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Gartenmythos: Unkraut vergeht nicht?

Mit Sprichwörtern ist das so eine Sache. Manches kann man einfach nicht glauben. Doch wenn der Hobbygärtner schimpt: «Unkraut vergeht nicht» - ist da etwas Wahres dran?



Gänseblümchen
Für manche sind sogar die hübschen Gänseblümchen störendes Unkraut im Rasen.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn

Ein altes Sprichwort lautet «Unkraut vergeht nicht». Gemeint ist damit, dass manche Menschen alles überstehen. Aber auch im Garten scheint das so zu sein.

Der Hobbygärtner kann tun, was er will, Unkraut vergeht nicht. Vor allem nicht, wenn er auf aggressive Chemie verzichten will. Bestätigen Profis das? Die Antwort sollte mit einer anderen Frage beginnen: 

Was sind eigentlich Unkräuter?

Es sind lediglich Pflanzen, die an einem Platz unerwünscht sind. Typischerweise halten Profis und Hobbygärtner Löwenzahn, Klee, Moos, aber auch Ehrenpreis, Gundermann oder Hornkraut dafür. Und sogar die hübschen Gänseblümchen. Deswegen sprechen Umweltschützer auch lieber von Wildkräutern statt Unkräutern.

Das sind starke Pflanzen, die schnell Fläche für sich vereinnahmen. Und es sind vor allem schlaue Pflanzen, die Schwächen ihrer Konkurrenten oder Chancen, die ihnen der Hobbygärtner gibt, ausnutzen.

So kommt Moos im Rasen durch, wenn das Grundstück nicht gut gepflegt wird oder die Gräser zu wenig geschnitten werden. Das verfilzt die Fläche. Oder die Gräser wachsen wegen Nährstoffmangels nicht stark genug, um Unkräuter zu unterdrücken. Auch ungeeigneter Boden oder eine zu schattige Lage kann laut der Deutschen Rasengesellschaft das Gras so schwächen, dass Unkraut die Oberhand gewinnt.

Dennoch hat der Hobbygärtner realistische Chancen, nicht nur Etappensiege gegen Unkräuter zu erzielen, sondern sie dauerhaft stark zu minimieren. Er muss nur die Schwachstellen im Garten und schlechte Bedingungen für die erwünschten Pflanzen beseitigen. Denn auch Herbizide gegen lästiges Grün beseitigen nur die erste Generation. Bestehen die Mängel für den Rasen weiterhin, siedeln sich immer wieder neue Unkräuter an.

Was kann der Hobbygärtner also tun?

Erst mal sollte er bestehende Unkräuter jäten. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) rät dazu bei trockener Witterung. Denn dann wachsen Pflanzenreste nicht wieder an. Gut ist, wenn man die Pflanzen mit Wurzeln entfernt, bevor ihre Samen reifen.

Rasen wird dann laut Deutscher Rasengesellschaft künftig am besten durch optimales Düngen, weniger tiefes Abschneiden der Gräser und in Schattenbereichen durch das Ansäen von dazu passenden Rasenmischungen stark gehalten.

In Beeten oder unter Baumkronen aber haben Unkräuter noch viel mehr Chancen: Hier gibt es viele freie Bodenstellen zum Besiedeln. Konkurrenten, die die Unkräuter erst ausschalten müssten, gibt es hier nicht.

Doch Rindenmulch und Bodendecker lassen ihnen zum Beispiel keine Chance. Der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) empfiehlt lediglich das Jäten, bis die grüne Decke sich geschlossen hat. Je dichter diese Pflanzen sitzen, desto schneller geschieht das: Bei schwach wachsenden Arten wie Haselwurz sollten es bis zu 24 Pflanzen pro Quadratmeter sein, vom Efeu reichen vier Exemplare.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
13. 07. 2017
04:15 Uhr

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13. 07. 2017
04:15 Uhr



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