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Gießen mit Handy und Handtasche

Das Gärtnern mit dem Handy könnte schon Standard sein. Im Handel gibt es dazu eine breite Produktpalette - doch Hobbygärtner greifen noch nicht wirklich zu. Der Klimawandel könnte das ändern.



AquaBloom Set von Gardena
Das AquaBloom Set von Gardena ist eine neue automatische Bewässerungslösung für Balkon und Terrasse. Es kommt auch ohne Steckdose und Wasserhahn aus - dank Solarpanel oder Batterie sowie einer Pumpe.   Foto: Gardena » zu den Bildern

Hobbygärtner müssen sich zunehmend mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihre Pflanzen sparsamer und weniger mühevoll gießen können. Auf der weltweit größten Gartenmesse Spoga+Gafa in Köln haben viele Hersteller nun Ideen dafür vorgestellt - darunter sind viele smarte Lösungen, aber auch so manches praktische Produkt für das Wässern per Hand.

Bei den Gartenschläuchen hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Relativ neu sind zum Beispiel flexible Modelle: Stehen sie nicht unter dem Druck des Wassers, zieht sich der Gewebemantel um bis zu ein Drittel zusammen, verspricht so manche Messeneuheit. Sie sind damit so klein, dass viele Hersteller sie in kleine Tragetaschen zur Lagerung und zum Transport verstauen - man könnte fast meinen, es sind Frauen-Handtaschen.

Lösungen für den Balkongärtner

Das ist perfekt für Balkongärtner, die meistens wenig Lagerplatz haben. Alternativ gibt es für sie auch Lösungen zum Anschließen der Schläuche an die Armatur der Küchenspüle oder andere Waschbecken in Balkonnähe - einfach den Schlauch durchs Fenster nach draußen leiten.

Aber auch bei den üblichen Gartenschläuchen achten die Hersteller zunehmend auf den guten Transport während des Gießens. Statt die vollen Schläuche quer über den Rasen von Beet zu Beet zu ziehen, kann man zumindest einen Teil davon in einem Kasten mitnehmen - in einer Art Handgepäcks-Koffer zum Ziehen für große Schläuche oder, bei kleineren Modellen, ebenfalls in einer Art Handtasche um die Schulter.

Trend zur automatisierten Bewässerung

Automatische Gießsysteme finden sich inzwischen auch in großer Zahl im Handel. Ihr Vorteil: Man muss so nicht jeden Tag selbst gießen und kann auch mal wegfahren. Gleichzeitig bewässern viele Systeme nur so viel, wie die Pflanzen tatsächlich brauchen - man spart Wasser. Gesteuert wird das alles über Apps auf dem Smartphone oder Tablet.

Klassischerweise handelt es sich dabei um fest installierbare Schlauchanlagen im Beet, mit Wasseröffnungen an den einzelnen Pflanzen. Die Entwicklung geht nun aber verstärkt hin zu mobilen und schnell veränderbaren Stecklösungen - ob fürs Beet oder für einzelne Töpfe. Für den Balkon ohne Steckdose gibt es auch akku- oder solarbetriebene Systeme.

Hobbygärtner suchen flexible Lösungen bei Hitze

Solche mobilen Systeme erfüllen zwei Wünsche der Hobbygärtner: Sie wollen erstens günstigere und flexiblere Lösungen als die klassische automatische Bewässerung - so wie man sie aus Parks oder städtischen Anlegen kennt. Zweitens brauchen Hobbygärtner Bewässerungssysteme vor allem an heißen Sommertagen, wenn sie selbst mit dem Gießen überfordert sind.

Anna Hackstein vom Industrieverband Garten erwartet daher, dass sich viele Hobbygärtner in Zukunft verstärkt mit einer sparsamen und automatisierten Bewässerung auseinander setzen werden - als Folge der Trockenheit der Sommer 2018 und 2019. Trotzdem: «Es ist wie beim Smart Home - alle sprechen darüber und sind dafür aufgeschlossen», so die Expertin. Aber das vollständige Smart Home beziehungsweise eben der smarte Garten werde noch nicht umgesetzt.

Nischentrend zur Sense

Peter Botz vom Verband Deutscher Garten-Center vermutet, dass das in der Natur der Sache liegt: Wer Gartenarbeit liebt, will Gartenarbeit ja nicht abgeben, sondern sie selbst erledigen. Daher prognostiziert der Branchensprecher, dass smarte Bewässerungssysteme es zwar schaffen könnten. «Spielereien wie ein Unkrautroboter zum Beispiel werden aber nicht ankommen.»

Er erwartet sogar teilweise wieder eine Abkehr von der maschinengesteuerten Arbeit. Es gebe eine steigende Nachfrage der Kunden von Gartencentern nach alten Handgeräten - der Sense zum Beispiel. «Es geht vielen Hobbygärtnern nicht darum, den Rasen schnell in 15 Minuten zu mähen, sondern es ist für sie eine Muße, bei schönen Wetter im Garten zu sein und dabei das Gras zu mähen», so Botz. Also bewusst eine Arbeit zu erledigen.

Trotzdem dürfte es sich bei der Sense - zumindest noch - um ein Nischenprodukt handeln. Auf der Messe gelang es trotz intensiver Suche nicht, ein Modell zu finden.

Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
14:59 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
14:59 Uhr



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