Lade Login-Box.
Topthemen: Die Videos der WocheDer BachelorCotubeVor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-Theater

 

Worauf Versicherte beim Krankenkassenwechsel achten müssen

Viele gesetzliche Krankenkassen haben zuletzt den Zusatzbeitrag gesenkt oder Extraleistungen ausgeweitet. Wer mit seiner Kasse unzufrieden ist, kann sich eine neue suchen. Doch wie gelingt der Wechsel?



Krankenkassen
Der Wechsel von einer gesetzlichen Krankenkasse in eine andere sollte eigentlich ohne Probleme funktionieren. Es gibt aber einige Fristen, auf die Versicherte achten sollten.   Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

Die erste Gehaltsabrechnung 2019 brachte für viele Angestellte mehr Geld. Denn seit dem Jahresbeginn finanzieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge samt Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wieder zur Hälfte. Angestellte zahlen also weniger.

«Die gesetzlichen Krankenkassen stehen im Moment finanziell gut da. Deshalb senken viele ihre Preise oder weiten Extraleistungen aus», weiß Sabine Baierl-Johna von Finanztest. Wer mit seiner Kasse unzufrieden ist, kann das zum Anlass für einen Wechsel nehmen. Wichtige Fragen und Antworten: 

Kann ich in jede Krankenkasse wechseln?

Ja, gesetzlich Versicherte dürfen zu jeder Krankenkasse wechseln, die in ihrem Bundesland oder im Bundesland ihrer Arbeitsstelle für die Allgemeinheit geöffnet ist: Ob AOK, BKK oder eine der großen Ersatzkassen wie Techniker Krankenkasse oder Barmer. «Ablehnen kann eine gesetzliche Krankenkasse den Versicherten nicht - das ist ein großer Vorteil gegenüber der privaten Krankenversicherung», sagt Michaela Gottfried vom Verband der Ersatzkassen (vdek). «Denn in der GKV gilt der sogenannte Kontrahierungszwang, also jede gesetzliche Krankenkasse muss den Versicherten aufnehmen, unabhängig vom Alter, Geschlecht und den Vorerkrankungen.» Es ist auch möglich, zu einer Kasse zurückzukehren.

Gibt es Fristen, die bei einem Wechsel gelten?

Egal ob freiwillig oder pflichtversichert: Versicherte können nach 18 Monaten bei einer Kasse ihre Mitgliedschaft kündigen und wechseln. Bei Wahltarifen können längere Bindungsfristen von bis zu drei Jahren gelten. Es gibt allerdings ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. Dann darf ein Mitglied bis zum Ende des Monats kündigen, in dem erstmals der höhere Beitrag gilt.

Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende, erklärt Gottfried: «Der Krankenkassenwechsel kann dadurch bis zu drei Monate dauern. Wenn der Versicherte seine Kündigung beispielsweise am 1. März eines Jahres einreicht, so ist er bei der neuen Krankenkasse ab dem 1. Juni versichert.» In der Zwischenzeit muss er auch den eventuell höheren Beitrag zahlen.

Auf welchem Weg soll ich kündigen?

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. «Viele Kassen bieten im Internet Formulare für die Kündigung und eine Mitgliedschaftserklärung an», sagt Baierl-Johna. «Um sicherzugehen, dass die Kündigung ankommt, kann man den Brief per Einschreiben schicken.» Die alte Kasse muss die Kündigung innerhalb von 14 Tagen bestätigen. Mit der Bestätigung lässt sich dann eine neue Mitgliedschaft erklären. Sperrfristen wie bei der privaten Krankenversicherung gibt es nicht. Der Versicherte kann direkt nach dem Wechsel zum Arzt gehen oder Rezepte einlösen.

Kann beim Wechsel etwas schiefgehen?

Eigentlich nicht, beruhigt Gottfried. «Die Kündigung wird nur dann wirksam, wenn alle Kündigungsschritte - von der Kündigung bis zum Einreichen der neuen Mitgliedsbescheinigung beim Arbeitgeber - erfolgt sind. Läuft beim Wechsel etwas schief, kann der Versicherte trotzdem einen Arzt aufsuchen, weil der Krankenversicherungsschutz bei der alten Krankenkasse weiter fortbesteht.»

Was macht eine gute Krankenkasse aus?

Wer nach einer neuen Krankenkasse sucht, sollte nicht nur auf den Preis schauen, sondern vor allem auf das Angebot. Denn einen klaren Zusammenhang zwischen Beitragshöhe und Leistung gebe es nicht, erklärt Baierl-Johna. «Am besten sucht man sich eine Krankenkasse, die genau das bietet, was man braucht. Bei den Zusatzleistungen kann man beispielsweise auf Zuschüsse zur Kinderwunschbehandlung, Reiseimpfungen oder homöopathische Behandlungen schauen.»

Doch genauso wichtig ist der Service. «Die Qualität des Service ist natürlich schwer zu prüfen, da muss man sich auf eigene Erfahrungen verlassen, oder die von Bekannten», erklärt die Expertin. Doch es gibt auch Kriterien, nach denen Versicherte gezielt suchen können. Für junge Familien kann beispielsweise eine ärztliche Telefonhotline wichtig sein, die rund um die Uhr erreichbar ist.

Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
10:18 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
AOK Barmer Ersatzkasse Ersatzkassen Gesetz Gesetzliche Krankenkassen Gesetzliche Krankenversicherung Private Krankenversicherungen Techniker Krankenkasse Verband der Ersatzkassen Versicherungskunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Krankenkassen-Beiträge

16.12.2019

Die drei Fragezeichen und die Gesundheitsmilliarden

Die Krankenkassen haben hohe Rücklagen - könnten die Beiträge für die Mitglieder also herunter? Die Kassen haben aber auch mehr Ausgaben - müssten die Beiträge also doch eher herauf? So einfach ist das nicht. » mehr

Geldscheine im Geldbeutel

31.12.2019

Was bleibt 2020 im Portemonnaie?

Die meisten Verbraucher werden sich auch 2020 über mehr Geld freuen können. Arbeitnehmer profitieren vom robusten Stellenmarkt, Azubis von der neuen Mindestvergütung. Und auch Rentner gehen nicht leer aus. » mehr

Cornelia Nowack

10.10.2018

So können privat Krankenversicherte sparen

Mit Beitragserhöhungen wollen private Krankenversicherungen höhere Kosten auffangen. Ist ihnen der Anstieg zu hoch, haben Versicherte Möglichkeiten, gegenzusteuern. Dabei sollten sie alles gut durchrechnen. » mehr

Thomas Lämmrich

01.10.2019

Recht bekommen hat seinen Preis

Einen Anwalt einschalten, Klage erheben: Rechtsstreite sind teurer geworden. Doch der Staat hilft, wenn man sich dies finanziell nicht leisten kann - und die Versicherungswirtschaft bietet Abhilfe. » mehr

Feuerwehr

28.08.2019

Welche Policen guten Schutz bei Berufsunfähigkeit bieten

Wer schon vor dem Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, ist über eine gute Versicherung froh. Sind teure Berufsunfähigkeitsversicherungen die beste Wahl? » mehr

Geld von der Versicherung

14.08.2019

Wie Versicherer die Gliedertaxe berechnen

Wie sehr beeinträchtigt es einen Menschen, ein Bein zu verlieren? Oder ein Auge? Die Versicherungen berechnen den Invaliditätsgrad eines Unfallopfers mit der Gliedertaxe. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
10:18 Uhr



^