschutzgesetzes: Damit werde "präziserer und zugleich differenzierterer Schutz geschaffen, um die berufliche Teilhabe von schwangeren und stillenden Frauen zu fördern", heißt es aus Priens Ministerium.
Wie wird sich das auswirken?
Der Deutsche Frauenrat sieht Kürzungen im Etat des Familienministeriums grundsätzlich kritisch. Dieser werde im kommenden Jahr um acht Prozent schrumpfen, bis 2029 sogar um bis zu ein Fünftel, warnt die Vorsitzende Beate von Miquel. Und gespart werde ausgerechnet bei der beliebtesten familienpolitischen Leistung, dem Elterngeld. "Mütter werden diese Kürzungen zulasten der eigenen Berufstätigkeit kompensieren."
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund monierte: "Ein verbindlicher Elterngeldmonat mehr für Väter - das war's aber auch schon mit den positiven Nachrichten zu den Elterngeldplänen der Bundesregierung. Denn der Rest ist gleichstellungspolitisch ein Rückschritt." Nötig wären zudem mehr finanzielle Anreize, meint der DGB.
Was wünschen sich Eltern eigentlich?
In einer 2025 veröffentlichten Umfrage für die Bertelsmann-Stiftung unter 2.500 Menschen sagten 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer, sie hätten beim Elterngeld eigentlich gerne ein "egalitäres Modell": Jedes Elternteil solle sieben Monate Elternzeit nehmen - bezogen auf die bisher gültige Gesamtdauer von 14 Monaten Elterngeld. Eine solche Aufteilung war wohl im Familienministerium auch einmal im Gespräch, wurde aber dann doch nicht weiter verfolgt. In der Umfrage unterstützten 39 Prozent die bisher übliche Aufteilung der Betreuungszeit von zwölf Monaten für die Mutter und zwei Monaten für den Vater.
Die Autoren der Bertelsmann-Studie kamen zu dem Schluss, dass mehr Vätermonate auch volkswirtschaftlich Sinn ergäben. Demnach wäre zu erwarten, dass Frauen schneller in den Job zurückkehren, was den Fachkräftemangel mindern könnte. Die Eltern wurden auch befragt, was ihnen sonst noch in der Kinderphase helfen würde. Die häufigste Antwort: "Weniger Behördenkram und eine leichtere Antragstellung". Das sagten 44 Prozent.