Der Mond sei dabei kein bloßer Zwischenstopp auf dem Weg zum Mars, meint Gerst. "Unser kosmischer Begleiter ist ein eigenständiges Ziel. Dort können wir zum Beispiel erforschen, wie wir die Menschheit vor katastrophalen Meteoriteneinschlägen oder Sonnenstürmen schützen können. Dieses Wissen wird womöglich einmal überlebenswichtig für die Menschheit sein."
Staub, Eis - und ein großes Versprechen
Zugleich sei die Reise zum Erdtrabanten Vorbereitung für den nächsten Schritt. "Wir müssen die Technologien für den Mars erst auf dem Mond testen." Direkt zum Roten Planeten zu fliegen, hält Gerst derzeit für unrealistisch. "Die Risiken sind momentan nicht quantifizierbar." Lebenserhaltung, Reparaturen im All – das müsse erprobt werden. "Das eine baut auf dem anderen auf."
Gerst verbindet mit "Artemis 2" auch eine persönliche Geschichte. Mit Crew-Commander Reid Wiseman flog er 2014 zur ISS. Rund 400 Kilometer über der Erde rasierte er seinem US-Kollegen als Folge einer Wette eine Glatze. Die Bilder vom Außenposten der Menschheit gingen um die Welt. Bald soll Wiseman - längst wieder im Vollbesitz seiner Haare - um den Mond fliegen. "Ich freue mich riesig für ihn", sagt Gerst. "Er ist ein exzellenter Commander und hat sich das absolut verdient."