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Wer Schmetterlinge will, muss ihre Raupen ernähren

Jeder mag Schmetterlinge - auch die Vögel und Fledermäuse, die sich von ihnen ernähren. Das spricht schließlich für ein gesundes Ökosystem. Der Hobbygärtner kann das fördern, indem er Pflanzen setzt, auf die Schmetterlinge fliegen.



Schmetterlinge
Schmetterlinge ernähren sich in erster Linie von Nektar - wie dieser Kleine Fuchs an den Blüten einer Winterheckenzwiebel.   Foto: Andrea Warnecke » zu den Bildern

Das ganze Ökosystem braucht Falter», betont Buchautorin Elke Schwarzer. «Falter sind als Futter von Vögeln und Fledermäusen wichtig.» Und natürlich sind Schmetterlinge auch an der Bestäubung von Blühpflanzen beteiligt.

Hobbygärtner tun also damit etwas Gutes, wenn sie den Tieren passende Pflanzen im Garten anbieten - für die Natur, aber auch noch für sich selbst. Denn die Tiere sind schließlich auch hübsch zu beobachten.

Geeignete Schmetterlingsmagnete

Schmetterlinge selbst lockt man mit Nektarpflanzen an - vor allem Kräuter. Wenn man die Blüte nicht aberntet, werden Minze, Salbei und Majoran den ganzen Sommer über von den Faltern besucht.

Ein Magnet für Falter ist auch der nektarreiche Schmetterlingsflieder (Buddleja). Dabei kann er bis in den Oktober hinein immer wieder frische Blütenstände bilden. Auch zwei Raupen, die der Nachtfalter Braunwurz- und Königskerzen-Mönch, mögen den Schmetterlingsflieder, wenn es an den namensgebenden Braunwurz und Königskerzen mangelt.

Allerdings: Bei Gärtnern hat der Schmetterlingsflieder keinen ganz tadellosen Ruf, da er sich auf Brachflächen und spärlich bewachsenen Naturarealen in den Höhen der Alpen massiv ausbreiten kann. Aber dieses Phänomen wurde nur selten auf Kulturflächen wie dem Garten beobachtet. Wer trotzdem sichergehen will, dass der Bestand nicht überhandnimmt, sollte die Blütenstände rechtzeitig vor der Samenreife entfernen, rät Melanie Chisté, Insektenexpertin des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV).

Vorratsgefäße aus Kunststoff

Künstliche Nektarspender werden immer häufiger im Handel angeboten. Diese Vorratsgefäße aus Kunststoff enthalten ein Reservoir für Nährlösung, an die Schmetterlinge über feine Löcher gelangen. «Es ist zu beobachten, dass die Spender angenommen werden», sagt die Insektenexpertin Chisté.

Sie gibt aber zu bedenken, dass man nicht nur Zuckerwasser einfüllt, denn auch Salz sei für die Ernährung wichtig. «Deshalb beobachtet man, dass die Schmetterlinge beispielsweise auch Schweiß aufnehmen.» Grundsätzlich rät Chisté, im Garten an verschiedenen Stellen Wasserquellen bereitzustellen. «Das fördert vor allem in trockenen Jahren auch andere Lebewesen.»

Negatives Image

Während die Schmetterlinge vor allem wegen ihrer farbig gemusterten Flügel geschätzt werden, haftet ihren Raupen ein negatives Image an. Nicht ganz zu Unrecht: «Raupen sind Fraßschädlinge», erklärt Insektenexpertin Chisté. Dazu zählt etwa der Apfelzünsler, der Blatt und Frucht schädigt. «Auch Gespinstmotten und Eichenprozessionsspinner hinterlassen sichtbare Beeinträchtigungen der Pflanzen.»

Die erwachsenen Falter hingegen sind dann harmlos. Sie ernähren sich vorwiegend flüssig. «Dabei wird in erster Linie Nektar aufgenommen, aber auch Tränenflüssigkeit und Schweiß können als Flüssigkeitsquelle angenommen werden», erläutert Chisté.

Doch ohne die erst mal lästigen Raupen gibt es eben auch keine Schmetterlinge. Daher sollte man die Bedürfnisse der Raupen erfüllen - und das sind meist heimische Pflanzen. Denn sie sind häufig auf bestimmte Arten spezialisiert. «Eine Hecke aus Liguster oder Weißdorn ist als Lebensraum für die Raupen ideal», sagt Buchautorin Schwarzer.

Wichtige Nahrungsquellen

Eine große Bedeutung haben auch Doldenblütler. «Die Raupen des Schwalbenschwanzes bevorzugen beispielsweise Dill, Fenchel und Wilde Möhre.» Beim Malvendickkopf deutet der Name bereits an, dass er auf Stockrosen und Malven steht. Expertin Chisté ergänzt: «Der Faulbaum beispielsweise ist für die Raupen des Zitronenfalters neben dem Kreuzdorn die wichtigste Nahrungsquelle.»

Daneben sind es die Gartenarbeiten, die Schmetterlingen und ihren Raupen ein Zuhause rauben - oder ihnen es eben einrichten. Das Herbstlaub liegen lassen und Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden, lauten die Tipps der Buchautorin Schwarzer.

Sie ist auch gegen den sogenannten Hausmeisterschnitt bei Sträuchern. Damit ist gemeint, dass immer nur oben am Strauch die Spitzen abgeschnitten werden. Es sei viel besser, einzelne Triebe an der Basis zu kappen, um den Austrieb neuer vitaler Zweige zu fördern. Gleichzeitig entsteht so ein luftiges Astgerüst, das sowohl den Insekten als auch den Vögeln einen idealen Lebensraum beschert. Außerdem empfiehlt Schwarzer, kleine, wilde Ecken mit hohem Gras und Brennnessel für die Tiere stehen zu lassen.

Veröffentlicht am:
25. 07. 2019
04:52 Uhr

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Autor

dpa

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25. 07. 2019
04:52 Uhr



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