Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

 

Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020

Die Robinie kann ein schöner Hausbaum sein: Groß genug wird sie und fügt sich gut ins Gartenbild ein. Doch die Baumart macht auch viel Arbeit. Gärtner empfehlen daher eine bestimmte Robinien-Sorte.



Blütenstände der Robinie
Im Frühjahr bildet die Robinie weiße Blütenstände, die traubenartig von der Krone herabhängen.   Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Die Robinie, der Baum des Jahres 2020, ist eine Schönheit. Reizvoll ist der Kontrast aus einem groben Stamm und einer hellen luftigen Krone mit zart gefiederten Blättern.

Im Frühjahr bildet der Baum weiße Blütenstände, die traubenartig von der Krone herabhängen. Im Winter hängen dann dort schwarz-braune Hülsenfrüchte.

Und: «Die gefiederten Blätter werfen einen tollen durchlässigen Schatten, der nicht so dunkel und ganz anders ist als bei anderen Laubbäumen», sagt Christoph Dirksen vom Bund Deutscher Baumschulen.

Trotzdem sticht die Schönheit nicht jedem gleich ins Auge. «Es ist eine relativ unscheinbare Pflanze», findet der Baumschuler. Und auch das kann ein Plus des Baumes im Garten sein - er ist da, er ist schön, aber er zieht eben nicht alle Aufmerksamkeit auf sich.

Die Robinie ist klimatisch wertvoll

Die Dr. Silvius Wodarz Stiftung wählte die Robinie nicht nur wegen ihres angenehmen Äußeren zum Baum des Jahres, sondern wesentlich wegen ihrer Eigenschaften. Einige davon sind in Zeiten des Klimawandels besonders wertvoll.

Sie widersteht Hitze und Trockenheit, toleriert selbst aggressive Streusalzreste an Straßen- und Autobahnrändern. Und ihre Blüten gelten als wahre Bienenweiden, reichlich gefüllt mit Nektar. Das macht die Robinie auch für Privatgärtner interessant.

Obwohl sie optisch reizvoll und anspruchslos ist, setzte sie sich nicht massenhaft durch. Ihr Anteil in deutschen Wäldern beträgt 0,1 Prozent, informiert die Dr. Silvius Wodarz Stiftung. Dabei besitzt sie durchaus Potenzial, sich rasch und weit auszubreiten.

Robinie bereitet Naturschützern Sorgen

Denn wenn sich diese Baumart erst einmal irgendwo ansiedelt, ist sie kaum wieder wegzubekommen. Die Robinie gehört zu den invasiven Baumarten, und damit macht sie sich - trotz ihrer positiven Eigenschaften - nicht nur Freunde.

«Sie ist sehr gut an stickstoffarme Böden angepasst, da sich an ihren Wurzeln Stickstoff anreichert», erklärt Simon Heitzler vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). «Allerdings stellt sie damit eine potenzielle Gefahr für stickstoffarme Naturräume wie Sand-Magerrasen dar. Arten, die auf nährstoffarme und trockene Böden spezialisiert sind, haben neben der Robinie schlechte Karten. Sie werden von ihr verdrängt.»

Kugelrobinie für Privatgärten empfohlen

Auch im privaten Garten ist die Robinie oft problematisch - aus anderen Gründen. «Zum einen werden die Bäume recht groß, zu groß für die meisten Hausgärten», sagt Dirksen. Zum anderen macht die Pflege viel Arbeit. «Es ist schwer, den Baum zu beherrschen. Man muss ihn beobachten und aufpassen, dass er sich nicht permanent neu aussäht.»

Sein Rat an Hobbygärtner: Sämlinge, die man nicht haben möchte, entfernen - und zwar früh. Ein Sämling bildet vom ersten bis zum dritten Lebensjahr schon Wurzeln bis zu drei Metern Länge.

Auch der Baum selbst braucht viel Aufmerksamkeit, denn er muss regelmäßig stark zurückgeschnitten werden. «Werden die Pflanzen nicht gut kultiviert, bilden sich lediglich Peitschentriebe, und das Holz ist wind- und bruchanfällig», erklärt Dirksen.

Er rät für kleinere Gärten zur Kugelrobinie (Robinia pseudoacacia 'Umbraculifera'). Sie ist wesentlich kleiner als die herkömmliche Robinie und bildet ohne Schnitt eine rundliche Baumkrone aus. Und sie ist pflegeleichter. «Die Kugelrobinie muss nur alle zwei bis drei Jahre zurückgeschnitten werden, das ist auch in privaten Gärten durchaus machbar.»

© dpa-infocom, dpa:200527-99-206720/4

Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
17:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baumarten Bäume Hausgärten Laubbäume Naturschutzbund Deutschland Naturschützer Pflanzen und Pflanzenwelt Privatgärten Wald und Waldgebiete
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mähroboter ist Gefahr für den Igel

22.06.2020

Mähroboter gefährdet Tiere im Garten

Knopfaugen, Stachelkleid: In den Gärten sind wieder Igel unterwegs. Doch dort lauert Gefahr: Naturschützern zufolge geraten immer häufiger Igel und andere Tiere unter Mähroboter. » mehr

Gutes für Bienen

21.11.2019

Bäume pflanzen, Welt retten

Kann auch ich helfen, die Welt zu retten? Ja, im Kleinen kann jeder etwas dazu beitragen - etwa im eigenen Garten. Drei Ideen für Hobbygärtner im Jahr 2020. » mehr

Familie der Rosengewächse

05.09.2019

Warum die Quitte einen Platz im Garten verdient

Die Quitte gehört zu den ältesten Obstarten, ist heute jedoch nahezu in Vergessenheit geraten. Zu unrecht: Die Bäume sind pflegeleicht, die Frucht lässt sich vielseitig verwenden. » mehr

Phalaenopsis

30.01.2020

Pflegetipps für Schmetterlingsorchideen

Schmetterlingsorchideen sind sehr beliebte Dekorationen fürs Zimmer. Und doch ärgern sie ihre Besitzer, denn die zuverlässige und lange Blüte stockt schon mal. Experten verraten ihre Pflegetricks. » mehr

Grünkohl

03.10.2019

Wann muss ich den Garten winterfest machen?

Im Spätherbst versetzen viele Hobbygärtner ihr Revier in Winterschlaf - am besten aber so wenig wie möglich. Denn nicht alles schläft ein: Es kann sogar noch Gemüse angebaut werden. » mehr

Die Schwarze Apfelbeere

26.09.2019

Wildobsthecken nützen Mensch und Tier

Apfel, Kirsche und Zwetschge hat doch jeder im Garten. Wie wäre es mal mit Weißdorn oder Lenzbeere? Auch diese Wildobstgehölze werfen Essbares ab und bieten Tieren einen Lebensraum. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
17:14 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.