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Teenager zum Lernen motivieren

Kinder in der Pubertät sind nur schwer zum Lernen zu motivieren. Sie behaupten mal mehr, mal weniger pampig: Kein Mensch brauche dieses ganze unnütze Wissen. Doch das jugendliche Gehirn kann man austricksen.



Ein konkreter Grund zum lernen
Pubertierende brauchen einen konkreten Grund, für dem sie lernen sollen.   Foto: Jens Kalaene

Sie stecken mitten in der Pubertät, fühlen sich antriebslos und haben nach einer miesen Note noch weniger Bock zu lernen.

Eltern sind während der Pubertätsphase ihrer Kinder oft am Rand der Verzweiflung und machen die Erfahrung: Man kann Teenager nur schwer zum Lernen motivieren. Kira Liebmann weiß das. Die Münchnerin hält Vorträge und coacht als Pubertät-Überlebens-Trainerin ratlose Eltern, mit welchen Tricks man Heranwachsende doch packen kann.

Teenager Ohren hören nur, was sie hören wollen

«Zuerst sollte man den Druck herausnehmen und sich bewusst machen, dass die üblichen Tipps für Erwachsene, wie man am besten lernt, nicht bei Jugendlichen funktionieren - schon gar nicht in der Pubertät», stellt Liebmann klar. Kommt man mit Sprüchen wie «Du solltest regelmäßig lernen!», «Setz dir Teilziele!» oder «Mach dir Notizen!» schalten Teenager-Ohren auf Durchzug.

Erwachsene motivieren sich in der Regel selbst mit Willenskraft und Einsicht zum Lernen. «Doch Schüler fragen immer zuerst: Was habe ich davon, dass ich das lerne?» Also sollte man ihnen konkrete Vorteile oder Ziele vor Augen führen. «Für Französisch könnte man sagen: Wäre das nicht cool, wenn du mal in Frankreich bist und Freunde kennenlernst, wenn du die dann auch verstehen könntest?» Oder man erinnert an die gute Zwei vom letzten Mal: «Das war doch ein tolles Gefühl. Willst du das nicht noch mal haben?», gibt Liebmann zwei Beispiele.

Fünf-Minuten-Trick geht fast immer

Um das Kind dazu zu bringen, sich selbst zu motivieren, helfe die Fünf-Minuten-Regel. «Man vereinbart mit dem Kind, dass es sich wenigstens fünf Minuten mit dem Stoff beschäftigt - das allerdings mit höchster Konzentration.» Danach dürfe es aufhören. Damit mache man sich den Trick zunutze, dass man nach fünf Minuten «in den Flow kommt», erklärt der Erziehungscoach. Dieser Trick funktioniere in 80 Prozent aller Fälle. So überliste man das Gehirn, und das Kind bringe die Sache zu Ende, was natürlich länger als fünf Minuten dauert.

Wichtig sei auch, den Lerntyp seines Kindes zu kennen. Nicht alle Kinder lernen, indem sie vom Blatt ablesen. «Meine Tochter etwa braucht Bilder und Geschichten dazu. Wiederum andere laufen im Zimmer auf und ab und sagen sich das Erlernte laut vor.»

Der Lerntyp meines Kindes

Und wie finde ich heraus, was für ein Lerntyp mein Kind ist? «Eltern können konkret fragen: Wie hast du dir das gemerkt? Oder wenn ein Kind etwas Tolles noch weiß, zu ergründen: Wie erinnerst du dich daran?»

Wenn das Kind erst spät am Abend mit dem Lernen loslegt, heißt es: Bloß nicht meckern. «Eltern sollten wissen, dass ihr Kind eine andere innere Uhr hat», erklärt Liebmann. Denn der Biorhythmus sei um zwei Stunden nach hinten verschoben. «20.00 Uhr Teenagerzeit ist 18.00 Uhr Erwachsenenzeit.» Das hänge mit der Zirbeldrüse zusammen, die die innere Uhr steuert und das Schlafhormon Melatonin produziert. Die Zirbeldrüse arbeite bei Jugendlichen anders, erklärt die zweifache Mutter.

Diese Verschiebung reguliere sich erst so etwa mit 18. «Man sagt auch, man ist dann erwachsen, wenn man freiwillig früher ins Bett geht», so Liebmann. Zudem hemme Displaylicht von Computer, Tablet oder Handy die Melatonin-Produktion und sorge dafür, dass Teenager später müde werden.

Veröffentlicht am:
25. 01. 2019
04:48 Uhr

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dpa

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25. 01. 2019
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