Zukunftsbahnhof Coburger Schmuckstück

Wolfgang Braunschmidt

Fünf Millionen Euro haben Bahn AG, Freistaat Bayern, Bund und Stadt in die Sanierung des Bahnhofs investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Coburg - Blut, Schweiß und Tränen habe es gekostet, den Bahnhof wieder zu dem werden zu lassen, was er schon zu Zeiten der Herzöge war: ein Schmuckstück in der Vestestadt, „Coburgs Tor zur Welt und zugleich das Tor der Welt zu Coburg“. Das sagte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig beim Pressegespräch am Donnerstagnachmittag zum Stand der Modernisierung des „Zukunftsbahnhofs“. Er ist einer von insgesamt 16 in ganz Deutschland, die diese Bezeichnung tragen dürfen und steht kurz vor dem Abschluss der Sanierung und Erneuerung.

Nach der Werbung weiterlesen

Allerdings war es ein langer Weg dahin, wie OB Sauerteig und Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach übereinstimmend betonten. Der Parlamentarier erinnerte im Beisein von Oberbürgermeister a. D. Norbert Tessmer und 3. Bürgermeister Thomas Nowak daran, welcher Überzeugungsarbeit es bedurft hatte, um den heruntergekommenen Coburger Bahnhof in das Modernisierungsprogramm der Bahn AG hineinzubekommen. Und das, obwohl Coburg mittlerweile Haltepunkt an der ICE-Neubaustrecke Berlin-München ist.

Doch auch die stand auf der Kippe, wie Hans Michelbach anmerkte. 1999 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Franz Müntefering einen Baustopp für die Bahnstrecke, ein Verkehrsprojekt „Deutsche Einheit“, verfügt. Beinahe wäre also nichts daraus geworden, mit dem ICE von Coburg in einer Stunde nach Nürnberg, in gut zwei Stunden nach München oder Berlin zu fahren. Nachdem die Bundesregierung jedoch überzeugt werden konnte, das Milliarden-Projekt doch fertig zu stellen, kann die Vestestadt heute vom Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn profitieren. Mit den kurzen Fahrzeiten in Metropolen werde, so Dominik Sauerteig, „unsere lebenswerte Stadt zur echten Alternative für Pendler, die die hohen Wohnpreise in den Ballungszentren nicht zahlen wollen“. Er danke Bahn, Bund und Freistaat zudem für die jetzt zum Großteil abgeschlossene Sanierung und Modernisierung des Bahnhofs, „die Coburg insgesamt aufwertet“. Besucher und Pendler würden nun schon im Bahnhof einen ersten repräsentativen Eindruck „auf unsere schöne Stadt“ erhalten.

Die Eingangshalle ist auch nach Entwürfen von Mitgliedern des Coburger Designforums Oberfranken (CDO) gestaltet worden, erläuterte Andreas Rudolf, Leiter des Regionalbereichs Süd der DB Station & Service AG. Frühere Schaufenster wurden zu Sitznischen umgestaltet, „die ein entspanntes Warten auf den nächsten Zug ermöglichen“. In der Mitte der Halle entstanden Sitzinseln, die mit ihren Leuchtbäumen für eine angenehme Atmosphäre sorgen und die Akustik aufgrund der hohen Decken verbessern. Eine Besonderheit ist die Hallenmitte: Das historische Schachbrettmuster mit Blindenleitsystem unterstreiche die Form des Gebäudes, so Rudolf. Zu den Gleisen kann man über Treppen und Lifte gelangen. Zudem wurde ein Durchgang zwischen Parkplatz und Bahnhof angelegt. Noch folgen wird die Erneuerung der Gebäudefassade.

Insgesamt investieren der Bund, das Land Bayern, die Bahn AG und die Stadt Coburg rund 5,1 Millionen Euro in die Neugestaltung des Bahnhofs Coburg. Er ist neben Freising einer der beiden bayerischen „Zukunftsbahnhöfe“.