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Überall schwarze Löcher

Im Haushalt scheint es viele schwarze Löcher zu geben. Eines sitzt in der Waschmaschine.



 

Albert Einstein hat angeblich nie an die Existenz von schwarzen Löchern geglaubt. Dennoch gib es sie. Massenweise. Drei davon befinden sich allein in unserem Haus. Schwarzes Loch Nummer eins hat seinen Sitz in der Waschmaschine. Bevorzugt lässt es Socken verschwinden. Wanderten sie noch zu zweit hinein, kommt am Ende des Schleudergangs nur noch eine heraus. Mit diesem Mysterium hadere nicht nur ich. Statistisch gesehen frisst nämlich jede Waschmaschine in einem Haushalt etwa 3,8 Socken pro Jahr. Wohin sie sich verkrümeln, haben findige Kriminalisten längst herausgefunden: Demnach landen sie zwischen Gummidichtung und Waschmaschinentür, von wo sie im schlimmsten Fall ins Innere gespült und dort wiederum im besten Fall zersetzt werden. Inzwischen gibt es sogar – kein Witz – einen "Welttag der verschwunden Socken". Begangen wird er am 9. Mai.

Schwarzes Loch Nummer zwei schwebt in meinem Arbeitszimmer. Es wabert über dem Schreibtisch und verschluckt mitunter wichtige Dokumente und gerne auch einmal unbezahlte Rechnungen. Am liebsten aber frisst es Zeit. Da will man nur noch mal kurz etwas am Rechner checken und – schwupps – schon ist eine Stunde weg.

Schwarzes Loch Nummer drei liegt im Kinderzimmer. Es hat mit Abstand die größte Anziehungskraft und wird mit den Jahren der Bewohner immer größer. Waren es früher vor allem Legosteine, Puzzleteile und Rolf-Zuckowskis-CDs (für deren Verschwinden ich schon fast ein bisschen dankbar war), fallen ihm in jüngster Zeit Dinge zum Opfer, ohne die der heutige Teenager am Rande des Nervenzusammenbruchs steht. "Mama, wo ist mein Aufladegerät fürs Handy?", hallt es durchs Haus. Dort, wo das kosmische Chaos tobt, finde ich einen roten Zwerg, der kurz vor der Explosion steht. Zwei Stunden später trabt meine Älteste die Treppe hinunter. In ihrer Hand hält sie das Objekt ihrer Begierde. "Und, wo war es?" Meine Tochter grinst: "Im Beutel mit den einzelnen Socken!" Nicht einmal Einstein und seine Relativitätstheorie könnte mit erklären, wie es dort hingekommen ist.

Autor

Brigitte Löffler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 02. 2017
14:45 Uhr

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09. 02. 2017
14:45 Uhr



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