Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Pingeliges Essen bei Kindern wächst sich nicht immer raus

Das mag ich nicht! Diesen Satz haben wohl alle Eltern schon einmal von ihren Kindern gehört. Aber wie lässt sich verhindern, dass der Nachwuchs fast gar kein Essen mehr anrührt? Forscher raten zu weniger Kontrolle.



Kind isst Gemüse
Forscher raten Eltern, bei der Ernährung ihres Kindes weniger Kontrolle ausüben. Auf diese Weise können die Kleinen ein gesünderes Essverhalten entwickeln.   Foto: Caroline Seidel/dpa

Kleine Kinder, die mäkelig essen, ändern dieses

Verhalten möglicherweise auch später nicht. Sorgen um ein zu geringes Körpergewicht, müssen sich Eltern meist dennoch nicht machen, wie eine neue Studie zeigt.

«Mäkelig essende Kinder gibt es häufig und Eltern hören dann oft,

dass sich das rauswachsen wird. Aber das stimmt nicht immer», sagte

die Verhaltenswissenschaftlerin und Kinderärztin Megan Pesch von der

University of Michigan.

Auch wenn ein Kind noch im Schulalter wählerisch beim Essen bleibe,

stünden die Chancen trotzdem sehr gut, dass es ein gesundes

Körpergewicht behalte, heißt es in einer Studie, die ein Team von

Wissenschaftlern um Pesch im Fachjournal «Pediatrics»

veröffentlichte. Sie entwickelten meist kein Untergewicht und hätten

zudem eine geringere Chance übergewichtig zu werden als Kinder, die

nicht so wählerisch beim Essen seien.

Für die Studie beobachteten die Wissenschaftler 317 Mütter und ihre

Kinder aus Haushalten mit geringen Einkommen vier Jahre lang. Die

Kinder waren dabei zwischen vier und neun Jahre alt und die Familien

berichteten über das Essverhalten der Kinder sowie die Einstellung

der Eltern dazu. Kinder, die dabei schon im Vorschulalter pingelige

Esser waren, blieben das auch im Schulalter. Mit vier Jahren könne

sich das Verhalten bereits eingeschliffen haben, hieß es.

Je mehr Eltern versuchten, das Essverhalten der Kinder zu

kontrollieren, desto wählerischer könnten diese werden, sagte Pesch.

Die pingeligsten Esser in der Studie seien dem größten Druck der

Eltern ausgesetzt gewesen. «Wir haben herausgefunden, dass die

Kinder, die sehr mäkelig essen, Mütter haben, die von mehr

Restriktionen in Hinblick auf ungesundes Essen und Süßigkeiten

berichtet haben. Diese Mütter versuchen vielleicht die Vorlieben

ihrer Kinder in Richtung gesünderer Ernährungsweisen zu verschieben.

Aber das mag nicht immer den gewünschten Effekt haben», sagte Pesch.

«Wir wollen, dass Eltern Kindern schon in sehr jungem Alter eine

große Palette von Lebensmitteln zur Auswahl anbieten, aber unsere

Studie ergab, dass sie eine weniger kontrollierende Herangehensweise

einnehmen können.» Es brauche allerdings noch mehr Forschung, unter

anderem um noch besser zu verstehen, wie sich eine limitierte

Essensauswahl von Kindern langfristig auf deren Wachstum auswirke.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 05. 2020
12:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Eltern Forschung Körpergewicht Lebensmittel Mütter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Übergewicht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kinder nutzen Smartphones

09.07.2020

Macht das Smartphone krank?

Während der coronabedingten Einschränkungen ermöglichten digitale Medien Jugendlichen das Homeschooling und den Austausch mit Freunden. Doch Smartphone und Co. haben nicht nur Vorteile, warnen Experten. » mehr

Glücksgefühle beim Essen

14.10.2019

Essen mit Familie ist wichtig für Kinder

Gemeinsames Essen ist für die Gesundheit von Kindern sehr wichtig. Dabei spielt eine gute Atmosphäre genau so eine wichtige Rolle wie gesunde Lebensmittel. » mehr

Kussmund

30.06.2020

Küssen als Spiegelbild der Beziehung

Jack und Rose in «Titanic», Harry Potter und Ginny Weasley: Romantische Küsse dürfen in vielen Filme nicht fehlen. Auch im echten Leben ist Knutschen oft wichtiger als Sex, sagen manche Experten. » mehr

Was ein Outing für Eltern bedeutet

11.09.2020

Was ein Outing für Eltern bedeutet

«Ich liebe das gleiche Geschlecht»: Ein ganz normaler Satz, der manche Eltern hilf- und ratlos macht. Was ihnen helfen kann? Die Erkenntnis, dass sich an der Liebe zum Kind dadurch nichts ändert. » mehr

Eltern beim Sex erwischt

04.09.2020

Vom Kind beim Sex erwischt: Wie Eltern reagieren sollten

Es ist die natürlichste Sache der Welt. Und trotzdem sind Mama und Papa irgendwie etwas peinlich berührt, wenn sie von ihrem Kind beim Liebesspiel «ertappt» werden. Dann heißt es: cool bleiben. » mehr

Erziehen ohne Schimpfen

28.08.2020

Wenn sich Teenager nicht an Vereinbarungen mit Eltern halten

Sich an Absprachen zu halten, ist für Teenager in der Pubertät schwer. Eltern wünschen sich, dass ihre Sprösslinge trotz schwieriger Phase kooperieren. Versuchen Sie es doch mal mit Entgegenkommen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 05. 2020
12:12 Uhr



^