Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerGlobe-TheaterStromtrasseHSC 2000 Coburg

 

Kind nutzt WhatsApp: Diese Pflichten haben Eltern

Wenn Minderjährige den Messenger WhatsApp nutzen, führt das zu bestimmten Pflichten für ihre Eltern. Unter anderem müssen sie dafür Sorge tragen, dass Dritte der Verwendung von Daten zugestimmt haben.



Kind nutzt Smartphone
Wenn das Kind ein Smartphone besitzt und Chatprogramme nutzt, müssen Eltern regelmäßig mit ihm über die richtige Nutzung sprechen.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Wenn ihre minderjährigen Kinder über WhatsApp kommunizieren, haben die Eltern mehrere Pflichten. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Bad Hersfeld.

Wie das Gericht entschieden hat, müssen Eltern sich von allen Personen, die im Smartphone ihres Kindes als Kontakte gespeichert sind, schriftlich die Zustimmung einholen, dass die Daten dort abgelegt sind. Außerdem müssen sie mindestens einmal monatlich mit ihrem Kind ein Gespräch über die Verwendung des Smartphones führen, heißt es in dem Urteil (Az.: F 120/17 EASO), auf das die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein hinweist.

Im verhandelten Fall ging es um geschiedene Eltern mit einem 11-jährigen Sohn. Dieser lebt überwiegend bei seiner Mutter. Immer wieder kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den Eltern wegen der Nutzung des Smartphones. Dabei spielte auch WhatsApp eine Rolle.

Das Gericht verpflichtete die Mutter dazu, schriftliche Zustimmungserklärungen von allen Personen einzuholen, die im Adressbuch des Smartphones gespeichert sind. Darüber hinaus soll sie mindestens einmal monatlich ein Gespräch mit ihrem Sohn über die Verwendung des Smartphones führen. Auch muss das Smartphone des Jungen regelmäßig kontrolliert werden.

Ein Familiengericht habe Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung einer Gefahr für das Kind erforderlich sind, so das Gericht. Und die WhatsApp-Nutzung stellt nach Auffassung des Gerichts eine Gefahr für das Vermögen des Kinds dar.

Denn bei der Nutzung von WhatsApp würden dem Betreiber Daten zur Verfügung gestellt, die nicht generell frei zugänglich sind. WhatsApp lese das Smartphone-Adressbuch regelmäßig aus. Dies stelle einen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung aller betroffenen Personen dar - und ohne deren Zustimmung würde das Kind dieses Recht verletzen. Die Mutter sei verpflichtet zu handeln, da das Kind hauptsächlich bei ihr lebe.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 02. 2018
09:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Daten und Datentechnik Familienrecht Minderjährigkeit Smartphones
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kind mit Handy

28.05.2019

Smartphones sind für Kinder selbstverständlich

Smartphones sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern. Und die ersten Schritte im Internet machen viele Kinder einer Umfrage zufolge bereits im Alter von 6 bis 7 Jahren. Höchste Zeit für die Vermittlung von Medienk... » mehr

Unterhaltsvorschuss während Schüleraustausch

14.08.2019

Unterhaltsvorschuss auch bei Schulbesuch im Ausland

Unterhaltsvorschuss wird an Alleinerziehende gezahlt, wenn der andere Elternteil nicht ausreichend für das Kind sorgt oder sorgen kann. Diese Leistung kann auch dann bezogen werden, wenn das Kind sich im Schüleraustausch... » mehr

Taschengeld

08.07.2019

Taschengeld für Ehepartner zählt zum Einkommen

Wer in einer Ehe nicht berufstätig ist, kann durchaus ein Einkommen haben - etwa ein Taschengeld vom Partner. Das wiederum ist zu berücksichtigen, wenn Unterhaltszahlungen berechnet werden. » mehr

Sorgerechtsstreitigkeiten

19.06.2019

Schlechter Einfluss? Umgang wird nicht eingeschränkt

Sorgerechtsstreitigkeiten sind oftmals erbitterte Kämpfe. Richter müssen in diesen Situationen herausfinden, was für das Kindswohl am zuträglichsten ist. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in einem aktuellen Fall entsc... » mehr

Kind mit Samrtphone

11.09.2018

Gericht kann Kind die Handy-Nutzung nicht einfach verbieten

Ein Smartphone und bestimmte Webseiten sind für Kinder nicht ganz ungefährlich. Es obliegt aber den Eltern, Regeln für die Mediennutzung aufzustellen. Ein Gericht darf sich nicht einfach einmischen - es sei denn, das Kin... » mehr

Justitia

09.04.2019

Elternbeirat übt Kritik - Kind darf trotzdem in Kita bleiben

Weil ein Elternbeiratsmitglied Kritik am Träger einer Kita geübt hat, wurde dessen Kind aus der Einrichtung geworfen. Der Beiratsvorsitzende zog vor Gericht. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 02. 2018
09:23 Uhr



^