Zirkus Henry „Manege frei, das Spiel beginnt“

Wolfgang Desombre

Der Familienzirkus Henry ist zurück auf Tour: Am Samstag empfing er nun in Rödental die ersten Gäste – und bewies, dass seine Protagonisten nichts verlernt haben.

Darauf hatten Zirkusfreunde lange gewartet: Nach Gastspielen des Familienzirkus Henry in Lichtenfels und Sonneberg gastiert er seit Freitag nun in Rödental. Spaß, Zauber und Spitzenakrobatik in der Manege erlebten bei der Premiere am Freitag vor allem viele Familien aus nah und fern: „Werden Sie Clown, werden Sie Kind – Manege frei, das Spiel beginnt.“

Mit einem beeindruckenden Programm begeisterte die Zirkusfamilie Frank am Samstag die ersten Gäste in Rödental. Die lange, unfreiwillige Corona-Pause, die sie in Dörfles-Esbach verbringen mussten, liegt noch nicht lange zurück. Nun jedoch ist der größte Mittelzirkus Deutschlands wieder auf Tournee und hat sein nächstes Ziel, die Bierstadt Kulmbach, bereits auserkoren.

Unvergessliche Stunden

Robin Frank schlüpfte in Rödental in die Rolle des Clowns Beppo und eröffnete auf lustige Art das kurzweilige Programm. Die große Besucherschar war von Anbeginn an begeistert und belohnte die Artisten mit reichlich Beifall. Spaß und Spannung war den Premierenbesuchern versprochen und dies wurde auch in allen Programmpunkten mehr als eingehalten. „Spitzenklasse im Zauber der Manege“ war Garantie für unvergessliche Stunden.

Am Trapez, hoch oben unter der Kuppel des Vier-Mast-Zeltes, zeigte Jessica tollkühne Leistungen und bei so mancher artistischen Einlage hielt das Publikum den Atem an. Konzentriert zeigte Jessica am Trapez eine beeindruckende Nummer. Mit Eleganz und Anmut in halsbrecherischer Höhe begeisterte die Artistin mit riskanter Luftakrobatik unter der Zirkuskuppel. Auch der Nachwuchs der Zirkusfamilie Frank trug seinen Part zum Gelingen einer grandiosen Vorführung bei. Selbstbewusst meisterte die Zirkusprinzessin Thalia die Hula-Hoop-Darbietung. Mehr als 30 Reifen setzte sie mit ihrer Hüfte gekonnt in Schwingung.

Im Takt der Musik

Mongolische Steppenkamele oder auch Trampeltiere genannt sausten nur so im Rund der Manege umher und machten dabei erst deutlich, wie mächtig diese Tiere sind. Sie gehorchten Werner Georg Frank auf Zeichen und bewiesen, dass sie in der langen Pause nichts von dem, was sie gelernt, vergessen haben. Im Takt der Musik zeigte der schwarze Friese „Athos“ mit seiner prächtigen Mähne die hohe Schule der Pferdedressur. Wohl einmalig: mit den Vorderpfoten auf einem Podest reckte er den Kopf zwischen den Beinen hindurch bis auf den Boden.

Auf dem Weg nach Amerika machte sich dann ein Cowboy namens Robin Frank. Zwischen ihm und seinem Pferd Lucky Luke besteht eine ganz besondere Freundschaft und Liebe. Dies wurde bei der wohl einmaligen Darbietung für alle Besucher deutlich.

Clown Beppo und die Waschmaschinen-Nummer

Mensch oder Schlange? Diese Frage dürfte sich der eine oder andere Zuseher daraufhin sicherlich gestellt haben. Die fast unglaubliche Biegsamkeit der kleinen Artistin Alicia steht in bester Tradition chinesischer Spitzenakrobatik. Vier amerikanische Pintos, die klassischen Cowboy-Pferde der Prärien, präsentiert von Georg Werner Frank, bewiesen, was sie in der Vergangenheit gelernt haben. In Erstaunen versetzte Clown Beppo anschließend vor allem die kleinen Gäste mit der „Waschmaschinen-Nummer“. In nur drei Sekunden kann sie waschen, trocknen, bügeln und die Wäsche schrankfertig verpacken, versprach Beppo. Aber schließlich kam alles anders. Aus dem großen Clown Beppo wurde ein „durch die Wäsche eingegangener“ Miniclown, in Person des erst vierjährigen Nachwuchsartisten Jungeli.

Spanisches Temperament versprühte in der Folge Jessica auf dem Drahtseil. Auf dem dünnen Stahlseil mit eleganten Bewegungen über das Seil zu balancieren, kann nur mit jahrelangem Training funktionieren. Sprünge über lodernde Fackeln gehörten sicher zum Höhepunkt dieser erstklassigen artistischen Darbietung. Beim „Kampf“ mit dem drehenden Porzellan zeigte daraufhin Robin wirkliches Geschick. Die „tanzenden Teller“ werden die Besucher so schnell nicht vergessen. An einem Netz wirbelte abschließend die Artistin Alicia durch die Lüfte bis ganz nach oben unters Dach des Zirkuszeltes. Mindestens an einer Stelle stockte dabei den zahlreichen Besuchern schier der Atem.

Bis zum Sonntag, 10. April, lädt der Zirkus Henry noch zu seinen Vorstellungen ein. Dienstag ist in der Manege Ruhetag.

 

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