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Ärzte sollten Kinder auf sexuelle Gewalt im Netz ansprechen

Erpressung mit freizügigen Fotos oder anzügliche Bemerkungen: Kinder sind im Internet vielen Gefahren sexueller Gewalt ausgesetzt. Doch Opfer trauen sich oft nicht, darüber zu sprechen. Ärzte könnten die Schweigespirale brechen, sagen Fachleute.



Jugendlicher mit Smartphone
Können Ärzte helfen, sexuelle Gewalt an Kindern in sozialen Netzwerken aufzudecken und Betroffenen Beratung anbieten? Darüber diskutiert nun eine bundesweite Ärztetagung.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Ärzte können nach Ansicht von Fachleuten bei der Erkennung von sexueller Gewalt an Kindern im Internet helfen. «Es geht darum, Ärzte zu sensibilisieren, Kinder auf Medienkonsum anzusprechen», sagte Evelyn Heyer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin.

Eine große Gefahr sei es etwa, wenn Kinder und Jugendliche freizügige Bilder von sich veröffentlichten. Seien die Bilder im Netz, gerieten die Opfer oft in eine Dynamik von Erpressung, Scham und Gruppendruck.

Betroffene könnten sich Ärzten unter Umständen leichter anvertrauen als den Eltern, sagte Heyer: «Ein Arzt ist eine neutrale Person und steht unter Schweigepflicht.» Eine gute Möglichkeit für Mediziner, Jugendliche anzusprechen, sind laut Heyer die Jugenduntersuchungen in der Pubertät.

Auch mit dem Auslegen von Infomaterial in Wartezimmern könnten Mediziner schon etwas bewirken. Unter sexueller Gewalt verstehen Fachleute nicht nur Übergriffe, sondern auch anzügliche Bemerkungen oder sexuelle Belästigung über das Netz.

172 Teilnehmer treffen sich am Freitag und Samstag (15. und 16. März) zur bundesweiten Ärztetagung in Kassel. Der Organisator der Tagung sieht ebenfalls Handlungsbedarf. «Guter Kinderschutz erfordert gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte und deren Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften», sagte Bernd Herrmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI). Das werde in Aus- und Weiterbildung bislang kaum berücksichtigt.

Auch laut der Techniker Krankenkasse sind viele Ärzte bei der Diagnostik von Gewalt nur bedingt ausgebildet und daher teilweise stark verunsichert. «Sie müssen wissen, wie sie reagieren sollen, wenn sich Eltern oder Kinder mit ihren Sorgen und Fragen an sie wenden», sagte Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Veranstalter der Ärzetagung ist neben der DGfPI die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM), unterstützt von der Techniker Krankenkasse.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
13:58 Uhr

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15. 03. 2019
13:58 Uhr



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