Zwei Konzepte liegen vor „COltur“ hat Vorrang

Bettina Knauth

Stadt und Landkreis wollen ihre Künstler unterstützen. Zwei Online-Plattformen stehen dafür zur Auswahl. Eine davon läuft bereits erfolgreich und soll nun ausgebaut werden.

Marcus Geuß, bekannt aus der Zauberwelt, hat zusammen mit dem Förderverein für Kleinkunst und Varieté im Raum Coburg eines der beiden Konzepte erstellt. Foto: NP Archiv

Coburg - Die Corona-Pandemie hat die Kulturschaffenden arg gebeutelt. Auch in der Region. Stadt und Landkreis Coburg würden ihnen daher gerne unter die Arme greifen. Doch über welche Online-Plattform soll das geschehen? Und wie kann sich die hiesige Kulturlandschaft am besten präsentieren? Darüber debattierte der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport des Landkreises auf seiner Sitzung am Dienstag im Coburger Landratsamt.

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Zwei Konzepte liegen vor: „COltur“ und „Coburg Deine Künstler“. Ersteres wurde von der Stadt bereits teilweise umgesetzt. Hinter dem zweiten verbirgt sich der Entwurf einer Website, erstellt von Marcus Geuß und dem Förderverein für Kleinkunst und Varieté im Raum Coburg. „Beide Konzepte sind onlinegestützt und bieten den Künstlern eine kostenfreie Möglichkeit zur Bewerbung ihrer Seiten“, erläuterte Fachbereichsleiterin Brigitte Keyser. Interessierten Firmen und Privatpersonen ermöglichen beide eine leichte Kontaktaufnahme.

Anders als bei „COltur“ können sich beim zweiten Konzept, das sie als „noch nicht sehr ausgereift“ bezeichnete, auch Veranstaltungsräume, Events, Vereine und Initiativen sowie Firmen präsentieren sowie Buchungen vorgenommen werden. „Kosten und Finanzierung sind noch nicht geklärt“, so Keyser weiter, mit dem Aufbau der Seite wäre ein professionelles Unternehmen zu beauftragen, was zu Kosten in fünfstelliger Höhe führen könne. Zur Umsetzung seien 2 bis 2,5 Stellen erforderlich. Deshalb gelte es grundsätzlich den Bedarf zu klären. Für „COltur“ entstünden dem Landkreis Kosten in Höhe von rund 1550 Euro, 750 Euro für die Einrichtung des Accounts und 800 Euro für Öffentlichkeitsarbeit. Die Arbeit könne eine Mitarbeiterin im Bereich Kultur übernehmen.

„COltur funktioniert sehr gut!“, warb Michael Selzer vom Coburger Stadtmarketing für die bereits bestehende Plattform. 40 Videos seien schon erstellt, weitere möglich. Links führen zum Internetauftritt der Kulturschaffenden, für ihre Einträge seien diese selber verantwortlich. Die Aktualität der Beiträge wird regelmäßig überprüft. Service- und Buchungsfunktionen sowie Eventdarstellungen sind bei dem gemeinsamen Netz-Auftritt freischaffender Künstler aus der Region nicht vorgesehen und aus seiner Sicht nicht nötig. „Die meisten Bands veranstalten keine Konzerte, sondern werden gebucht“, so Selzer, „das Geld können wir uns wirklich sparen“. Buchungen und deren Abwicklung inklusive Kartenrücknahme schloss Keyser für den Landkreis kategorisch aus. Betriebe sollten nicht über die Plattform „subventioniert“ werden, meinte Martin Stingl (SPD).

Andere Segmente aus „Coburg Deine Künstler“ ließen sich für ihn eventuell in „COltur“ integrieren. Deshalb lautete der einstimmige Beschluss am Ende, dass zur Unterstützung der Kulturszene in der Region gemeinsam mit der Stadt Coburg eine Kulturplattform nach dem Konzept „COltur“ im Netz nicht nur aufgebaut, sondern auch fortgeschrieben werden soll.