Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Schüler schlafen zu wenig

Nur sieben Stunden schlafen Neunt- und Zehntklässler oft - zwei Stunden weniger als empfohlen. Die Folgen: Die Schüler können sich schlechter konzentrieren, empfinden mehr Stress und verletzen sich eher als Altersgenossen mit ausreichend Schlaf.



Schulkind
Zu wenig Schlaf wirkt sich bei Schulkindern negativ auf die Konzentration und die Gesundheit aus.   Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Schlafmangel ist zwei aktuellen Analysen zufolge gerade unter älteren Schülern in Deutschland weit verbreitet - und hat Folgen für Aufmerksamkeit, Stressempfinden und das Risiko für Verletzungen.

Bei weniger als acht Stunden Schlaf hätten Schulkinder vermehrt Konzentrationsprobleme, berichtete das Forschungszentrum Demografischer Wandel der Frankfurt University of Applied Sciences. Zudem steige die Wahrscheinlichkeit für Verletzungen im Schulalltag.

Dem Präventionsradar 2018 der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge fühlt sich die Hälfte der älteren Schüler infolge von Schlafmangel tagsüber erschöpft und müde. Zudem seien Kinder mit zu wenig Schlaf gestresster, habe die Befragung von fast 9300 Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis zehn in sechs Bundesländern ergeben. Neunt- und Zehntklässler schlafen demnach mehrheitlich erst nach 23 Uhr ein. Sie berichteten von im Mittel nur rund sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Das seien 120 Minuten weniger als von Experten für diese Altersgruppe empfohlen, teilte die Krankenkasse mit.

Eine Ursache für den erheblichen Mangel an Schlaf ist demnach die Nutzung von Bildschirm-Geräten. Kinder, die angaben, mehr als vier Stunden täglich vor Bildschirmen zu verbringen, schliefen im Mittel deutlich weniger (7,3 Stunden) als diejenigen, die weniger als eine Stunde am Tag Smartphone, Tablet und ähnliche Geräte nutzten (8,9 Stunden). «Die Schüler kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie laden ihre eigenen Batterien nicht mehr ausreichend auf», erklärte Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Grundlage der Ergebnisse der Frankfurter Forscher ist eine fortlaufende Analyse, für die rund 10.000 Schüler an rund 150 weiterführenden Schulen jährlich zu Verletzungen, Gesundheitszustand und Schlafverhalten befragt werden. Die mittlere Schlafdauer der Heranwachsenden verringerte sich demnach innerhalb von drei Jahren um eineinhalb Stunden. «Schliefen die Kinder im Alter von etwa 11 Jahren (5. Jahrgangsstufe) im Mittel noch rund 9 Stunden und 45 Minuten, so waren es in der 8. Jahrgangsstufe lediglich noch 8 Stunden und 15 Minuten.»

Von den Achtklässlern, die weniger als acht Stunden schliefen, klagten rund 38 Prozent an mehr als zwei Tagen wöchentlich über Konzentrationsprobleme. Bei Schülern, die acht Stunden oder mehr schliefen, waren es nur 24 Prozent. Fast 25 Prozent der Wenig-Schläfer gaben an, sich innerhalb des letzten Jahres im Schulumfeld verletzt zu haben. Bei den länger schlummernden Heranwachsenden waren es rund 19 Prozent.

«Unsere Daten zeigen ein sehr klares Bild: Zu wenig Schlaf wirkt sich negativ auf die Schulkinder aus», bilanzierte Studienleiter Andreas Klocke. In den nächsten beiden Befragungsrunden wollen die Forscher herausfinden, ob ein späterer Schulbeginn helfen könnte. Erfasst werden soll, welche Startzeit von den Schülern bevorzugt würde. Eine Studie in den USA hatte gezeigt, dass viele Jugendliche bei einem späteren Schulstart tatsächlich länger schlafen - und nicht einfach nur später ins Bett gehen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
12:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Andreas Storm DAK-Gesundheit Schulkinder Schüler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Jugendliche und Alkohol

01.10.2020

Mehr Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen unter 16 Jahren

Schon oft wurde über das Thema «Komasaufen» diskutiert: Jedes Jahr müssen Tausende Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Die Zahlen sinken insgesamt - aber nicht in allen Altersgru... » mehr

Controller einer Spielekonsole

29.07.2020

Medienfreie Zeit tut Eltern und Kind gut

Spielen, Chatten, Videos anschauen: Kinder können sich stundenlang online beschäftigen. Eltern gefällt das nicht immer. Wie kann ein guter Deal mit dem Nachwuchs in Sachen Internetnutzung aussehen? » mehr

Kinder beim Lesen

26.02.2020

Geschlechter-Klischees entmutigen Jungs beim Lesen

Mädchen lesen besser als Jungs, dafür sind die Jungs besser in Mathe - Lehrer und Eltern sollten Kinder mit solchen Klischees am besten nicht konfrontieren. Denn das kann vor allem die Jungs demotivieren. » mehr

Homeschooling

13.10.2020

Kinder in Corona-Zeiten meist von Müttern betreut

Auch wenn die meisten Schulen seit den Sommerferien wieder im Regelbetrieb arbeiten, müssen zahlreiche Schüler coronabedingt zuhause bleiben. Wer in solchen Fällen die Betreuung übernimmt, haben die Schulschließungen im ... » mehr

Senior zu Hause

12.10.2020

Forscher: Durch Corona droht «Epidemie der Einsamkeit»

Ein wichtiges Mittel gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist Abstand halten. Es hat aber erhebliche Nebenwirkungen, vor allem für ältere Menschen. Der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski warnt vor einer «Epide... » mehr

Elternvertreter in der Zwickmühle

05.08.2020

Als Elternvertreter aktiv: Nützt oder schadet es dem Kind?

Wer Schulkinder hat, kennt diese Situation: Betretenes Schweigen beim Elternabend, wenn der Elternvertreter gewählt werden soll. Was für und gegen diesen Posten spricht. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
12:02 Uhr



^