Wahlergebnis für die AfD besorgt ihn
Er fühle sich in Deutschland frei, ungezwungen und auch sicher, erzählt Weintraub. Die politischen Entwicklungen aber, das Wahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt, sind für ihn nach eigenen Worten unfassbar. Er spricht sich für ein Verbot der Partei aus. Er nennt sie die "(keine) AfD", wie er erzählt, für ihn sei sie keine Alternative für Deutschland.
Für ihren Film "L'dor Vador" begleiteten die Brüder Dean und David Körzdörfer Weintraub zurück an Orte seiner Vergangenheit, sie zeigen auch historische Aufnahmen und sprechen mit Weintraubs Kindern. Ihr Film wird zum Jahrestag des Terroranschlags der Hamas auf Israel gezeigt. Weintraub war damals selbst in Israel. Er habe sich wieder in den Krieg zurückversetzt gefühlt, erzählt er.
Der Film erzählt nicht nur von Weintraubs Geschichte, sondern setzt sich auch mit den intergenerationalen Folgen des Holocausts auseinander und wirft die Frage auf, wie die Geschichten in Zukunft weitergegeben werden können, wenn die letzten Zeitzeugen irgendwann nicht mehr da sind.
Weintraub, mit Fliege und Jackett, berichtet auch mit 100 Jahren noch von seiner Geschichte. Körperlich sei der Verschleiß zwar deutlich zu merken, scherzt er. Aber er tröste sich, dass "Lamborghini, Jaguar, Rolls-Royce" in seinem Alter bei täglicher Anwendung in einem schlimmeren Zustand wären. Nach dem Interview in einem Berliner Hotel geht es für ihn kurz auf sein Zimmer. Ihm bleiben 15 Minuten. Dann muss er los zum nächsten Termin.