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Ist die Risikolebensversicherung sinnvoll oder überflüssig?

An den Tod denkt niemand gerne. Vor allem Familien sollten sich damit aber beschäftigen. Denn stirbt ein Elternteil, stehen Hinterbliebene oft vor finanziellen Problemen. Doch es gibt eine Lösung.



Risikolebensversicherung
Für Familien kann es finanziell eng werden, wenn ein Elternteil unerwartet stirbt. Die Risikolebensversicherung ist eine Absicherung.   Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn » zu den Bildern

Einige Versicherungen gibt es in den meisten Haushalten in Deutschland - etwa die Haftpflichtversicherung. Darüber verfügten im Jahr 2018 fast 83 Prozent der Haushalte.

Das zeigt eine Auswertung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Weit verbreitet waren auch Auto- und Hausratversicherungen (rund 81 beziehungsweise 76 Prozent).

Weit seltener schließen Verbraucher eine Risikolebensversicherung ab: Nur rund 17 Prozent der Haushalte hatten 2018 diese Police. Dabei ist sie für viele wichtig: «Sie ist eine günstige Möglichkeit, die eigenen Hinterbliebenen finanziell abzusichern», sagt Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten.

Sinnvoller Schutz für Familien

Vor allem für Familien lohnt sich der Vertrag. Sie spüren finanzielle Folgen besonders stark, wenn ein Elternteil stirbt und dadurch ein Einkommen plötzlich wegbricht. Aber auch Alleinerziehende können damit ihre Kinder absichern. Wichtig kann der Vertrag ebenfalls für Paare sein, die gemeinsam eine Immobilie kaufen. Denn stirbt ein Partner unerwartet, kann die ganze Finanzierung zusammenbrechen.

Der Schutz ist in der Regel nicht teuer, zeigt die jüngste Untersuchung der Stiftung Warentest («Finanztest» 02/20). Beim Vergleich der Tarife von 37 Anbietern kam heraus: Schon für 20 Euro monatlich kann man eine Versicherungssumme von 250 000 Euro bekommen.

Große Preisunterschiede

Die Tester ermittelten große Preisunterschiede bei den Tarifen. Teure Verträge kosteten mitunter fast dreimal so viel wie günstige. Und das, obwohl sich die Bedingungen kaum unterschieden. Auch die günstigen Tarife deckten die entscheidenden Risiken ab.

Wie viel ein Kunde für seinen Vertrag bezahlen muss, hängt von mehreren Faktoren ab - etwa von der Versicherungssumme und der Laufzeit, aber auch von der Gesundheit und dem Alter bei Vertragsschluss. Sogar der ausgeübte Beruf und Hobbys können einen Einfluss haben.

Laut Bund der Versicherten liegt die Prämienspanne für einen 35-jährigen Kunden bei einer Todesfallsumme von 200 000 Euro und einer Laufzeit von 25 Jahren zwischen 150 und 1000 Euro pro Jahr.

Vorerkrankungen können Vertragsabschluss erschweren

Gesunde, junge Kunden dürften in der Regel problemlos einen günstigen Tarif finden. Aber schon bei ein paar Pfunden zu viel auf den Rippen können bei manchen Versicherern die Beiträge teurer werden. Das gilt auch für Kunden mit Vorerkrankungen. Oft verlangen die Versicherer dann Risikozuschläge. Manche lehnen den Vertragsabschluss sogar komplett ab, etwa bei bestimmten chronischen Erkrankungen.

Ein Vergleich lohnt sich. Denn jede Versicherung beurteilt gesundheitliche Risiken anders. Nach Angaben der Warentester schließen manche Versicherungen sogar chronische Krankheiten vom Schutz aus. Ist diese Krankheit dann die Todesursache, zahlen die Versicherer nichts. Eines haben die meisten Verträge gemeinsam: Raucher zahlen mehr als Nichtraucher.

Keine Kündigung bei nachträglicher Gefahrenerhöhung

Auch wenn die Versicherungsbedingungen in der Regel nur wenig voneinander abweichen, sollten Versicherte auf einige Punkte achten: «Hierzu zählt beispielsweise der Verzicht des Versicherers auf sein Kündigungsrecht im Falle einer unverschuldeten Verletzung der vorvertraglichen Anzeigenpflicht oder einer nachträglichen Gefahrenerhöhung», erklärt Böhne.

Als Gefahrenerhöhung bewerten Versicherer alle Veränderungen, die nach dem Abschluss des Vertrages eintreten und dazu führen können, dass der Versicherungsfall wahrscheinlicher wird. Eine neue Krankheit sei keine Gefahrenerhöhung, erläutert Böhne.

Riskante Hobbys können Vertrag teurer machen

Wer nach dem Vertragsabschluss hingegen einen Motorradführerschein macht, muss dies unter Umständen dem Versicherer mitteilen. Jedoch nur, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde. «Entscheidend sind hier die konkreten Versicherungsbedingungen», erklärt Böhne.

Bereits beim im Versicherungsantrag werden oft Hobbys abgefragt - manche wie Motorradfahren, Segeln, Tauchen oder Reiten stufen die Versicherungen als riskant ein. Laut Stiftung Warentest können dadurch bis zu drei Prozent der Versicherungssumme zusätzlich anfallen. Die Versicherer bewerten die Risiken aber unterschiedlich.

Veröffentlicht am:
19. 02. 2020
04:08 Uhr

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dpa

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19. 02. 2020
04:08 Uhr



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