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Zwei Methoden zum Vermehren des Lieblingskaktus

Kakteen sind geduldige, langlebige Begleiter. Wer von seinem Lieblingskaktus mehr möchte, kann diesen vermehren: entweder, indem er ein Teil einfach in einen neuen Topf gibt, oder durch eine Methode namens Pfropfen.



Echinopsis
Die Kakteen-Gattung Echinopsis eignet sich als Unterlage für die Vermehrung durch Pfropfen.   Foto: Jens Schierenbeck/dpa-tmn

Kakteen lassen sich auf denkbar einfache Weise fortpflanzen: Ein Pflanzenteil wird in einen neuen Topf gegeben. Es sollte nicht eingegraben werden, erklärt die Deutsche Kakteen-Gesellschaft in Adelsdorf (Bayern).

Die Pflanzenteile stellt der Hobbygärtner nach Möglichkeit einfach mit der Schnittstelle auf den Sand. Werden sie im Substrat versenkt, könnten Fäulnisbakterien und Pilze die Pflanze zerstören. Der Topf sollte nicht mit reiner Erde aufgefüllt sein, sondern mit Sand oder einem lockeren Gemisch aus Kakteenerde und Sand. Erde enthält einen hohen Anteil an humosen Bestandteilen, was zu Pilzinfektionen bei den Kakteen führen kann.

Gut funktioniere das Vermehren durch Stecklinge etwa bei Opuntien (Opuntia spec.), Blattkakteen (Epiphyllum), vielen Säulenkakteen wie Cleistocactus straussii und Weihnachtskakteen (Schlumbergera spec.).

Eine alternative Vermehrungsmethode ist das sogenannte Pfropfen: Hier kommt in eine Schnittstelle eines Kaktus ein Teil eines anderen Kaktus, so dass beide verwachsen.

Sehr beliebt seien als Unterlage die Gattungen Selenicereus, Hylocereus, Pereskia oder Pereskiopsis, erläutert die Kakteengesellschaft. Aber auch mit Arten von Echinopsis oder Trichocereus sei das möglich. Wichtig ist, dass die Unterlage und der gepfropfte Kaktus im Winter die gleichen Temperaturen bevorzugen.

Zum Pfropfen nimmt der Gärtner ein sauberes, scharfes Messer, ein Skalpell oder eine Rasierklinge und schneidet die zu pfropfende Pflanze an der gewünschten Stelle ab, erklären die Experten. Die Schnittstelle darf nicht berührt werden und sollte sauber bleiben.

Die Pflanze, die auf die Unterlage kommt, wird ebenfalls frisch angeschnitten und fest mit der Unterlage an deren Schnittstelle mit leichtem Druck verbunden. Dafür eignen sich etwa Gummibänder. Die freiliegenden Teile der Unterlage können noch mit Kohlepulver bestäubt werden, um mögliche Infektionen mit Pilzen oder Bakterien zu vermeiden, rät die Gesellschaft.

Der bekannteste gepfropfte Kaktus dürfte der Erdbeerkaktus (Gymnocalycium mihanovichii) sein, erläutert die Kakteengesellschaft. Der farbige, aufsitzende Kaktus ist eine chlorophyllfreie Züchtung, die auf eigenen Wurzeln nicht überlebensfähig wäre.

Durch das Pfropfen wachsen Kakteen schneller, was wiederum schneller zu einer Blüte führen kann. Daher ist diese Vermehrungsweise laut Kakteengesellschaft bei langsam wachsenden und auch sehr seltenen Arten recht beliebt. Aber diese Methode eignet sich auch gut für den Erhalt von kranken Pflanzen, die etwa von Pilzen oder Bakterien beschädigt wurden. 

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dpa

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Veröffentlicht am:
31. 08. 2017
04:25 Uhr

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31. 08. 2017
04:25 Uhr



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