Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Gefährdung von Kindern durch das Internet nimmt zu

Auch wenn Kommunikation über das Internet und Smartphones für Kinder und Jugendliche längst Alltag ist, droht doch ständig die Gefahr etwa durch Cybermobbing. Medienscouts können da präventiv tätig werden und auch akut Hilfe leisten.



Bundesjugendkonferenz Medien
Bei der Konferenz beraten rund 300 sogenannter Medienscouts, wie sie Mitschülern im Umgang mit sozialen Netzwerken beraten können.   Foto: Bernd Wüstneck

Die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch das Internet nimmt trotz aller Bemühungen um Prävention und Aufklärung weiter zu.

Es gebe immer neue Apps und Programme, auf die Kinder Zugriff hätten, sagte die Rostocker Rechtsanwältin Gesa Stückmann bei der vierten Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock. Zudem hätten sie immer früher die entsprechende Technik in der Hand.

Als Beispiel nannte Stückmann ein soziales Netzwerk, das sich auf kurze selbstgedrehte Tanz- und Gesangsvideos spezialisiert hat. «Die wenigsten Kinder stellen sich eine Privatsphäre ein, das ist in der Regel alles öffentlich.» Sie bewegten sich oft leicht bekleidet vor der Kamera. «Das ist für Pädophile sehr attraktiv», sagte Stückmann.

Bei der bis Sonntag dauernden Konferenz diskutieren rund 300 sogenannte Medienscouts aus ganz Deutschland, wie sie Mitschüler im Umgang mit sozialen Netzwerken beraten können. Ihre Aufgabe ist es, Tipps für sicheres und faires Verhalten im Netz zu geben und in Fällen von Cybermobbing zu helfen.

«Wir zeigen unseren Mitschülern, was sie im Internet von sich preisgeben können und was eher nicht», sagte der 16-jährige Enrico Will, Medienscout aus Montabaur (Rheinland-Pfalz). Daneben gingen sie bei Mobbing auch in die Klassen um zu helfen. So sei jüngst ein Mädchen in einer 6. Klasse in mehreren Screenshots stark verunstaltet und anschließend damit gemobbt worden. «Sie hatte Angst, in die Schule zu gehen.» Die Scouts konnten zur positiven Klärung des Falles beitragen, wie Will sagte.

Auch Sexting - der private Austausch selbst produzierter Fotos mit erotischen Inhalten per Handy oder Internet - nehme zu, sagte Will. In vielen Fällen sei bekannt, dass Erwachsene Empfänger seien und nicht Gleichaltrige, wie von den Absendern erwartet.

Wie die Leiterin der Techniker Krankenkasse in MV, Manon Austenat-Wied, betonte, sind auch die Eltern gefordert, sich mit dem «Netzleben» ihrer Kinder auseinandersetzen. «Ihre Fürsorge sollte nicht vor dem Log-in enden.» Auch hier könnten Medienscouts helfen. Denn: «Oftmals sind Eltern mit dem eigenen Online-Verhalten gegenüber ihrem Kind kein gutes Vorbild.»

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
15:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Gefahren Internet Kommunikation Konferenz Sexting Smartphones Soziale Netzwerke Techniker Krankenkasse
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kind mit Handy

28.05.2019

Smartphones sind für Kinder selbstverständlich

Smartphones sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern. Und die ersten Schritte im Internet machen viele Kinder einer Umfrage zufolge bereits im Alter von 6 bis 7 Jahren. Höchste Zeit für die Vermittlung von Medienk... » mehr

Einsamkeit

17.07.2019

Helfen Soziale Netzwerke gegen Einsamkeit?

Wir sind mit mehr Menschen in Kontakt denn je: Soziale Netzwerke verbinden Menschen weltweit. Doch hilft das gegen Einsamkeit? Telefonseelsorger berichten über ihre Erfahrungen. » mehr

Smartwatches

20.09.2019

Dauernde Smartwatch-Kontrolle zerstört Vertrauen des Kindes

Manche Eltern bevorzugen zur Kontrolle die Smartwatch am Handgelenk des Kindes statt das Smartphone im Ranzen. Doch wenn sie damit den Kontrollwahn übertreiben, riskieren sie einen Vertrauensbruch. » mehr

Seniorin mit Smartphone

29.03.2019

Wir bleiben in Kontakt - Soziale Netzwerke für Senioren

Soziale Netzwerke gehören für viele Menschen zum Alltag. Gerade Ältere scheuen aber oft die Nutzung, aus Angst oder Unsicherheit. Dabei ist der Einstieg nicht so schwer - vor allem mit Lehrern im richtigen Alter. » mehr

Pflegende Angehörige

01.10.2019

Was tun bei herausforderndem Verhalten von Demenz-Patienten?

Wutanfälle oder unruhiges Umherstreifen: Wer als Pflegender mit solchem Verhalten von Demenz-Patienten konfrontiert ist, sollte auf Ursachenforschung gehen. Der erste Schritt dazu ist relativ einfach. » mehr

Wann das erste Smartphone?

01.03.2019

Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?

Kinder wollen irgendwann ein Smartphone. Ihnen dies zu verbieten, kann sie an den Rand stellen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für den Minicomputer mit Zugang zum Internet? Medienpädagogin Kristin Langner gibt Rats... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
15:49 Uhr



^