Zoff in Weißenbrunn Herrmann und Wagner kontern

Äußerungen des Weißenbrunner Rathauschefs in der Sitzung des Gemeinderats schlagen hohe Wellen. Der Altbürgermeister findet deutliche Worte.

Markus Wagner, Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe FW/SPD (links) und Altbürgermeister Egon Herrmann (SPD, rechts) geben Neubauers Äußerung Paroli. Foto: Rainer Glissnik

Zu den Äußerungen des Weißenbrunner Bürgermeisters Jörg Neubauer (parteilos), die im Rahmen des Berichts über die Gemeinderatssitzung erschienen sind („Im Sommer 2026 soll der erste Riese stehen“), melden sich nun Altbürgermeister Egon Herrmann (SPD) sowie Markus Wagner, Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe FW/SPD, zu Wort.

Nach der Werbung weiterlesen

Behauptungen „unzutreffend“

Im oben genannten Artikel wird der Bürgermeister Neubauer aus der Weihnachtssitzung des Gemeinderats mit den Worten zitiert: „Das Wohl unserer Gemeinde darf niemals durch persönliche Differenzen oder Wahlkampfinteressen in den Hintergrund geraten.“ Bereits mehrmals hätten ihn Gemeindebürger darauf angesprochen, dass politische Mitbewerber und der Altbürgermeister üble Nachrede gegenüber ihn betrieben, darunter auch Unwahrheiten über laufende Maßnahmen. Hier prüfe er rechtliche Schritte.

Wie nun Herrmann und Wagner in einer Stellungnahme betonen, seien diese Behauptungen nicht zutreffend. „Dies wird ausdrücklich bestritten“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. Wie Herrmann weiter betont, fehlten zudem konkrete Aussagen, wer diese Gemeindebürger seien, bei welcher Gelegenheit dies geschehen sein soll oder in welcher Weise und mit welchen Worten üble Nachrede betrieben worden sein soll. „Die Aussage, dass hier rechtliche Schritte gegen Mitbewerber (plural! – also beide Mitbewerber) geprüft würden, könnte die Frage aufwerfen, ob die politischen Gegenseiten, die naturgemäß meist anderer politischer Auffassung als der Amtsinhaber sind, nicht auf diesem Weg mundtot gemacht werden sollen“, heißt es in dem Schreiben an die Redaktion weiter.

Ein „ungeschriebenes Gesetz“

Wie Herrmann und Wagner betonen, sei es bis jetzt immer ungeschriebenes Gesetz und Übung gewesen, in der Weihnachtssitzung des Gemeinderats keine politischen Aussagen zu treffen. „Die Aussage des Ersten Bürgermeisters, für Gespräche und Kritik sei er immer offen, funktioniert in meinem Falle als Altbürgermeister leider nicht. Ich habe meine Meinung, die immer das Wohle der Gesamtgemeinde im Sinn hatte und die in der Vergangenheit teilweise vom Ersten Bürgermeister ausdrücklich eingefordert wurde, immer offen und diskussionsbereit kommuniziert“, so Herrmann. Leider werde er anschließend als Intrigant oder als ein Mensch, der üble Nachrede im Sinn habe, hingestellt. „Sinnvoller wäre es stattdessen, sich Gesprächen und sachlicher bzw. inhaltlicher Kritik zu stellen, statt von übler Nachrede und Unwahrheiten zu sprechen. Üble Nachrede ist die Behauptung einer Tatsache, die nicht erweislich wahr ist und die geeignet ist, den anderen verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen“, so der Altbürgermeister.