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Die Quellensteuer und was Anleger darüber wissen müssen

Auch Dividenden werden besteuert - im In- wie im Ausland. Zwar können sich Anleger oft einen Teil der Steuern zurückholen, doch der Aufwand ist häufig hoch. Lohnt er sich trotzdem?



Quellsteuer
Ausländische Investoren können sich von den US-Behörden Geld aus Wertpapiergeschäften zurückholen: Ein Doppelbesteuerungsabkommen ermöglicht es Anlegern, eine Erstattung für einbehaltene Quellensteuer zu beantragen.   Foto: Andrea Warnecke » zu den Bildern

Wer in Wertpapiere investiert, sollte auch ein Auge auf die Steuern haben. Neben der Abgeltungssteuer, die mit 25 Prozent auf deutsche Aktiengewinne veranschlagt wird, gibt es die Quellensteuer, die im Ausland für dort erzielte Dividenden und Zinsen anfällt.

Was sollten Anleger über diese Steuer wissen, wo muss man sie bezahlen und lässt sie sich vermeiden? Antworten von Experten.

Was ist die Quellensteuer?

«Der Begriff Quellensteuer kommt im Wertpapiergeschäft zum Tragen, wenn einem inländischen Depotkontoinhaber ausländische Zins- oder Dividendenerträge zufließen», erklärt Mario Labes vom Bundesverband deutscher Banken. Die Quellensteuer wird von dem Land festgelegt, in dem die Kapitaleinkünfte erzielt werden. Der Quellenstaat behält sie auch ein. Die Steuer liegt je nach Land zwischen 0 und 35 Prozent.

Ein Beispiel: Ein deutscher Anleger investiert in die Aktie eines US-Konzerns und bezieht daraus eine Dividende von 100 Euro. Auf diesen Kapitalertrag fällt in den USA eine Quellensteuer von 30 Prozent an, also 30 Euro. Die Dividende schrumpft auf 70 Euro.

Quellensteuer fällt auch für Dividenden und Zinsen ausländischer Wertpapiere an, die von Fonds gehalten werden. Und sie wird selbst dann einbehalten, wenn ein Freistellungsauftrag über die jährlichen 801 Euro Sparerfreibetrag vorliegt. Allerdings kann man sich die Quellensteuer später erstatten und anteilig auf die Abgeltungssteuer anrechnen lassen.

Und wie kann ich das machen?

Die Quellensteuer wird von dem Quellenland zunächst einbehalten. «Wie viel Quellensteuer man sich zurückholen kann, richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Quellenstaat», sagt Hermann-Josef Tenhagen vom Portal Finanztip. Diese Abkommen verhindern, dass Einkommen in zwei Ländern besteuert wird. Also im genannten Fall die Dividende in den USA mit 30 Prozent Quellensteuer und in Deutschland mit 25 Prozent Abgeltungssteuer.

In den meisten Doppelbesteuerungsabkommen ist festgelegt, dass ausländische Investoren 15 Prozent Quellensteuer zahlen müssen. Hat in diesem Beispiel die US-Behörde 30 Prozent Quellensteuer einbehalten, kann man also eine Erstattung von 15 Prozent beantragen.

Wer in einen Fonds investiert hat, muss sich darum nicht kümmern. Das macht die Fondsverwaltung. Aktionäre, die einzelne Aktien halten, müssen sich einbehaltene Quellensteuern in Eigenregie zurückholen, sagt Michael Beumer von der Zeitschrift «Finanztest». In einigen Staaten geht das ohne fremde Hilfe. Andere akzeptieren Anträge nur, wenn diese über die Depotbank eingereicht werden. Dabei fallen oftmals saftige Gebühren an. «Erst ab einem mittleren dreistelligen Erstattungsanspruch lohnt sich der Aufwand», sagt Beumer.

Wie lasse ich mir die Quellensteuer in Deutschland anrechnen?

«Seit 2009 wird auf Dividenden und Zinsen in Deutschland eine einheitliche Abgeltungsteuer von 25 Prozent erhoben, wenn man den Sparerfreibetrag ausgeschöpft hat», sagt Labes. Wer im Ausland aber schon Kapitaleinkünfte versteuert hat, kann sich das auf die Abgeltungssteuer anrechnen lassen. Das übernimmt die Depotbank. Wer einen ausländischen Fonds besitzt, der Dividenden im Fondsvermögen erneut anlegt, ist seit 2018 nicht mehr verpflichtet, seine dort erzielten Kapitalerträge in der Steuererklärung anzugeben. Der Fiskus rechnet stattdessen mit Pauschalen. Eine Anrechnung der Quellensteuer entfällt für diese Fonds.

Veröffentlicht am:
24. 10. 2018
12:24 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
24. 10. 2018
12:24 Uhr



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