Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

So zaubern Sie aus Maronen ein leckeres Gericht

Heiße Maronen kennen viele nur vom Weihnachtsmarkt. Dabei lohnt es sich, die Früchte auch zu Hause zuzubereiten. Sie sind der ideale Begleiter zu Pasta oder als Marmelade aufs Brot.



Maronen im Backofen
Die Maronen werden bei 200 Grad etwa 20 Minuten geröstet.   Foto: Florian Schuh » zu den Bildern

Frisch geröstet und noch heiß - Maronen sind in der kalten Jahreszeit ein Seelentröster. Doch Maronen, auch bekannt als Edel- oder Esskastanien, schmecken an grauen Tagen nicht nur als gesunder, weil mineralstoff- und vitaminreicher Snack. Sie lassen sich auf vielfältige Weise zubereiten.

Einst waren Edelkastanien ein Grundnahrungsmittel. Im gemahlenen Zustand wurde mit ihnen ein Teil des Mehls ersetzt, das Grundlage fürs Brotbacken war. Heutzutage gelten Maronen als eine Delikatesse. «Man isst sie nicht jeden Tag», sagt die Kochbuchautorin Erica Bänziger aus Tegna in der Schweiz.

Von den Bäumen gefallene Maronen zu sammeln, macht auch heute noch Spaß. Aber Achtung: Edelkastanien dürfen keinesfalls mit den in Deutschland weit verbreiteten Rosskastanien verwechselt werden. Rosskastanien sind nicht genießbar. Esskastanien wachsen an Bäumen, die bis zu 30 Meter hoch werden. An ihnen hängen stachelige Hüllen, in denen sich bis zu drei Kastanien befinden. Jede Esskastanie hat eine braune Schale mit einem haarigen Auslauf am spitzen oberen Ende - die ungenießbaren Rosskastanien haben diese Merkmale nicht.

Im September und Oktober ist es soweit: Die stacheligen Hüllen platzen auf und plumpsen auf den Boden. «Wer sie aufhebt, sollte darauf achten, dass sie dicht und prall sind und weder Beschädigungen noch Löcher haben», erklärt der Kochbuchautor Frank Löser aus Göhren bei Schwerin. Ist dies nicht der Fall, sind die Kastanien womöglich wurmstichig - und damit nicht genießbar.

Aufgesammelte Esskastanien sollte man schnell verarbeiten. «Man kann sie höchstens wenige Tage liegen lassen», sagt der Ludwigshafener Küchenmeister Kurt Henkensmeier. Er ist Jugendwart im Landesverband Rheinland-Pfalz des Verbands der Köche Deutschlands (VKD).

Bevor es endlich ans Zubereiten geht, müssen Hobbyköche die Esskastanien erst einmal schälen. «Das ist aufwendig, aber es lohnt sich», findet Bänziger. Zunächst wird die Schale kreuzweise bis aufs Fruchtfleisch eingeritzt - am besten mit einem kleinen, scharfen Messer. Im Backofen werden die Maronen bei 200 Grad etwa 20 Minuten geröstet, bis die Schale aufgesprungen ist. Dann entfernt man mit einem Messer die Schale und die pelzige Haut darunter.

Esskastanien schmecken auch in einem Pasta-Gericht. Dazu schneidet Bänziger eine Zwiebel und schneidet sie in feine Ringe. Zusätzlich schält und hackt sie eine Knoblauchzehe. 700 Gramm Kürbis schälen und in kleine Stücke schneiden. Jetzt Zwiebeln und Knoblauch in zwei Esslöffel Olivenöl andünsten, den Kürbis, 300 Gramm geschälte Kastanien und vier Esslöffel Sultaninen kurz mitdünsten.

Je einen Teelöffel milden Curry und getrockneten Thymian sowie einen halben Teelöffel scharfen Curry drüberstreuen. Dem Ganzen je eine Prise Kurkuma, geriebene Muskatnuss und Paprikapulver hinzufügen. 50 Milliliter Weißwein und 200 Milliliter Gemüsebrühe angießen und bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis der Kürbis und die Kastanien weich sind. Alles abschmecken. Zwischenzeitlich 250 Gramm Bandnudeln in Salzwasser al dente kochen, abgießen und die Nudeln mit dem Kastanien-Kürbis-Gemüse vermengen.

Aus Kastanien lässt sich auch gut Marmelade kochen, sagt Löcher. Sein Rezept: 500 Gramm geschälte Kastanien zerkleinern oder zerdrücken und mit 250 Gramm Gelierzucker und etwas Wasser gut vermischen. Nun zuerst langsam aufkochen und öfter umrühren. Ist der Brei zu fest, dann etwas Wasser auffüllen. Zuletzt drei Minuten sprudelnd kochen lassen. Nach der Gelierprobe die Marmelade sofort heiß in Gläser füllen und kopfüber zum Abkühlen aufstellen.

Literatur:

Erica Bänziger, Fredy Buri, Marco Conedera, Carlo Scheggia: Kastanien, Fona Verlag. 144 S. Euro 24,90, ISBN 9783037806067.

Frank Löser: Wildfrüchte: Sammeln & Verarbeiten zu Marmeladen und mehr. Demmler Verlag. 112 S. Euro 8,95, ISBN 9783910150805.

Veröffentlicht am:
19. 09. 2018
15:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Esskastanien Marmelade Speisekürbis lecker
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mann guckt in Kühlschrank

06.11.2019

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Runzlige Kartoffeln, altes Brot, graue Schokolade - diese Makel sind noch längst kein Grund zum Wegwerfen von Essen. Sieben Tipps gegen Lebensmittelverschwendung. » mehr

Jackfrucht-Burger

21.08.2019

Und das ist wirklich kein Fleisch?

Unreifes Obst ist meist kein Genuss. Doch bei der Jackfrucht ist das anders. Dann ist das Fruchtfleisch noch weiß und faserig - und saugt alle Gewürze auf. Wer es nicht weiß, denkt, er isst Hühnchen. » mehr

Mitternachtsonnen-Rosen

26.06.2019

So zauberhaft ist die Blütenküche

Rosen, Gänseblümchen, Veilchen: Die einen lieben ihr Aroma, andere stehen auf den Duft, den Blüten auf den Teller zaubern. Und sie sind etwas fürs Auge. Von manchen sollte man aber die Finger lassen. » mehr

Landwirt Johannes Dittert

03.09.2019

Melone wächst jetzt auch in Bayern

Süß, fruchtig, reif: Seit einiger Zeit gibt es Melonen original aus Bayern - und sie überraschen mit bestem Geschmack. Doch beim Anbau sind noch Probleme zu lösen. » mehr

Aprikosen mit Hummus

12.07.2018

Aprikosen passen zu Süßem und Herzhaftem

Obst wird beim Kochen oft stiefmütterlich behandelt. Dabei sorgen Früchte in vielen Speisen für einen Frische- und Aromakick. Grund genug, das Angebot des Sommers zu nutzen und einfach mal vom Frühstück bis zum Abendesse... » mehr

Brioche-Salat

23.05.2018

Butterzarte Goldstücke: Brioches schmücken den Kaffeetisch

Goldgelb, weich und butterzart: Brioches sind eine französische Delikatesse, die man gerne mit Butter und fruchtiger Konfitüre genießt. Die fluffigen Stückchen können aber noch mehr. Ob deftig oder süß - mit den folgende... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
19. 09. 2018
15:09 Uhr



^