Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Mineralwasser: Auf die Inhaltsstoffe kommt es an

In jedem Mineralwasser sind unterschiedlich viele Mineralstoffe. Das richtige Wasser könne einem Mineralstoffmangel entgegenwirken, sagen Experten. Doch: Wer sollte welches Wasser trinken?



Wasserflaschen
Viel Magnesium oder wenig? Jedes Mineralwasser hat seine eigene Zusammensetzung an Mineralstoffen. Foto: Silke Heyer/dpa-tmn  

Kalzium, Natrium, Magnesium: Im Mineralwasser stecken viele Mineralstoffe. Jedes hat dabei seine eigene Zusammensetzung. Sie sorgt nicht nur für den Geschmack, sondern kann auch mögliche Mängel in der Ernährung ausgleichen.

«Man kann mit dem richtigen Mineralwasser auch der Gesundheit etwas Gutes tun», sagt Wassersommelier Peter Schropp von der Doemens Akademie in Gräfelfing bei München. Feste Lebensmittel sind die mit Abstand wichtigste Mineralstoffquelle für den Menschen. Ein Mineralwasser mit hohem Mineralstoffgehalt kann aber eine gute Ergänzung sein, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch welcher Mineralstoff ist für wen besonders wichtig?

Kalzium: «Wer auf Milchprodukte verzichtet, verliert eigentlich den wichtigsten Lieferanten für Kalzium», sagt Wassersommelier Schropp. Speziell Veganer und laktoseintolerante Menschen könnten daher von kalziumhaltigem Mineralwasser (ab 150 Milligramm pro Liter) profitieren, ergänzt die DGE. Kalzium ist außerdem für Frauen ein sehr wichtiger Mineralstoff: Nach Angaben des Verbands  Deutsche Heilbrunnen gibt es während der Schwangerschaft, in der Stillzeit sowie in und nach den Wechseljahren einen erhöhten Bedarf. Ein gesunder Erwachsener sollte täglich mindestens 1000 Milligramm Kalzium aufnehmen, Jugendliche etwas mehr.

Magnesium: Muskelkrämpfe und Verspannungen sind oft ein Zeichen für Magnesiummangel. Auch für das Herz und für die Konzentration ist Magnesium wichtig, sagt Schropp. Wer daher viel Magnesium über das Wasser aufnehmen möchte, sollte auf einen Mindestgehalt von 50 Milligramm pro Liter achten. Laut den Deutschen Heilbrunnen braucht der Körper in der Schwangerschaft und Stillzeit mehr Magnesium. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei 350 bis 400 Milligramm.

Natrium: «Viel Natrium wird bei den Verbrauchern mit etwas Negativem verbunden», sagt Schropp. Daher bewerbe niemand ein natriumhaltiges Mineralwasser. Dennoch gibt es sie, manches Heilwasser enthält mehr als 4000 Milligramm pro Liter. Natriummangel kann zu Muskelkrämpfen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und niedrigem Blutdruck führen.

Hydrogencarbonat: Dem lästigen Begleiter Sodbrennen kann man mit viel Hydrogencarbonat im Wasser entgegenwirken. Es reduziert die Säure im Magen-Darm-Trakt und kann so Beschwerden bei chronischen Magenschleimhautentzündungen lindern. Bicarbonathaltiges Wasser enthält mindestens 600 Milligramm pro Liter Hydrogencarbonat.

Wenige Mineralstoffe: Babys und kleine Kinder brauchen eher wenige Mineralstoffe, sagt der Berliner Wassersommelier Arno Steguweit. Die Bezeichnung «geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung» steht unter anderem für einen geringen Gehalt an Natrium von maximal 20 Milligramm pro Liter. Ein gesamter Mineralstoffgehalt von nicht mehr als 500 Milligramm pro Liter gilt laut Mineralwasser-Verordnung als gering, von nicht mehr als 50 Milligramm pro Liter als sehr gering.

Viele Mineralstoffe: Wer bei der Arbeit oder in der Freizeit viel schwitzt, sollte Mineralwasser mit vielen Mineralstoffen zu sich nehmen. «Vor allem Ausdauersportler brauchen alle Mineralstoffe», sagt Schropp. Auch Discogänger haben nach Alkohol und Tanz einen hohen Mineralstoffbedarf, ergänzt Steguweit. Außerdem sind für Senioren viele Mineralstoffe wichtig, da der Bedarf im Alter wächst. Ein mineralstoffreiches Wasser hat mindestens 1500 Milligramm Mineralstoffe pro Liter.

Kohlensäure: Viel Kohlensäure regt die Atmung an und bringt den Kreislauf in Schwung, sagt Steguweit. Damit ist viel Kohlensäure im Wasser ein probates Mittel gegen Müdigkeit. Am Morgen auf leeren Magen kann sie dagegen zu Problemen führen. «Morgens ist ein Glas warmes Wasser zu empfehlen», sagt Steguweit. «Das kann der Körper besser aufnehmen, und die Organe werden langsam angeregt.»

Veröffentlicht am:
14. 04. 2017
05:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Akademien Calcium Ernährung unter gesundheitlicher und wissenschaftlicher Perspektive Kohlensäure Konzentrationsschwäche Magnesium Mineralstoffe Mineralwasser Müdigkeit Natrium
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Antje de Vries, Abenteuer Geschmack!

21.04.2020

Der Fenchel als vielseitige Super-Knolle

An Fenchel scheiden sich die Geschmäcker. In der Küche führt er eher ein Schattendasein. Dabei spricht gerade die Geschmacksvielfalt dafür, das knollige Gemüse häufiger in den Mittelpunkt zu stellen. » mehr

Ingwer-Tee

18.03.2020

Ingwer schmeckt - ist aber kein Allheilmittel

Ob nun bei Diabetes, bei Arthrose oder als Blutverdünner - Ingwer soll bei vielen gesundheitlichen Fragen wie ein Wundermittel helfen. Längst nicht alle Heilsversprechen sind aber wirklich bewiesen. » mehr

Wasser eingießen

08.08.2018

Was es mit Heilwasser auf sich hat

Immer wieder heißt es: Bitte mehr trinken. Neben normalem Mineralwasser stehen dafür auch allerhand Heilwässer bereit. Was unterscheidet sie vom Wasser aus der Leitung? Und wer profitiert von ihren Inhaltsstoffen? » mehr

Mineralwasser

24.10.2018

Wie gesund ist Mineralwasser? - Forscher untersuchen Wirkung

Erwachsene sollten jeden Tag rund 1,5 Liter Wasser trinken. Sollte man einfach den Wasserhahn aufdrehen oder Sprudel kaufen? In Hannover geht das Kompetenzzentrum Mineral- und Heilwasser der Frage nach, wie Nährstoffe au... » mehr

Eiskalt

08.07.2020

Eistee eiskalt selbst gemacht

Eisgekühlter Tee ist noch lange kein Eistee. Für die Zubereitung gibt es ein paar Kniffe: Etwa, wie die sommerliche Erfrischung nicht verwässert. Und es gibt eine Teesorte, die sich gar nicht eignet. » mehr

Sauerkraut

15.04.2020

Sauerkraut am besten selber machen

Sauerkraut ist richtig gesund. Das Gemüse punktet in vielerlei Hinsicht - und nicht nur, weil es bei Übergewicht die Kilos zum Purzeln bringen kann. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
14. 04. 2017
05:10 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.