Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

So wickeln Selbstständige die Insolvenz ab

Der Gang in die Insolvenz ist für Selbstständige oft der letzte Ausweg aus den Schulden. Nach spätestens sechs Jahren sind sie diese dann los. Was müssen Betroffene beachten?



Insolvenz
Neben dem Insolvenzantrag muss ein Anhörungsbogen beim Insolvenzgericht eingereicht werden.   Foto: Monika Skolimowska

Manchmal bleibt Selbstständigen bei Schuldenproblemen nur der Weg in die Insolvenz. Sie können einen Antrag auf Regelinsolvenz stellen, erklärt Kerstin Föller von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Im Gegensatz zur Verbraucherinsolvenz könnten Verschuldete hier auch ohne einen Einigungsversuch mit ihren Gläubigern in das Verfahren gehen, erklärt sie den Unterschied.

Neben dem Antrag muss ein umfangreicher Anhörungsbogen beim Insolvenzgericht eingereicht werden. Darin werden etwa Fragen zur betriebswirtschaftlichen Auswertung und zum Status einer möglichen Abwicklung der Firma gestellt - zum Teil komplizierte Themen. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass damit viele überfordert sind», sagt Föller. Sie empfiehlt im Zweifel eine professionelle Beratung.

Läuft das Insolvenzverfahren einmal, gilt die übliche Regel: Nach spätestens sechs Jahren ist man die Schulden los. «Das ist der große Vorteil», sagt Föller. Allerdings gibt es auch Pflichten. Menschen im Insolvenzverfahren haben eine sogenannte Arbeitsobliegenschaft. Das heißt: Lassen es Gesundheit und mögliche Erziehungsverpflichtungen zu, müssen sie in Vollzeit arbeiten oder sich aktiv um eine entsprechende Stelle bemühen und das gegebenenfalls nachweisen.

Ist Geld übrig, müssen damit natürlich die Gläubiger bedient werden. Hier gelten die üblichen Pfändungsgrenzen, erklärt Föller. Bei einem Single liegt der Selbstbehalt zum Beispiel bei 1133 Euro netto. Unter Umständen kann man während seines Insolvenzverfahrens selbstständig arbeiten. «Das muss der Insolvenzverwalter aber genehmigen», betont die Expertin, die bei der Verbraucherzentrale Hamburg die Abteilung Insolvenz, Kredit, Konto leitet.

Föller warnt noch vor einem Problem aus der Praxis, das Selbstständige mit Angestellten betrifft. «Viele haben kurz vor der Pleite nur noch das Netto überwiesen. Und das ist strafbar.» Konkret geht es um die nicht abgeführten Sozialabgaben. Diese könnten von den Finanzbehörden als sogenannte ausgenommene Forderungen angemeldet werden. Für solche gibt es nach Ende des Insolvenzverfahrens keine Restschuldbefreiung. Das heißt: Diese Schulden sind dann immer noch da. Wer ausstehende Sozialabgaben hat, sollte vor der Insolvenz mit dem Finanzamt oder der Krankenkasse reden. Ein möglicher Ausweg: Man könnte versuchen, eine Ratenzahlung für die ausstehenden Gelder zu vereinbaren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 09. 2018
10:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Insolvenzverfahren Konkurse Restschuldbefreiung Schuldenfalle Sozialabgaben Verbraucherzentralen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kreditaufnahme für den Autokauf

24.05.2019

Händler-Kreditangebote immer gut prüfen

Minikredit, Null-Prozent-Finanzierung, Kurzzeitdarlehen: Wenn Verbraucher sich Geld leihen wollen, dann bekommen sie es in der Regel auch schnell. Wer sich auf verlockende Finanzierungsangebote einlässt, kann am Ende abe... » mehr

Mehrere Figuren stehen auf Euromünzen

11.11.2019

Auswirkungen einer Beschäftigung im Alter

Ob aus Freude an der Tätigkeit oder aus einer finanziellen Notwendigkeit: Wer als Rentner weiter arbeitet, sollte an steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen denken. » mehr

Gutschein-Geschenke

09.12.2019

Was für Verbraucher bei Gutscheinen gilt

Für Bücher, fürs Kino oder Theater: An Weihnachten werden wieder unzählige Gutscheine verschenkt. Doch was, wenn das Geschenk nichts taugt? Oder man die Einlösung verschleppt? So ist die Rechtslage. » mehr

Strompreise 2020

06.12.2019

Wechsel des Stromanbieters ist meist noch möglich

Ob die Strompreise 2020 steigen, liegt im Ermessen der Netzbetreiber. Doch viele Anbieter haben bereits angekündigt, die Erhöhung der EEG-Umlage weiterzugeben. Noch können viele Kunden reagieren. » mehr

Paketbote

04.12.2019

So kommt die Weihnachtspost sicher an

Schön soll das Päckchen aussehen - und vor allem gut und pünktlich ankommen. Dafür kann auch der Absender etwas tun. Falls es bei der Zustellung dennoch hakt, gibt es Hilfe. » mehr

Mahngebühr für Stromrechnung

03.12.2019

Erstattung der Mahngebühren aus 2016 fordern

Zu spät gezahlt? Wer in den vergangenen Jahren eine Mahngebühr in Rechnung gestellt bekommen hat, kann diese vielleicht zurückbekommen - wenn er sich beeilt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 09. 2018
10:48 Uhr



^