Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Als Privatversicherter bei Corona-Engpässen beraten lassen

Privat Krankenversicherte können Einkommenseinbußen wegen der Corona-Krise hart treffen. Denn die Beiträge werden trotzdem fällig. Es gibt aber Möglichkeiten, die Kosten zu senken.



Geldscheine
Die Corona-Pandemie sorgt bei vielen für finanzielle Engpässe - Privatversicherte haben daher oft Probleme, ihre Beiträge zu bezahlen.   Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Die Corona-Pandemie sorgt bei vielen für finanzielle Engpässe. Privat Krankenversicherte haben aus diesem Grund oft Probleme, ihre Beiträge zu bezahlen.

Versicherte sollten bei Zahlungsschwierigkeiten in jedem Fall frühzeitig das direkte Gespräch mit ihrem Versicherer suchen, der sie individuell beraten muss, erklärt der Bund der Versicherten (BdV) in Hamburg.

Allerdings gibt es gesetzliche Erleichterungen für Betroffene: Versicherte können bei Zahlungsschwierigkeiten die Beiträge aussetzen, sofern sie wegen der Corona-Krise in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind. Die Beiträge müssen aber nachgezahlt werden.

Betroffene, die aufgrund der aktuellen Situation auf Sozialleistungen angewiesen sind und zum Beispiel Arbeitslosengeld II beziehen, sollten das dem Versicherer und dem Grundsicherungsamt mitteilen. Der Versicherer und das Amt zahlen dann den PKV-Beitrag je zur Hälfte, solange der Beitrag zum brancheneinheitlichen Basistarif nicht überschritten wird.

Rückkehr aus Basistarif in alten Tarif vereinfacht

Wer in so einer Notlage in den Basistarif wechseln muss, der hat nach den Plänen des Bundeskabinetts künftig die Möglichkeit, innerhalb von drei Jahren in den Ursprungstarif zurückzukehren, ohne dass er dann Risikozuschläge zahlen muss. Versicherte sollten sich in jedem Fall beraten lassen, damit ein bedarfsgerechter Versicherungsschutz sichergestellt ist, rät der BdV.

Ihren Beitrag können Versicherte auch senken, indem sie in einen anderen Tarif ihres Versicherers wechseln. Dieses Recht steht ihnen gesetzlich zu. Dabei sollten aber nur Leistungen reduziert werden, die nicht dringend notwendig sind, wie zum Beispiel Chefarztbehandlung im Krankenhaus, empfehlen die Versicherungsexperten.

Der Haken: Wer später wieder zurück in den vorherigen Tarif wechseln will, muss seinen Gesundheitszustand neu bewerten lassen. Betroffene sollten sich am besten mit ihrem Versicherer in Verbindung setzen. Laut BdV gibt es derzeit einzelne Versicherer, die Corona-bedingt die Rückkehrmöglichkeiten erleichtert haben.

Notlagentarif besser vermeiden

Wer in einer existenziellen Notlage ist, aber keine Grundsicherung bezieht und auch keine Corona-bedingte Notlage nachweisen kann, der wird in den sogenannten Notlagentarif umgestellt, wenn er die Beiträge nicht zahlen kann. Dieser Tarif leistet nur bei Akutbehandlungen und Schmerzzuständen und ist nach Ansicht des BdV nicht zu empfehlen.

Alle, die schon vor 2009 in die PKV eingetreten sind, können unter bestimmten Voraussetzungen in den Standardtarif wechseln. Dieser ist vergleichsweise günstig und orientiert sich an den GKV-Leistungen. Aber auch hier gilt, dass Betroffene sich in jedem Fall vom Versicherer beraten lassen sollten.

Verbleib in PKV auch bei Kurzarbeit

Viele Beschäftigte haben wegen Kurzarbeit derzeit weniger Einkommen. Dadurch können die Betroffenen unter die Versicherungspflichtgrenze (2020: 62 550 Euro) fallen. Der Verbleib in der privaten Krankenversicherung ist aber in der Regel trotzdem möglich, erklärt der Verband der Privaten Krankenversicherung PKV .

Solche Einkommensausfälle lösen grundsätzlich keine Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung aus, wenn es sich nur um eine zeitlich begrenzte Einbuße handelt, erklärt der Verband. Dies gilt unabhängig von der Höhe des Kurzlohns und des Kurzarbeitergeldes.

Für Wechsel in die GKV gibt es Hürden

Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist nur in wenigen Ausnahmefällen eine Option. Der Wechsel ist nicht frei wählbar. Voraussetzung ist vielmehr, dass eine Versicherungspflicht in der GKV entsteht. Das ist zum Beispiel beim Bezug von Arbeitslosengeld I der Fall. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ein Wechsel ab dem 55. Lebensjahr ist schwierig.

In bestimmten Fällen kann auch eine Familienversicherung über den Ehepartner in der GKV möglich sein. Zu diesen komplizierten Fällen, die sozialrechtlich geregelt sind, sollten sich Betroffene bei einer gesetzlichen Krankenkasse beraten lassen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 04. 2020
17:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitslosengeld Bundeskabinett Gesetzliche Krankenversicherung Krankenversicherung Private Krankenversicherungen Sozialleistungen Versicherungsexperten Versicherungskunden Versicherungspflichtgrenze Versicherungsschutz Versicherungsunternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Zahnzusatzversicherungen

19.05.2020

Viele Zahnzusatzversicherungen sind «sehr gut»

Zahnersatz wird schnell teuer. Für gesetzlich Versicherte kann daher eine Zusatzversicherung sinnvoll sein. Die gute Nachricht: Viele Tarife lohnen sich nach Ansicht der Stiftung Warentest. » mehr

Private Krankenversicherung

18.12.2019

Privatversichert bleiben trotz höherer Beiträge

Die Krankenversicherung wird teurer? Privatversicherte, die sich das nicht leisten wollen oder können, streichen Leistungen - oder wechseln den Tarif. Das können auch noch Ältere tun. » mehr

Peter Grieble

04.03.2020

Wie Kunst versichert werden kann

Wer wertvolle Kunstobjekte zu Hause hat, sollte sich absichern. Eine Hausratversicherung reicht häufig nicht aus. Spezielle Policen bieten hier meist die besseren Konditionen. » mehr

Alles durchwühlt nach einem Einbruch

16.07.2020

Hausratversicherung nach Einbruch um Weisung bitten

Eine Hausratversicherung springt ein, wenn in der Wohnung oder dem Haus eingebrochen wurde. Damit der Schaden richtig reguliert werden kann, müssen Versicherte aber ihre Pflichten beachten. » mehr

Versicherte sollten Prämienerhöhungen einmal genau durchrechnen

06.07.2020

Pflegetagegeldpolice: Prämienerhöhung muss einen Grund haben

Wer eine Pflegetagegeldversicherung abgeschlossen hat, muss bei manchen Versicherern jetzt mit höheren Ausgaben für die Prämien rechnen. Können betroffene Versicherte etwas dagegen unternehmen? » mehr

Gesetzbuch

24.06.2020

Wann lohnt eine Rechtsschutzversicherung?

Mit einer Rechtsschutzversicherung können Verbraucher sich gegen die Kosten eines Rechtsstreits absichern. Beim Abschluss der Police sollte man aber die Versicherungsbedingungen genau prüfen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 04. 2020
17:42 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.