Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Schwellenländer können Depot ergänzen

Wer die gängigen weltweiten Indexfonds kauft, investiert oft nur in Industrieländer. Privatanleger können in ihr Aktiendepot auch Schwellenländer einbeziehen. Doch das ist nicht ohne Risiko.



Weltweit streuen
Ein Argument für ein Investment in Schwellenländer: Die Wirtschaft in diesen Ländern wächst viel schneller als die in Industriestaaten wie den USA oder Deutschland.   Foto: Swen Pförtner/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Sogenannte Schwellenländer gelten regelmäßig als die Wunderwaffe, um der eigenen Geldanlage richtig Schwung zu verleihen. Gerade jetzt, wo Sparkonten und Lebensversicherungen seit Jahren nur noch niedrige Zinsen abwerfen, sollen Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern zusätzliche Rendite bringen. Allerdings sollten sich Anleger bewusst sein, dass eine Geldanlage in Schwellenländer nicht ohne Risiko ist.

In der Finanzbranche zählen je nach Definition China, Korea, Südafrika, Russland, die Türkei oder Brasilien zu den Schwellenländern. Das Argument der Schwellenländer-Enthusiasten geht so: Die Wirtschaft in diesen Ländern wächst viel schneller als die in reifen Industriestaaten wie den USA oder Deutschland.

Keine Garantie für rasantes Wachstum

«Das Wirtschaftswachstum schlägt sich nicht immer auf die Aktienkurse nieder», warnt allerdings Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Forschungsinstituts. Zur Vorsicht mahnt auch Yann Stoffel von der Stiftung Warentest. «Schwellenländer haben ein höheres Kursrisiko, die Schwankungen sind größer. Und auch politisch gibt es höhere Risiken.»

Die Zahlen zeigen ein durchwachsenes Bild. Der Aktienindex MSCI Emerging Markets bildet die Entwicklung von mehr als 1000 Unternehmen aus 26 Ländern ab. Seit dem Jahr 2000 legte der Index für deutsche Anleger pro Jahr um knapp 7,8 Prozent zu. Der wichtige MSCI World, ein Index auf Unternehmen aus Industriestaaten, stieg im gleichen Zeitraum jährlich um vergleichsweise magere 4,3 Prozent, zeigen Daten des Finanzdienstleisters MSCI .

Je nach Zeitraum: Hohe Rendite oder Schwankungen

Schaut man allerdings auf andere Zeithorizonte, sind die Zahlen nicht mehr so beeindruckend. In den letzten zehn Jahren etwa war der MSCI World fast doppelt so stark wie der Index auf die Emerging Markets. In einzelnen Jahren rutschten die Schwellenländer sogar ins Minus, während der Welt-Index deutlich im Plus lag.

Was aber für die Emerging Markets spricht, ist eine Regel der Geldanlage: die Streuung des Risikos. Wer bei seiner Geldanlage der Standard-Empfehlung der Finanzexperten für Kleinanleger folgt, kauft in der Regel einen Indexfonds, einen ETF. Der soll in seiner Entwicklung einem Index folgen, der möglichst breit gestreut ist.

MSCI World umfasst nur 23 Länder

Zum Beispiel dem MSCI World. In dem Index stecken gut 1600 Aktien aus 23 Ländern - darunter allerdings weder China noch ein südamerikanisches, afrikanisches oder arabisches Land. Die Unternehmen stammen alle aus Industrieländern, den größten Anteil haben US-Unternehmen. In den vergangenen Jahren hat vor allem der Aktienmarkt der USA die Kursgewinne des MSCI World getrieben.

Doch die Vergangenheit ist keine Garantie für die Kursentwicklung in der Zukunft, bemüht Mayer ein Börsensprichwort. «Wer weiß, wie lange es in Amerika noch so gut läuft wie zuletzt. Daher kann man schon Aktien aus den Schwellenländern dem Depot beimischen. Warum nicht in den chinesischen Onlinehändler Alibaba investieren, wenn man auch Aktien von Google und Amazon hat?» Das streue das Risiko.

Beimischung senkt Schwankungsrisiken

«Sind Aktien aus Schwellenländern im Depot nur beigemischt, relativiert sich auch die Gefahr von Schwankungen», sagt Stoffel von der Stiftung Warentest. Zwischen zehn und 30 Prozent kann der Anteil am Aktiendepot ausmachen, so der Rat.

Am einfachsten ist es, einen der Indexfonds zu kaufen, die Industriestaaten mit Emerging Markets kombinieren. Stoffel empfiehlt ETF auf die Indizes MSCI All Country World, FTSE All World oder MSCI All Country World IMI. Der Anteil der Schwellenländer beträgt dabei gut zehn Prozent.

Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
05:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktien Aktienbörse Aktienindizes Aktienkurse Amazon FTSE 100 Finanzinvestoren und Anleger Google Industrieländer Kursrisiken Privatanleger Schwellenländer Stiftung Warentest Thomas Mayer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Thomas Hentschel

25.09.2019

Acht Regeln für Einsteiger an der Börse

Börsen-Investments erscheinen im Moment als eine der wenigen Anlagemöglichkeiten mit Aussicht auf Rendite. Wer neu in die Materie einsteigt, sollte aber etwas Grundwissen mitbringen. Ein Überblick. » mehr

Jürgen Kurz

03.07.2019

Reichen sieben Aktientitel im Depot?

Wer mit Aktien Geld verdienen will, kann sich unter dem Motto «klein, aber fein» auf wenige Titel konzentrieren. Er kann aber auch sein Investment breit streuen. Nicht jede Strategie funktioniert für jeden Anleger. » mehr

Jürgen Kurz

09.10.2019

Wie sich Anleger informieren

Kaufen oder verkaufen? Wer an der Börse mitmischen will, muss auf dem Laufenden bleiben. Für Privatanleger bedeutet das viel Aufwand. Wie groß sollte das Engagement sein? » mehr

ETF

11.09.2019

Wie viel Risiko in ETFs steckt

Geht es um Anlageempfehlungen an der Börse, fallen schnell drei Buchstaben: ETF. Doch der Markt ist groß, und auch diese Anlage birgt Fallstricke. Was Verbraucher wissen sollten. » mehr

Karin Baur

26.02.2019

Wie Anleger einen Bärenmarkt überstehen

Fallende Kurse an der Börse machen viele Anleger nervös. Doch wer in großer Hast verkauft, macht Verluste. In schlechten Börsenzeiten sind Ruhe und eine langfristige Anlagestrategie gefragt. » mehr

Jürgen Kurz

13.02.2019

Was wirklich im MSCI World Index steckt

MSCI World - früher oder später stolpert jeder Anleger unweigerlich über diese Bezeichnung. Der Aktienindex gilt als Musterbeispiel für eine breite Streuung. Aber was steckt wirklich drin? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
05:43 Uhr



^