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So können privat Krankenversicherte sparen

Mit Beitragserhöhungen wollen private Krankenversicherungen höhere Kosten auffangen. Ist ihnen der Anstieg zu hoch, haben Versicherte Möglichkeiten, gegenzusteuern. Dabei sollten sie alles gut durchrechnen.



Brauche ich das Einbett-Zimmer?
Brauche ich das Einbett-Zimmer? Privat Krankenversicherte haben verschiedene Möglichkeiten, um ihre Beiträge zu senken. Dabei sollten sie alles gut durchrechnen.   Foto: Andrea Warnecke » zu den Bildern

Zum Jahreswechsel erhalten viele privat Krankenversicherte unschöne Post: Im kommenden Jahr wird ihre Krankenversicherung teurer. Beitragserhöhungen zur Kostendeckung sind normal, durchschnittlich betragen sie etwa drei Prozent pro Jahr.

In den vergangenen Jahren verteuerten sich einzelne Tarife bei manchem Versicherer allerdings um mehr als zehn Prozent. «Mit der Zeit sind solche Beitragssteigerungen für die Versicherten ziemlich heftig», weiß Bianca Boss vom Bund der Versicherten. So kann ein älterer, leistungsstarker Tarif monatlich 1000 Euro Prämie kosten.

Selbstbeteiligung an den Krankheitskosten erhöhen

Versicherte haben allerdings Möglichkeiten, den Beitrag zu senken. Am einfachsten ist es, die Selbstbeteiligung an den Krankheitskosten zu erhöhen, rät Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Versicherte sollten ihren Anbieter bitten, das durchzurechnen. «Um abzuschätzen, ob sich das Angebot lohnt, teilt man den Selbstbehalt durch zwölf und addiert ihn auf den monatlichen Beitrag.» Eine deutliche Ersparnis gegenüber dem alten Beitrag rechtfertigt eine Erhöhung. Zu hoch sollte der Selbstbehalt aber nicht sein, die Stiftung Warentest empfiehlt maximal 1000 Euro.

Selten sinnvoll ist, den Vertrag zu kündigen, um zu einer anderen Versicherung zu wechseln. Privat Krankenversicherte haben aber das Recht, bei ihrer eigenen Versicherungsgesellschaft in einen anderen Tarif zu wechseln. Das kann sich lohnen. «Der Preis hängt nicht nur von den Leistungen ab, sondern auch von der Gesundheit der in dem Tarif Versicherten», erläutert Cornelia Nowack von der Stiftung Warentest. Allerdings ist ein Tarifwechsel häufig kompliziert und unübersichtlich.

Leistungseinschränkungen beim neuen Tarif

Das bestätigt auch Boss, die empfiehlt, sich unabhängig beraten zu lassen. «Weisen Sie den Versicherer auf Ihr Recht zu wechseln hin, er soll passende Tarife, deren Leistungen, Unterschiede und den Beitrag aufschlüsseln», so Boss. Das Wichtigste sei, genau darauf zu achten, wo es beim neuen Tarif Leistungseinschränkungen gibt. So kann ein Tarif mit Zweibettzimmer gewählt oder eine Krankentagegeldversicherung gestrichen werden. Leistungen wie etwa Zahnersatz sollten dagegen gerade im Alter nicht reduziert werden.

Bietet der neue Tarif bessere Leistungen, steht eine erneute Gesundheitsprüfung für diese Mehrleistungen an. Die können Versicherte aber auch zu ihren Gunsten nutzen. Sind bei Vertragsabschluss festgestellte Krankheiten heute geheilt, kann auch das den Beitrag wieder etwas senken. «Es ist nicht unrealistisch, dass der Versicherer Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse wieder streicht», bestätigt Weidenbach.

Sozialtarife der PKV wechseln

Wenn alle Stricke reißen, können Versicherte auch noch in die Sozialtarife der PKV wechseln. Der Standardtarif bietet ähnliche Leistungen wie die gesetzlichen Krankenkassen. Weil die Altersrückstellungen für den Beitrag genutzt werden, ist er mit durchschnittlich 280 Euro im Monat sehr günstig. Offen steht er allerdings nur Versicherten über 55 Jahren, die bereits vor 2009 in der PKV versichert waren. Für die anderen gibt es den Basistarif, der ebenfalls ein ähnliches Leistungsniveau wie die GKV hat. Doch hier werden etwa 690 Euro im Monat fällig.

Veröffentlicht am:
10. 10. 2018
04:54 Uhr

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dpa

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10. 10. 2018
04:54 Uhr



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