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Was sind die Anzeichen für Mobbing bei Kindern?

Wer von Mitschülern permanent gequält und unter Druck gesetzt wird, kann irgendwann zusammenbrechen. Woran erkennen Eltern und Bekannte, dass ein Kind gemobbt wird? Und wo finden Betroffene Hilfe?



Mobbing
Von Mobbing betroffene Kinder haben oft unter anderem keine Lust mehr, in die Schule zu gehen. Eltern sollten auf diese Warnzeichen reagieren.   Foto: Oliver Berg

Viele Schüler in Deutschland leiden unter Mobbing, also stetige, Wochen oder Monate dauernde psychische oder körperliche Gewalt durch Mitschüler. Die Folgen bei Opfern sind oft fatal.

Leistungsabfall, Angst vor der Schule, Depressionen können dazu gehören - in schweren Fällen Suizidgedanken. Nach Einschätzung des Potsdamer Mobbing-Forschers Sebastian Wachs kommt Mobbing an jeder Schule vor. «Schätzungen zufolge sind etwa zehn Prozent der Schüler betroffen - als Opfer, Täter oder beides», so der Wissenschaftler und Autor («Mobbing an Schulen»).

Studien zu Mobbing

2017 ergab eine Untersuchung im Rahmen der internationalen Pisa-Bildungsstudie, dass in Deutschland fast jeder sechste 15-Jährige (15,7 Prozent) regelmäßig Opfer teils massiver körperlicher oder seelischer Misshandlung durch Mitschüler wird.

In einer anderen Studie, Cyberlife II, gaben im selben Jahr ein Viertel der befragten Schüler an, schon einmal von Mobbingattacken betroffen gewesen zu sein. Gut die Hälfte davon (13 Prozent) fühlten sich als Opfer von Cybermobbing, einer digitalen Spielart: Statt auf Schulflur oder Pausenhof herumgeschubst, erpresst oder geschlagen zu werden, passiert das Mobbing im Netz. Über WhatsApp-Gruppen oder andere Kanäle werden Opfer übel beschimpft, Lügen und Gerüchte werden in die Welt gesetzt - gerne auch anonym.

Eltern sollten besser hinschauen

Lehrer oder Eltern bekommen solche Attacken über das Netz oft überhaupt nicht mit. Viele haben keinen Einblick in die digitalen Parallelwelten, in denen sich die Kids bewegen. «Es gibt viele Gründe, da genauer hinzuschauen», mahnt Norman Heise, der in Berlin den Landeselternausschuss leitet.

Und er sieht dabei nicht zuletzt die Eltern im der Pflicht: «Es kann nicht sein, dass sie ihren Kindern ein Smartphone schenken und den Rest dann der Schule überlassen.»

Was deutet auf Mobbing hin?

Kommt das Kind nicht mehr mit dem Taschengeld aus? Fehlt Schulmaterial im Ranzen? Oder kommt das Kind mehrfach mit zerrissenen Klamotten nach Hause?

All das können neben blauen Flecken, häufigem Bauch- und Kopfweh und fehlender Motivation Warnsignale dafür sein, dass ein Kind in der Schule gemobbt wird. Darauf weist die Sicher-Stark-Initiative hin, die sich für den Schutz von Kindern einsetzt.

Betroffene Kinder haben meist keine Lust mehr, in die Schule zu gehen. Ihnen ist ihre frühere Fröhlichkeit abhanden gekommen und sie lassen plötzlich Ehrgeiz vermissen. Bemerken Eltern solches Verhalten, sollten sie zunächst mit dem Kind reden und ganz konkrete Fragen stellen - noch bevor sie Polizei oder Anwalt einschalten oder vertrauensvolle Gespräche mit Schulsozialarbeitern, Erziehern, Lehrkräften und Schulleitung führen.

Hilfe für Mobbing-Opfer gibt es auch beim Kinder- und Jugendtelefon «Nummer gegen Kummer» unter 0800 111 0 333 oder im Netz unter www.nummergegenkummer.de.

Literatur:

Litaturhinweis: Wachs, S., Hess, M., Scheithauer, H., & Schubarth, W. (2016). Mobbing an Schulen: Erkennen, Handeln, Vorbeugen. Stuttgart: Kohlhammer.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 02. 2019
18:12 Uhr

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04. 02. 2019
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