Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerLoewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerStromtrasse

 

Familien durch Kita-Beiträge ungleich belastet

Wieviel Eltern für die Kita zahlen, hängt stark vom Wohnort ab. Einkommensschwache Haushalte belastet die Gebühr übermäßig, lautet das Fazit einer Bertelsmann-Studie. Familienministerin Giffey hat Verbesserungen schon ins Auge gefasst.



Kita-Gebühren
Hohe Belastung: Armutsgefährdete Eltern geben laut einer Studie monatlich fast 10 Prozent ihres Einkommens für die Kita aus.   Foto: Julian Stratenschulte

Zwar sind die Kita-Beiträge vielerorts nach Einkommen gestaffelt. Doch einkommensarme Familien sind einer Studie zufolge bei den Gebühren überproportional stark belastet.

Haushalte unterhalb der Armutsrisikogrenze müssen durchschnittlich einen nahezu doppelt so hohen Anteil ihres Einkommens für die Kita aufwenden wie finanziell besser gestellte. Das geht aus der von der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh veröffentlichten Erhebung «ElternZoom 2018» hervor. Außerdem fallen die Gebühren für die Kindertageseinrichtungen je nach Bundesland stark unterschiedlich aus. Die finanzielle Belastung der Familien variiere je nach Wohnort, kritisierte Stiftungsvorstand Jörg Dräger.

Armutsgefährdete Eltern, die über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügen, geben monatlich fast 10 Prozent ihres gesamten Haushaltsnettoeinkommens - im Mittelwert 118 Euro - für die Kita aus. Bei Familien oberhalb der Armutsgrenze sind es «nur» 5 Prozent - 178 Euro. Hinzu kommen laut Studie Zusatzgebühren etwa für Mittagessen, Hygieneartikel oder Ausflüge - rund 45 Euro im Schnitt.

Die Ergebnisse beruhen laut Bertelsmann auf zwei bundesweit teilweise in Kooperation mit Infratest-dimap erhobenen separaten Befragungen von insgesamt rund 10 490 Eltern.

Die finanzielle Belastung sei ungerecht verteilt, bemängelte die Stiftung - und forderte Kita-Beitragsfreiheit für armutsgefährdete Familien. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) bekräftigte in Berlin das Ziel einer Kita-Beitragsfreiheit. Hohe Elternbeiträge könnten eine Hürde sein, sagte sie laut Mitteilung. «Das Einkommen der Eltern darf aber nicht darüber entscheiden, ob und wann Kinder in eine Kindertageseinrichtung gehen. Eine zentrale Säule unseres Gute-Kita-Gesetzes ist deshalb der Einstieg in die Beitragsfreiheit.» In dieser Wahlperiode fließen der Ministerin zufolge 3,5 Milliarden Euro in die Kindertagesbetreuung.

Je nach Bundesland schlagen die Kita-Gebühren laut Studie unterschiedlich stark zu Buche: Am meisten geben Eltern in Schleswig-Holstein mit 8,9 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kita aus, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (7,8), Niedersachsen (7,3) und dem Saarland (7,2). Besonders wenig zahlen Familien in Berlin (2,0), Rheinland-Pfalz (4,0) und Hamburg (4,3). Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt - wie Bremen - mit 6,6 Prozent leicht über dem Bundesschnitt. Ähnlich sieht es in Hessen (6,7), Baden-Württemberg (6,5), Brandenburg (6,2), Thüringen (6,1) und Bayern (5,9) aus.

Qualität ist den Eltern wichtig: Eine bundesweite Mehrheit von 53 Prozent der einkommensschwachen und 59 Prozent der finanzkräftigeren Eltern würde für mehr Personal und bessere Ausstattung nach eigenen Angaben auch höhere Beiträge akzeptieren.

Die Angaben der Studie beziehen sich auf die Kita-Betreuung - nicht

Tagespflege - und hier jeweils auf die Kosten für das älteste Kind,

wie eine Projektverantwortliche erläuterte. 

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 05. 2018
14:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abgaben Armutsgefährdung Armutsgrenze Bertelsmann AG Bertelsmann Stiftung Bundesfamilienminister Eltern Familienminister Hygieneprodukte Kindertagesstätten Niedrigverdiener SPD Tagespflege
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
In einem Kindergarten

20.09.2018

Woran erkennen Eltern eine gute Kita?

Mit dem «Gute-Kita-Gesetz», das nun im Bundeskabinett verabschiedet wurde, sollen Deutschlands Kitas besser werden und einkommensschwache Eltern keine Gebühren mehr kosten. Was beinhaltet das Gesetz und worauf kommt es b... » mehr

Geld für die Kita-Betreuung

14.12.2018

Besserungen für Kitas kommen im neuen Jahr

Im frühen Kindesalter werden wichtige Weichen für das Leben gestellt. Daher sollten auch die Kitas gut ausgestattet sein. Der Bund gibt Ländern und Kommunen dafür Geld - bis 2022. Wie geht es dann weiter? » mehr

Gewalt in der Schule

03.07.2019

Hilfe für Schüler bei Ausgrenzung und Gewalt

Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich in ihrer Schule nicht sicher, sagen sie selbst in einer bundesweiten Befragung. Weiteres ernüchterndes Ergebnis: Hänseleien und Gewalt kennen die meisten. Wo bekommen die Kinder H... » mehr

Statistisches Bundesamt zu Alleinerziehenden

02.08.2018

Finanzlage von Alleinerziehenden bessert sich kaum

Kinder bleiben ein Armutsrisiko. Das gilt vor allem für Eltern, die ihren Nachwuchs ohne Partner großziehen. Neue Zahlen zeigen: Trotz leichter Verbesserungen bleibt die Lage der Alleinerziehenden prekär. » mehr

Kinder in einer Schule

25.03.2019

Ganztagsbetreuung für Grundschüler lohnt auch ökonomisch

Schulkinder mittags nach Hause zu schicken, sei ein «Luxus», den sich Deutschland nicht mehr leisten könne - sagt eine Studie. Die Autoren blicken auf Bildungschancen der Schüler, aber auch auf die Volkswirtschaft. » mehr

Auf dem Weg zur Schule

30.08.2018

Weniger Fünfjährige in den Schulen

Mit fünf Jahren schon in die erste Klasse? Dieser Trend ist vielerorts deutlich zurückgegangen. Experten sehen unterschiedliche Gründe für eine spätere Schultüten-Übergabe. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 05. 2018
14:08 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".