Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Online aufs Amt - Rangliste zeigt viel Nachholbedarf

Digitale Behördengänge, davon wird seit langem geredet. Doch die Möglichkeiten sind noch immer begrenzt. Eine Untersuchung zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen den Städten sind.



Digitale Verwaltung
Bei digitalen Dienstleistungen und Informationen haben Deutschlands Städte noch viel Luft nach oben. Berlin erreicht bei der Untersuchung 72 von 100 möglichen Punkten, Gera dagegen 33 Zähler.   Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Auto anmelden, Personalausweis beantragen, Mülltonne anfordern - dafür müssen die Bürger meist noch immer aufs Amt oder zum Briefkasten. Bei digitalen Dienstleistungen und Informationen haben Deutschlands Städte nach einer Untersuchung noch viel Luft nach oben.

Auf das beste Angebot können demnach die Berliner zurückgreifen, Schlusslicht ist Gera, wie das Beratungsunternehmen IW Consult ermittelte.

Berlin wird servicefreundlichste Stadt

Getrieben durch das Angebot seiner Verkehrs- und Abfallbetriebe sowie des Unternehmensservice erzielte die Bundeshauptstadt 72 von 100 möglichen Punkten und wurde damit «servicefreundlichste Stadt», Gera dagegen 33 Zähler. Auftraggeber der Untersuchung war der Eigentümerverband Haus und Grund.

«Der Einäugige unter den Blinden, Berlin, hat gewonnen», machte Verbandspräsident Kai Warnecke deutlich, dass aus seiner Sicht alle Städte Nachholbedarf haben. Bei den meisten sei das Angebot mangelhaft. Städte in den baltischen Staaten etwa seien deutlich weiter, auch die Österreicher erledigten 50 Prozent mehr Behördengänge online als die Deutschen.

«E-Government ist in Deutschland seit Anfang 2000 ein großes Wort. Es passiert aber nicht viel», sagte Studienautor Hanno Kempermann von IW Consult, einer Tochter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

Sein Team hat Websites der 100 größten Städte unter die Lupe genommen. Gesucht wurden 125 Verwaltungs- und Informationsdienstleistungen - vom Wohngeldantrag bis zur Autozulassung. Auch die Nutzerfreundlichkeit ging in die Wertung ein. Nur bei 7 der 100 Städte passten sich die Websites automatisch dem PC-, Tablet- oder Handy-Bildschirm an. Ließ sich ein Thema auf der Website innerhalb von fünf Minuten nicht finden, wurde es als fehlend vermerkt.

Gera ist Schlusslicht

Auf den Plätzen hinter Berlin landeten Schwerin, Augsburg, München und Worms. Am Ende der Tabelle fanden sich Düren, Hagen, Marl und Villingen-Schwenningen vor Gera. Gute Ansätze gab es: Regensburger können ihren Umzug online melden, Bonner Wohngeld im Netz beantragen, anderswo finde sich nicht mal ein Hinweis auf diese Leistungen.

Dass Deutschland bei digitalen Behördengängen den meisten EU-Staaten deutlich hinterherhinkt, hatte ein Bericht der EU-Kommission schon im vergangenen Jahr deutlich gemacht. Nicht einmal jeder zweite deutsche Internetnutzer nutzt demnach Formen des E-Government, im EU-Schnitt sind es fast zwei Drittel.

Um gegenzusteuern, hat der Bundestag 2017 das Onlinezugangsgesetz verabschiedet. Es soll dafür sorgen, dass Bürger und Unternehmen ihre Anliegen bei der Verwaltung bis spätestens 2022 online erledigen können. In Schleswig-Holstein können seit Kurzem Bürger von sechs Kommunen Wohngeld online beantragen.

Aus Sicht von Haus und Grund sollten sich noch mehr Städte für ihre Online-Angebote zusammentun, viele Dienstleistungen seien ja vergleichbar. Ein Beispiel dafür sei ein Kita-Navigator im Rhein-Erft-Kreis. Personalausweise sollten Bürger zentral bei der Bundesdruckerei bestellen können, so eine weitere Forderung.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 02. 2020
15:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baltikum Beratungsunternehmen Bürger Deutscher Bundestag Digitaltechnik E-Government Europäische Kommission Institut der deutschen Wirtschaft Internet Services und Dienstleistungen Städte Verkehr Websites
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kartenzahlung

17.08.2020

Kartenzahlung kann ins Geld gehen

Für viele Bankkunden heißt es inzwischen: Kostenlos war gestern. Vor allem die Gebühren für bestimmte Serviceleistungen steigen. Manche Kosten fallen erst in der Corona-Krise richtig auf. » mehr

Online-Handel

12.02.2020

Mehr Schutz von Verbrauchern bei Online-Handel notwendig

Online-Marktplätze und Vergleichsportale vermitteln immer häufiger Warenkäufe und die Buchungen von Dienstleistungen. Rein rechtlich gesehen bewegen sich die Verbraucher dabei aber oft auf wackeligem Boden. Das soll sich... » mehr

Höhere Paketpreise

18.12.2019

Deutsche Post erhöht die Paketpreise

Das Geschäft der Paketdienste brummt, die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen zieht stark an. Doch die Branche plagen Probleme. Nun will der Marktführer DHL mehr Geld von seinen Kunden. » mehr

Shoppen im Internet

08.10.2019

Das Internet ist kein Schnäppchen-Paradies mehr

Die Suche nach dem günstigsten Angebot ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden. Daran können auch Preissuchmaschinen und Hotelbörsen nicht viel ändern. Oft hilft bei der Suche nach dem Super-Schnäppchen ... » mehr

Konzert abgesagt

22.04.2020

Wie Veranstalter auf die Krise reagieren

Verreisen, im Abendkurs eine neue Sprache lernen, am Wochenende den Fußball-Club anfeuern - das kann man alles vergessen in der Corona-Krise. Doch was, wenn schon Geld geflossen ist? » mehr

Wirtschaftliche Erholung

23.06.2020

Wie werden sich die Märkte nach Corona erholen?

Finanzexperten buchstabieren derzeit gerne. V, W, L oder U sind die bevorzugten Buchstaben. Sie stehen für bestimmte Szenarien, wie die Wirtschaft sich erholen kann. Was steckt dahinter? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 02. 2020
15:23 Uhr



^