Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Kartoffeln sind derzeit teuer und makelhaft

Schönheitsfehler und gleichzeitig höhere Preise: Nun bekommen auch die Verbraucher die Folgen der Dürre für den Kartoffelmarkt zu spüren. Leere Regale muss jedoch niemand befürchten.



Kartoffelernte
Die Kartoffelpreise um mehr als die Hälfte gestiegen. Auch müssen Verbraucher mit mehr makelhaften Knollen rechnen.   Foto: Uwe Anspach

Nach massiven Ernteeinbußen wegen der Dürre sind die Kartoffelpreise für Verbraucher um mehr als die Hälfte gestiegen. Derzeit müsse der Kunde im Supermarkt für Kartoffeln in Kleinverpackungen rund 84 Cent pro Kilogramm zahlen, während der Kilo-Preis vor einem Jahr bei 55 Cent gelegen habe.

Zu weiteren Preissteigerungen könne es im Frühjahr kommen. Dies berichtete Christoph Hambloch, Analyst des Agrarmarkt-Informationsdienstes (AMI) in Bonn.

Für den Verbraucher direkt spürbar ist der Engpass etwa bei der Pommes-Produktion. «Man wird sehen, dass die Pommes kleiner sind», sagte er. Verarbeitet würden auch andere Kartoffelsorten. «Ob man das schmeckt, weiß man nicht», so Karos. Grundsätzlich seien aber auch die Hersteller von Chips, Kartoffelklößen oder anderen Produkten von dem Problem betroffen. Der Verband bezifferte die Mindererträge auf durchschnittlich 25 bis 30 Prozent. Mögliche weitere Ausfälle durch Qualitätsprobleme wie Glasigkeit und Auskeimen seien dabei noch nicht berücksichtigt.

Auch Verbraucher müssten sich nach Einschätzung von Hambloch auf ein größeres Angebot von optisch nicht ganz einwandfreien Kartoffeln einstellen, die in Jahren mit besserer Ernte von den Betrieben aussortiert worden wären. Angesichts der aktuellen Knappheit fänden sich derzeit mehr Knollen mit dunklen Flecken oder Schorfpusteln in den Supermarktregalen. Dabei handele es sich jedoch ausschließlich um rein optische Mängel, die keinen Einfluss auf den Verzehr der Kartoffeln hätten, erklärte Hambloch.

Die kartoffelverarbeitende Industrie beklagte eine Kartoffelernte, die mit rund 8,7 Millionen Tonnen einen «historischen Tiefstand» erreicht habe. Die Versorgung der Unternehmen sei derzeit «nicht klar vorhersehbar», sagte der Sprecher des Bundesverbands der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) , Horst-Peter Karos.

Trotz eines Ernterückgangs bei Speisekartoffeln in Deutschland um 1,5 bis 2,0 Millionen Tonnen in diesem Jahr seien keine Versorgungsengpässe zu befürchten. Insgesamt sei die Ernte um etwa 3 Millionen Tonnen geringer ausgefallen.

Nach dem guten Jahr 2017 könnten viele Betriebe jedoch noch auf Überschüsse zurückgreifen. Hinzu kämen verringerte Kartoffelexporte und verstärkte Importe, die vor allem bei Frühkartoffeln im kommenden Jahr zu erwarten seien.

Für das kommende Jahr rechnen die Experten mit weiteren Problemen durch eine Verknappung der Saatkartoffeln als Folge der schlechten Ernte 2018. Besonders für Frühkartoffeln werde das Saatgut nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, so der BOGK.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 11. 2018
13:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Dürren Schönheitsfehler Verbraucherinnen und Verbraucher
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Weißkohl im Handel

05.10.2018

Kohlernte fällt in diesem Jahr schlecht aus

Ob rot, weiß oder grün: Landwirte und Gemüseverarbeiter bangen wegen der Dürre um die Kohlernte. Am Ende könnten die Verbraucher vor leeren Supermarktregalen stehen, fürchtet die Branche. » mehr

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

14.10.2019

Der mühsame Kampf gegen die Verpackungsflut

Immer mehr Verbrauchern sind aufwendige Plastikverpackungen ein Ärgernis. Der Handel reagiert und verkauft inzwischen etwa Toastbrote ohne Plastikhüllen oder Schlangengurken ohne Schrumpffolien. Verbraucherschützern ist ... » mehr

Nudeln im Kochtopf

08.10.2019

Mit etwas Kochwasser kleben Nudeln nicht zusammen

Pasta kochen klingt kinderleicht - sie perfekt hinzubekommen, ist aber gar nicht so einfach. Schließlich müssen die Nudeln al dente sein und dürfen nicht verkleben. Hier hilft ein kleiner Trick. » mehr

Nutri-Score

13.09.2019

Wie wird das Nährwert-Logo Nutri-Score angenommen?

Eine Skala von grün bis rot, die zeigt, wie viel Fett und Zucker in Lebensmitteln steckt - das ist das Prinzip des Nutri-Scores. Aber wie kommt das Logo bei Verbrauchern an? » mehr

Rückrufaktion

11.09.2019

Dr. Oetker warnt vor Verzehr von Thunfisch-Pizza

Dr. Oetker ruft Tiefkühlpizza «Die Ofenfrische - Thunfisch» der zurück. Es befinden sich möglicherweise weiße Plastikteilchen im Belag. Verkauft wurde die Pizza in diversen Discountern in Norddeutschland. » mehr

Printen

04.09.2019

Die Deutschen naschen am liebsten Lebkuchen

Es schmeckt nach Zimt und Sternanis, ein Hauch von Kardamom und Nelke ist auch gern dabei, oft umspielt von einer Schokoladenglasur. Der weihnachtliche Geschmack von Lebkuchen gefällt den Deutschen Verbrauchern anscheine... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 11. 2018
13:32 Uhr



^