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Tricks für prächtige Hortensien

Hortensien galten lange Zeit als spießig, jetzt findet man sie in jedem Blumenladen - zu nicht gerade günstigen Preisen pro Einzelblüte. Dabei wachsen sie prächtig im Garten - und blühen sogar blau.



Rispenhortensie
Die Rispenhortensie steht im Spätsommer in voller Blüte.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn » zu den Bildern

Hortensien waren lange das, was man gerne als out und altbacken bezeichnet. Dabei sind die Sträucher mit ihren dicken, kugeligen oder tellerförmigen Blüten im Sommer der Hingucker im Beet. Das finden nicht nur jene Hobbygärtner, die selbst im städtischen Umfeld gerade gerne einen Bauern- oder Landhausgarten anlegen wollen.

Zumal es neue Hortensien-Züchtungen gibt. «Grob unterscheidet man Ball- oder Bauernhortensien, Rispen-, Teller-, Samt-, Eichblatt- und Kletterhortensien», erklärt Dirk Böhlje vom Verband der GartenBaumschulen in Haan (NRW). Im Trend liegen Hortensien, die in den verschiedenen Stadien der Blühphase mehrmals die Farbe wechseln.

Auch dunkellaubige Exemplare oder Sorten mit schwarzen Stielen wie die Zauberstab-Hortensie finden besonderen Zuspruch. Auch die ungewöhnlichen blaublühenden Pflanzen finden sich häufig im Garten.

Schattenpflanzen mit viel Wasserbedarf

Was die Hortensie außerdem attraktiv macht, ist ihre lange Blütezeit von Juni bis September, teils sogar Oktober. «So lange blüht kaum eine andere Pflanze», sagt Böhlje. Und auch danach im Spätherbst und Winter sind die abgestorbenen Blütenstände noch schön anzusehen, gerade wenn der Frost sich darauf absetzt. Sein Rat lautet daher: «Sie sollten im Herbst nicht entfernt werden.»

Im Prinzip sind Hortensien recht robust, benötigen aber etwas Pflege. «Die meisten Arten wachsen gern im wandernden Schatten und brauchen viel Feuchtigkeit», erklärt Erika Brunken von der Niedersächsischen Gartenakademie. «Über ihre großen Blätter verdunstet viel Wasser, das über die Wurzeln nachgeliefert werden muss.»

Der Boden sollte locker, humusreich und leicht sauer sein, am besten mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6. «Der pH-Wert beeinflusst sogar die Farbe der Blüten», erklärt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. Hortensien blühen eigentlich nur in den Schattierungen von Weiß über Rosa bis dunkles Rot oder in Lila.

Sauer macht blau

Man kann sie aber auch zu blauen Blüten bewegen: «Rosafarbene Hortensien blühen blau, wenn der Boden sauer ist, und zwar ab einem pH-Wert von 5. Das können die Gärtner durch gezielte Substratwahl und durch Zugabe von Düngern auf Aluminium-Basis unterstützen», erläutert Wagner. Dieses Phänomen tritt aber nur bei rosa blühenden Hortensien auf, die anderen behalten ihre Farbe.

Und man muss die rosa Hortensien immer wieder entsprechend versorgen. «Ist der Boden nicht sauer genug, schlägt die blaue Farbe aber schnell wieder ins Rosa um.»

Da Hortensien sogenannte Starkzehrer sind, müssen sie auch grundsätzlich regelmäßig gedüngt werden - am besten mit Kompost oder anderem organischem Dünger. «Gut ist Rinderpellet, aber auch Rhododendron- oder Azaleendünger kann zum Einsatz kommen. Die sorgen im Boden für ein saures Milieu mit entsprechendem pH-Wert», ergänzt Wagner.

Daher lassen sich Hortensien auch gut mit Rhododendron in einem Beet kombinieren. «Sie brauchen beide leicht sauren humosen Boden und ergänzen sich auch bei den Blütezeiten gut», sagt Brunken. Auch Hosta, Farne, Astilben, Elfenblume und Azaleen sind mögliche Nachbarn. «Hortensien machen sich besonders gut im lichten Schatten», findet Wagner. «Gerade weiß blühende Sorten setzen in schattigen Gartenbereichen Lichtakzente.»

© dpa-infocom, dpa:200617-99-460138/3

Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
17:14 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
17:14 Uhr



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